{"id":442,"date":"2019-08-07T18:55:22","date_gmt":"2019-08-07T18:55:22","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=442"},"modified":"2019-08-23T18:57:38","modified_gmt":"2019-08-23T18:57:38","slug":"saekularisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=442","title":{"rendered":"S\u00e4kularisierung"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/R-S\u00e4k-Netzwerk-2.pdf\">>> PDF-Download<\/a><\/h5>\n\n\n\n<p>Fecisti nos ad Te,<br>Et inquietum est cor nostrum<br>Donec requiescat in Te<\/p>\n\n\n\n<p>Augustinus <\/p>\n\n\n\n<p>Als Zarathustra aber allein war, <br>sprach er also zu seinem Herzen:<br>\u201eSollte es denn m\u00f6glich sein!<br>Dieser alte Heilige hat in seinem<br>Walde noch nichts davon geh\u00f6rt,<br>dass Gott tot ist !\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nietzsche <\/p>\n\n\n\n<p>Gott ist tot!  <\/p>\n\n\n\n<p>Nietzsche <\/p>\n\n\n\n<p>Nietzsche ist tot  <\/p>\n\n\n\n<p>Gott <\/p>\n\n\n\n<p>(Graffito) <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Abstract:<\/h5>\n\n\n\n<p>Der Text behandelt die Ph\u00e4nomene Religion und S\u00e4kularit\u00e4t und den \u00dcbergang zwischen ihnen: die S\u00e4kularisierung. Diese wird in ihrem Verlauf beschrieben, die einzelnen Stufen dabei werden systematisiert. Als Ursache dieses zuerst nur in Europa stattfindenden Prozesses wird festgestellt: die Schaffung und Interaktion eines neuen kulturellen Sinn- bzw. Weltanschauungssystems, der Aufkl\u00e4rung (mit dem Inhalt: menschliches Gl\u00fcck ist eher ein kleines Gl\u00fcck, innerweltlich zu definieren, daf\u00fcr aber vom Menschen selbst\u00e4ndig und ohne Hilfe durch h\u00f6here Wesen zu machen), die als Denk- und Verhaltensrahmen der Gesellschaft schrittweise etabliert wird, mit einzelnen schon immer verweltlichend wirkenden Faktoren, die aber in fr\u00fcheren Gesellschaften ohne diesen Denkrahmen immer wieder von Religion(bzw. den Gegenpolen der Faktoren) zur\u00fcckgeholt wurden. Auch die Aufkl\u00e4rung allein konnte sich noch nicht durchsetzen, die Romantik bot ihr bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts Paroli. Erst die Radikalisierung durch die weltlichen und aggressiv antireligi\u00f6sen Ideologien von Kommunismus und Nationalsozialismus, der neue Schub durch die 68er Bewegung, der sich anschlie\u00dfende Postmodernismus und die Wohlfahrtstaatsideologie zusammen bewirkten dauerhafte S\u00e4kularisierung. <\/p>\n\n\n\n<p>Erm\u00f6glicht und beschleunigt wird dieser Prozess durch die Religion selbst: Teile von ihr nehmen die weltlichen Ideen auf, verstehen sie als eigentliche Religion und zersetzen so die echte Religion. Dieses Verhalten wird als Selbsts\u00e4kularisierung bezeichnet und es werden seine Ursachen und Motivationen analysiert. Empirisch kann nachgewiesen werden, dass Religionen oder Teilgruppen von ihnen, die sich der Welt \u00f6ffnen, schneller der S\u00e4kularisierung anheim fallen als diejenigen, die sich abgrenzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Danach wird versucht, zu verstehen, wie sich das Sinnsystem Aufkl\u00e4rung \u2013 nur im christlichen Abendland \u2013 entwickeln konnte, -durch eine erste Selbsts\u00e4kularisierung im Zusammenspiel der menschlichen Verhaltensdispositionen zur Aufwertung von Mensch und Welt mit der von Max Weber so genannten Entzauberung der Welt, grundgelegt in der Reformation. <\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Teil wird versucht, aus diesem Faktenwissen Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den t\u00e4glichen Kampf der Gl\u00e4ubigen gegen s\u00e4kularisierende Einfl\u00fcsse, die sie von ihrem Glauben abbringen wollen, oder f\u00fcr die Verbreitung des Glaubens in einer s\u00e4kularisierten Welt zu entwickeln \u2013 hoffentlich in Interaktion mit dem geballten Wissen des Netzwerks. