{"id":589,"date":"2020-10-10T18:51:27","date_gmt":"2020-10-10T18:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=589"},"modified":"2020-10-10T19:02:38","modified_gmt":"2020-10-10T19:02:38","slug":"bkb-stellungnahme-zum-drei-seiten-papier-dsp-der-landessynodalen-arbeitsgruppe-zum-verhaeltnis-von-christen-und-muslimen-mit-dem-titel-ermutigung-zum-dialo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=589","title":{"rendered":"\u203aBKB\u2039-Stellungnahme zum Drei-Seiten-Papier (\u203aDSP\u2039) der landessynodalen Arbeitsgruppe zum Verh\u00e4ltnis von Christen und Muslimen mit dem Titel: \u00bbErmutigung zum Dialog\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/BKB-Stellungnahme-August-2020.pdf\">>> PDF- Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00bbBekenntniskreis Baden\u00ab (\u203aBKB\u2039) hat sich intensiv auseinandergesetzt<br>a) mit dem 63-seitigen Gespr\u00e4chspapier (\u203aGP\u2039) der Karlsruher Oberkirchenr\u00e4te zum Verh\u00e4ltnis von Christen und Muslimen (1. Juli 2018) und<br>b) mit dem \u203aDrei-Seiten-Papier\u2039 (\u203aDSP\u2039) der landessynodalen Arbeitsgruppe (2019) und dazu kritisch Stellung bezogen, u.a. durch Eingaben an die Badische Landessynode.<br>Mit dieser nun neuerlichen Stellungnahme (aus dem August 2020) gibt der \u203aBKB\u2039 den Landessynodalen im Blick auf die Beschlussvorlage (19.02.2020) Folgendes zu bedenken:<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u203aDSP\u2039 erscheint mehr als eine dichte Zusammenfassung des \u203aGP\u2039 denn als eine eigenst\u00e4ndige Erkl\u00e4rung, beide Papiere sind gepr\u00e4gt von zivilreligi\u00f6sen Vorstellungen und Ambitionen. Das \u203aDSP\u2039 geht nicht ein auf den nicht zuletzt von renommierten Wissenschaftlern mehrfach vorgebrachten Vorhalt der Irrlehre, es r\u00e4umt diesen nicht aus. Wie<br>kann die Frage, ob Christen und Muslime an denselben Gott glauben, \u203aoffen\u2039 sein (vgl. \u203aDSP\u2039, Pkt. 15)? Was bedeutet die Rede von der \u00bbEhre des einen Gottes\u00ab (\u203aGP\u2039, 16)?<br>Das \u203aDSP\u2039 n\u00e4hrt und best\u00e4rkt den Vorwurf der Irrlehre, wenn denn christologischsoteriologische Implikationen entweder ausgeblendet oder nur unzureichend eingeblendet werden. Aussagen aus dem \u203aGP\u2039 stehen weiterhin im Raum wie diese: \u00bbWahre Gotteserkenntnis des Islam k\u00f6nne gerade auch in dem bestehen, was unseren Glaubens\u00fcberzeugungen widerspricht\u00ab (\u203aGP\u2039, 13) \u2014 oder: \u00bbJesus und Mohammed k\u00f6nnen in je<br>eigener Weise als zeichenhafte Vergegenw\u00e4rtigung der Barmherzigkeit Gottes verstanden werden.\u00ab (\u203aGP\u2039, 28).<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u203aDSP\u2039 erweist sich f\u00fcr den anstehenden Dialog zwischen Christen und Muslimen als nicht hilfreich, wenn unaufgebbare christliche Kerninhalte (wie die von Kreuz und Auferweckung Jesu Christi, wie die von der Gottessohnschaft) aufgegeben, preisgegeben oder gar verschwiegen werden \u2014 etwa aus falsch verstandener R\u00fccksichtnahme heraus?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das \u203aDSP\u2039 t\u00e4uscht Dialogf\u00e4higkeit und den Willen zu einem aufrichtigen Dialog vor, wenn es eigene Pr\u00e4missen christlichen Glaubens und Bekennens hinter die f\u00fcr seine Vorstellung von Dialog grundlegenden \u00dcberzeugungen zur\u00fcckstellt oder gar \u00fcbergeht. Ernstzunehmende Dialogpartner werden die jeweils eigenen Grundpositionen und die der<br>anderen Dialogpartner im Vollsinn des Wortes \u203atolerieren\u2039. Allein auf dieser Basis wechselseitiger Achtung kann ein von beiden Seiten gewollter Dialog angegangen werden, wenn er denn ernsthaft und ehrlich sein soll. Dies setzt voraus, dass sich beide Dialogpartner auch der trennenden Unterschiede in ihren Glaubens\u00fcberzeugungen bewusst sind und \u203anichts hinterm Berge halten\u2039 (m\u00fcssen). Wenn ein solcher nur anzustrebender Dialog gelingen soll, dann geh\u00f6ren \u203aalle Karten offen auf den Tisch gelegt.