{"id":606,"date":"2020-11-08T18:37:24","date_gmt":"2020-11-08T18:37:24","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=606"},"modified":"2020-11-08T18:49:17","modified_gmt":"2020-11-08T18:49:17","slug":"bkb-stellungnahme-zu-beschluessen-der-badischen-landessynode-2-november-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=606","title":{"rendered":"BKB-Stellungnahme zu Beschl\u00fcssen der Badischen Landessynode | 2. November 2020"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Reaktion-auf-Landessynodal-Beschlu\u0308sse-2-Nov-2020.pdf\">>> PDF Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Synode der Badischen Landeskirche hat im Oktober 2020 getagt und zwei Entscheidungen getroffen, deren Tragweite und Problematik erst auf den zweiten, den sachlich-kritischen Blick zu Tage tritt. Leider scheint selbst der Vorsitzende des Hauptausschusses und Vertreter der \u201eEvangelikalen\u201c, Pfarrer Theo Breisacher (Staufen), diesen Blick verloren zu haben, wenn er das dort verabschiedete Islam-Papier (die synodale Erkl\u00e4rung zur Begegnung von Christen und Muslimen) \u2013 auch in idea \u2013 als Erfolg verbucht und andernorts den Eindruck erweckt, die Gewissensfreiheit sei bei der zweiten Entscheidung \u00fcber die Lebensordnung \u201eEhe und Trauung\u201c erhalten geblieben. Pikant wird der erste Irrtum noch dadurch, dass das \u201eNeCiB\u201c, das Netzwerk evangelischer Christen in Baden (in dessen Leitungsteam Breisacher mitwirkt) dem Islam-Papier in einer Erkl\u00e4rung zuerst zustimmt, um es dann hinterher in seinen wesentlichen Punkten klar und deutlich abzulehnen bzw. um fehlende wichtige Inhalte anzumahnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zurecht fordert der Bekenntniskreis Baden vom Landesbischof und von Vertretern der Kirchenleitung deutliche Zeichen daf\u00fcr, dass Menschen, die vom Islam zum christlichen Glauben konvertiert sind, in unserer Landeskirche herzlich willkommen sind, dass auch die Kirchenleitung<br>sich \u00fcber diese Hinwendung zu Christus tats\u00e4chlich freut. Zurecht wird die Kirchenleitung ersucht, mit aller gebotenen Deutlichkeit darauf zu dringen, dass bei Asylbewerbern, die konvertieren, weder Richter noch Beh\u00f6rden das Recht haben, in Bezug auf den Glauben das Gewissen des Antragstellers zu erforschen, es zu beurteilen oder gar die Ernsthaftigkeit dieses Glaubens in Frage zu stellen. Zurecht wird auf die Unm\u00f6glichkeit hingewiesen, die Frage offen zu lassen, ob Christen und Muslime an denselben Gott glauben (was das verabschiedete Islam-Papier jedoch beinhaltet!).<\/p>\n\n\n\n<p><br>Als Christen sind wir davon \u00fcberzeugt, dass wir in Jesus Christus den Weg, die Wahrheit, das Leben finden. Muslime lehnen gerade dieses ab \u2013 Allah hat f\u00fcr sie keinen Sohn. Beim Stichwort: \u201eDialog\u201c gibt es im Islam-Papier Anregungen zum Dialog, aber es fehlt das, was den Kern christlichen Glaubens und Lebens ausmacht: die Ermutigung dazu, fr\u00f6hlich und \u00fcberzeugend von unserem Glauben zu reden und f\u00fcr ihn zu werben, aus Sorge um das Seelenheil des Dialog-Partners. Hier missachtet das Islam-Papier den Auftrag der Kirche: alle Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen und daf\u00fcr zu gewinnen. Man hat den Eindruck, es gehe bei dem dort  vorgeschlagenen Dialog nur um Zivilreligi\u00f6ses (oder auch darum, \u00fcberhaupt irgendwie miteinander zu reden, Dialog als Sinn des Dialogs, Begegnung und Gespr\u00e4ch als Ziel an sich). Dies alles, um Vielfalt, um politische und gesellschaftliche Zusammenarbeit als Inhalt christlichen Verhaltens herauszustellen, keinesfalls aber darum, im missionarischen Sinne Zeugnis zu geben von der allein rettenden Botschaft des Evangeliums. Kritik an Problematischem wie den Menschenrechten, der Religionsfreiheit, der Situation der Frau in islamisch gepr\u00e4gten Staaten oder wie zu islamistischem Terror (und der Haltung der potentiellen Gespr\u00e4chspartner dazu) sucht man vergebens.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Bei so vielen tiefgreifenden Fragw\u00fcrdigkeiten und irref\u00fchrenden Vorstellungen: dieses Islam-Papier als Erfolg zu feiern, ist unangebracht. Zudem kursiert in der Badischen Landeskirche immer noch das unselige Gespr\u00e4chspapier mit seinen von vielen renommierten Theologen stark kritisierten Irrt\u00fcmern. Das neue Islam-Papier erweckt vielmehr den Eindruck, die biblische Offenbarung und die Bekenntnisgrundlagen der Kirche seien weit weniger wichtig als die harmonische Zusammenarbeit. Geht es vor allem um Harmonie und weniger um das Zeugnis christlichen<br>Glaubens (nach Mk. 8,38 und R\u00f6m. 1,16f.)? <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Au\u00dfenstehende ist aufgrund der komplexen rechtlichen Regelungen noch weit weniger die zweite Entscheidung der Landessynode zu durchschauen: die Verabschiedung der Lebensordnung &#8222;Ehe und Trauung&#8220;. Soweit man aus den vorliegenden Informationen einen Schluss ziehen kann, dann ist es der folgende: F\u00fcr ein Linsengericht (man darf weiterhin mitsprechen in Synode und Landeskirche) wurde die Gewissensfreiheit verkauft (man durfte auch die Irrlehre in der Lebensordnung ein bisschen kritisieren, stimmte ihr seitens des NeCiB dann aber, aus Angst, die<br>Gewissensfreiheit zu verlieren, wider das eigene Gewissen doch zu, aus taktischen Gr\u00fcnden. Man verlor nun wohl beides: die Freiheit des Gewissens und die M\u00f6glichkeit zu \u00fcberzeugender Kritik der Irrlehre. Pfarrer k\u00f6nnen sog. \u201eHomo-Trauungen\u201c nicht mehr aus theologischen Gr\u00fcnden ablehnen, sondern nur noch aus \u201epers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden\u201c (wobei \u00fcber dem Ganzen noch das \u201eDiskriminierungsverbot\u201c steht, das selbst dieses Recht in der Praxis \u00fcberformen wird). Was auch immer Interessierte sich dann unter diesen pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden vorstellen, bleibt in ihr eigenes Belieben gestellt. Die Frage: wie es um den Gewissensschutz der Pfarrer im Konkreten steht, bleibt unklar. Wo das Wort Gewissen nicht draufsteht, da ist wohl auch keines mehr drin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>>> PDF Download Die Synode der Badischen Landeskirche hat im Oktober 2020 getagt und zwei Entscheidungen getroffen, deren Tragweite und Problematik erst auf den zweiten, den sachlich-kritischen Blick zu Tage tritt. 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