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhalt: <\/h4>\n\n\n\n<ul><li>Vorbemerkung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li> Einf\u00fchrung <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>1. Grundlegung <\/p>\n\n\n\n<p>2a)S\u00e4kularisierung: Beschreibung, systematisch 2b)S\u00e4kularisierung: Zusammenh\u00e4nge, empirisch <\/p>\n\n\n\n<p>2c)okzidentale S\u00e4kularisierung: Erkl\u00e4rungen <\/p>\n\n\n\n<p>3. Selbsts\u00e4kularisierung <\/p>\n\n\n\n<p>4. Anwendung <\/p>\n\n\n\n<p>5. Anmerkungen <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Vorbemerkung <\/h5>\n\n\n\n<p>Der haupts\u00e4chliche Sinn des Textes ist es, als Wissensbasis zu dienen, Material zur informierten Beurteilung des uns alle betreffenden Themas und unserer heutigen kirchlichen Situation bereitzustellen und Anst\u00f6\u00dfe zur Erarbeitung von Strategien zur Bek\u00e4mpfung von Negativentwicklungen zu geben. In Kapitel 4 werden einige Lehren aus dem bis dorthin Erarbeiteten gezogen. Der Text soll auch die Ausgangsbasis sein f\u00fcr \u00dcberlegungen, mit diesem dr\u00e4ngenden Problem auf sinnvolle Art und Weise umzugehen. Vielleicht k\u00f6nnen sich gute Ideen dazu, die wir sehr gut brauchen k\u00f6nnen, durch kreative Auseinandersetzung mit ihm entwickeln, &#8211; im gegenseitigen Austausch im Netzwerk, aus dem vielleicht in einiger Zeit ein neuer Text mit intelligenten Ans\u00e4tzen zum Widerstand gegen die S\u00e4kularisierung entstehen k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Einf\u00fchrung <\/h5>\n\n\n\n<p>Religion ist ein wichtiges Element menschlichen Verhaltens(1). Es gab und gibt in der menschlichen Geschichte noch nirgends eine Gesellschaft ohne Religion. Sie unterscheidet unter anderem neben Sprache, Kunst, Philosophie, Komik und Humor den Menschen vom Tier, auch sie macht also den Menschen zum Menschen, ohne sie verfehlt er seine wahre Bestimmung, seine Menschlichkeit. <\/p>\n\n\n\n<p>Menschen scheinen ein grundlegendes Bed\u00fcrfnis nach \u201egro\u00dfem Gl\u00fcck\u201c , nach einem- vor allem in Hochreligionen (in den vor ihnen existierenden Stammesreligionen ist das angestrebte Gl\u00fcck auch immer weit gr\u00f6\u00dfer als das allt\u00e4gliche, aber nicht immer so umfassend und total wie hier) &#8211; umfassenden und dauerhaften ewig w\u00e4hrenden Gl\u00fcck h\u00f6chster Intensit\u00e4t (\u201eHeil\u201c, \u201eSeligkeit\u201c) zu haben, da in der Geschichte immer wieder Ph\u00e4nomene auftauchen, die auf ein solches Bed\u00fcrfnis hinweisen, gerade auch wenn das herrschende Denken meint, sich mit dem \u201ekleinen Gl\u00fcck\u201c(Kennzeichen: die M\u00f6glichkeit f\u00fcr jeden Menschen, es selber zu \u201emachen\u201c, durch eigenes Bem\u00fchen zu erreichen; daf\u00fcr muss es dann eben klein und innerweltlich sein: Konsum, wirtschaftlicher Erfolg, Spa\u00df, Familie, in Teilen auch Gesundheit; Freude an den kleinen Dingen; es ist vor\u00fcbergehend, verg\u00e4nglich, nicht besonders intensiv) begn\u00fcgen zu m\u00fcssen. Gerade dann tauchen Verabsolutierungen( statt Forderungen nach Sicherheit solche nach absoluter Sicherheit, statt nach Freiheit und Gleichheit