\u2039<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u203aDSP\u2039 ist als ein Mischtext anzusehen, in dem Richtiges, Wichtiges, Windiges, Irriges und Irref\u00fchrendes in inhaltlich widerspr\u00fcchlicher Weise zusammengestellt ist und unvereinbar nebeneinander steht. Dabei werden Begegnung und Gespr\u00e4ch als Ziel an sich und die zivilreligi\u00f6s apostrophierte gesellschaftspolitische Zusammenarbeit zur Grundlage allen<br>Handelns gemacht \u2014 anstatt im missionarischen Sinne Zeugnis zu geben von der allein rettenden Botschaft des Evangeliums. Verh\u00e4lt es sich da so, wie es im Prolog von Goethes \u203aFaust\u2039 hei\u00dft (?): \u00bbWer Vieles bringt, wird Manchem etwas bringen\u00ab? Entspricht das \u203aDSP\u2039 moderner Mentalit\u00e4t und Machart, missverstandener kirchenpolitischer Liberalit\u00e4t? Wo bleibt das konsequente missionarische Zeugnis christlichen Glaubens als rettender Botschaft? Man beachte Jesu Wort aus Mt. 10,33: \u00bbWer mich verleugnet vor den Menschen, den werde auch Ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbei vermerkt: Irritieren wird die Verwendung des sog. \u203aGendersternchens\u2039 (mit allem, was an ideologisch konstruiertem Menschenbild dahintersteht) gerade muslimische Mitmenschen, aber sie nicht allein. Muss das sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Aufgrund der ge\u00e4u\u00dferten Argumente bitten wir Sie:<\/p>\n\n\n\n<p>Verabschieden Sie nicht vorschnell ein Papier, das seinen Anspr\u00fcchen und Zielen nicht gerecht wird. Es muss in Ruhe und ohne einseitige Zw\u00e4nge neu an einer theologisch verl\u00e4sslichen Erkl\u00e4rung gearbeitet werden, in der das berechtigte Anliegen einer aufrechten Begegnung zwischen Christen und Muslimen hilfreich und wegweisend zur Sprache kommt. Anregungen in dieser Hinsicht k\u00f6nnen dabei vom EKD-Text Nr. 86 ausgehen: \u00bbKlarheit und<br>gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland. Eine Handreichung des Rates der EKD\u00ab (2006).<\/p>\n\n\n\n<p>Horst Fix,  K\u00f6nigsbach-Stein<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Hans-Gerd Krabbe, Achern<\/p>\n\n\n\n<p> Rolf-Alexander Thieke, Uhldingen-M\u00fchlhofen<\/p>\n\n\n\n<p>Ihrer Beachtung empfehlen wir:<br>\u2022 die \u00bbSieben-Punkte-Erkl\u00e4rung: Zum Verh\u00e4ltnis von Christen und Muslimen\u00ab des \u203aBKB\u2039 vom 23. April 2018 (u.a. ver\u00f6ffentlicht in: \u00bbBadische Pfarrvereinsbl\u00e4tter\u00ab, Juni 2018, 195 f.)<br>\u2022 die sechzehn-seitige Stellungnahme: \u203aChristen und Muslime\u2039 (von Pfr. Dr. Hans-Gerd Krabbe), die am 28. August 2018 an den \u00c4ltestenrat der Badischen Landessynode gerichtet wurde.<br>\u2022 die \u203aBKB\u2039-Resolution vom 24. September 2018: \u00bbZur Information und Orientierung. Eine Arbeitshilfe des \u203aBKB\u2039 zum OKR-Gespr\u00e4chspapier: \u203aChristen und Muslime\u2039 (1.07.2018)\u00ab<br>\u2022 die \u203a\u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung\u2039 des \u203aBKB\u2039 zum Gespr\u00e4chspapier (22. Okt. 2018)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>>> PDF- Download Der \u00bbBekenntniskreis Baden\u00ab (\u203aBKB\u2039) hat sich intensiv auseinandergesetzta) mit dem 63-seitigen Gespr\u00e4chspapier (\u203aGP\u2039) der Karlsruher Oberkirchenr\u00e4te zum Verh\u00e4ltnis von Christen und Muslimen (1. Juli 2018) undb) mit dem \u203aDrei-Seiten-Papier\u2039 (\u203aDSP\u2039) der landessynodalen Arbeitsgruppe (2019) und dazu kritisch Stellung bezogen, u.a. durch Eingaben an die Badische Landessynode.Mit dieser nun neuerlichen Stellungnahme (aus dem<br \/><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=589\">+ Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/589"}],"collection":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=589"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/589\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":595,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/589\/revisions\/595"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}