nun nach absoluter Freiheit und absoluter Gleichheit) und Radikalisierungen auf: aus Fortschritt wird Fortschrittsglaube, aus Materialismus Gier, aus k\u00f6rperlicher Bewegung Fitnesswahn, aus Wissenschaft Wissenschaftsglaube, aus Zukunftsunsicherheit Weltuntergangsgewissheit, aus dem Bed\u00fcrfnis nach sozialer Gerechtigkeit oder aus Angst vor \u00dcberfremdung entstehen Ideologien, die glauben, die ganze Welt retten zu m\u00fcssen, das Paradies auf Erden errichten zu k\u00f6nnen und die daf\u00fcr Millionen Menschen opfern. Die richtige Variante bei der Suche nach dem gro\u00dfen Gl\u00fcck bietet jedoch die Religion an: es ist erreichbar, aber nicht allein durch menschliche Anstrengung, sondern nur durch die Interaktion mit h\u00f6heren m\u00e4chtigen Wesen und es ist keine rein diesseitige Sache. <\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Religion eine grundlegende menschliche Verhaltensweise ist, obwohl sie dem Streben nach Gl\u00fcck die beste L\u00f6sung anbietet und obwohl sie zu einem nicht geringen Anteil genetisch bedingt ist (Untersuchungen ergaben eine Erblichkeit von 20 -30 %; zum Vergleich: bei Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften wie Extraversion oder Neurotizismus sind es ca. 40 %, bei Konservatismus und Homosexualit\u00e4t wohl etwas weniger, bei Intelligenz sicher mehr als 50 %)(2), ist es doch m\u00f6glich, ohne sie zu existieren, dabei nicht exzessiv zu leiden und nicht einmal bewusst zu erkennen, dass einem etwas zum wahren Gl\u00fcck und Menschsein fehlt. S\u00e4kularisierung \u2013 verstanden als eine Entwicklung hin zum Verschwinden religi\u00f6sen Verhaltens bei Individuen oder aus Gesellschaften \u2013 ist m\u00f6glich, es gab in allen bisherigen Religionen Tendenzen dazu (man m\u00fcsste sie, da zu diesen Zeiten au\u00dferhalb der Religion noch kein s\u00e4kularer Bereich bestand, eigentlich Selbsts\u00e4kularisierung nennen; unten dazu mehr), die allerdings immer wieder \u201ezur\u00fcckgeholt\u201c oder zu Randstr\u00f6mungen degradiert wurden \u2013 wie beispielsweise der s\u00e4kulare Humanismus im Konfuzianismus, die \u201eAufkl\u00e4rung\u201c und atheistische Philosophie der Griechen, der eigentlich atheistische Ur-Buddhismus, atheistische Str\u00f6mungen im Hinduismus, der mittelalterliche, in Teilen sehr rationale Islam. Die Menschen reagieren also auf den Verlust der Religion negativ und ablehnend, sie nehmen die S\u00e4kularisierung nicht einfach hin, weil sie ihr Bed\u00fcrfnis nach (kleinem und gro\u00dfem) Gl\u00fcck durch Religion erf\u00fcllen m\u00f6chten und an andere Erf\u00fcllungsm\u00f6glichkeiten nicht glauben. <\/p>\n\n\n\n<p>Einmal allerdings in der Weltgeschichte gelang es, S\u00e4kularisierung auf Dauer zu stellen, gelang es, die Religion in ihrem Einfluss auf Verhalten, F\u00fchlen und Denken des Menschen immer mehr und immer weitgehender unwirksam zu machen, gelang es weitgehend s\u00e4kulare Gemeinwesen zu erschaffen(in der Tschechei und im Gebiet der ehemaligen DDR glauben, wenn die Umfragen nicht tr\u00fcgen, kaum noch ein Drittel \u00fcberhaupt an Gott, in D\u00e4nemark, Schweden, Bulgarien und Teilen des Baltikums sieht es nicht viel besser aus, auch au\u00dfereurop\u00e4ische Regionen sind inzwischen durch Verbreitung abendl\u00e4ndischer S\u00e4kularit\u00e4t durch den Kommunismus betroffen: Nordkorea, Vietnam und China). Die R\u00fcckholung von Religion, die zwischenzeitlich gegen die von der Aufkl\u00e4rung verursachte S\u00e4kularisierung vor allem im 19.Jahrhundert durch die Romantik wieder an Boden gewonnen hatte(andere erfolgreiche R\u00fcckholungen ereigneten sich in den USA, die ab 1750 immer religi\u00f6ser wurden; auch die katholische Kirche erlebte bis zum 2. Vatikanischen Konzil Wachstum; zumindest Stabilisierungen erreichten die konservativen Protestanten in den USA und in den Niederlanden; auch im gesamten Westen erstarkte die Religion nach dem von den s\u00e4kularisierenden Nazis verlorenen Krieg, bis Vatikanum II und die 68er-Bewegung einen neuen S\u00e4kularisierungsschub verursachten, der bis heute nicht aufgeh\u00f6rt hat, zu wirken), war gegen die konzertierte Aktion von gewaltt\u00e4tiger staatlich organisierter Religionsfeindlichkeit und aggressiver Religionsgegnerschaft der Ideologien von links und rechts ohnm\u00e4chtig; in Skandinavien und vielen westlichen Staaten trug auch die Attraktivit\u00e4t der Wohlfahrtsstaatsideologie und die Selbsts\u00e4kularisierung \u2013 s.u. \u2013 dazu bei. Der Schaden scheint in den erw\u00e4hnten L\u00e4ndern dauerhaft zu sein, die Tradierung, das Lernen von Religion in jeder neuen Generation, wurde vehement und radikal verhindert und nun scheint der Schwellenwert unterschritten, ab dem sich die Religion von diesen Schl\u00e4gen wieder erholen k\u00f6nnte, zumal die s\u00e4kularen Ideologien der 68er-Tradition und der Postmoderne immer noch antireligi\u00f6s wirken. <\/p>\n\n\n\n<p>Die einzig stabile S\u00e4kularit\u00e4t gibt es also hier bei uns, die von Max Weber so genannte \u201eokzidentale Rationalisierung\u201c geschah innerhalb der christlichen Religion, im christlichen Abendland.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das m\u00f6glich war und ist, das soll im folgenden sowohl systematisch als auch ein wenig historisch(ich bin kein Historiker, allerdings fehlen zur historischen Rekonstruktion auch schlicht gute Daten), sowohl empirisch als auch (mangels zureichender empirischer Forschung) eher spekulativ-theoretisch erkl\u00e4rt werden. Daraus k\u00f6nnten und sollten dann Erkenntnisse erwachsen, die es erm\u00f6glichen, S\u00e4kularisierungsprozesse in unserer Gesellschaft, innerhalb unserer Kirche, in unseren Gemeinden besser zu verstehen und ihnen dann intelligenten Widerstand entgegensetzen zu k\u00f6nnen. Ohne diese Erkenntnisse, ohne Wissen \u00fcber oder zumindest Besch\u00e4ftigung mit diesem,- mit d e m Problem jeder Kirche, jedes Pfarrers, ja eigentlich jedes gl\u00e4ubigen Menschen, ist Gemeindeaufbau\/Gemeindewachstum oder auch nur Stabilisierung gegen weiteres Schrumpfen wie auch Mission kaum sinnvoll m\u00f6glich. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist dies hier eher ein Appell an alle, ihr Wissen zu diesem Thema mit mir zu teilen und nicht die vermessene Idee, schon ganz genau sagen zu k\u00f6nnen, was man gegen Glaubensverlust und Verweltlichung tun kann. Nat\u00fcrlich habe ich kein Patentrezept gegen diese negativen Entwicklungen(immerhin aber bieten meine Analysen Material zur grundlegenden Orientierung und zum Weiterdenken an), nat\u00fcrlich sind meine Erkenntnisse noch rudiment\u00e4r, eben deshalb muss ja dar\u00fcber &#8211; intensiver als bisher -nachgedacht werden, und unsere Netzwerkseite bietet ja Gott sei Dank gerade die M\u00f6glichkeit, verstreute Erkenntnisse, Ideen, Argumente, Anmerkungen, Informationen, &#8211; Wissen aller Art also \u2013 zusammenzubringen und so auch diesen Text immer aufs Neue zu verbessern und der komplexen Realit\u00e4t anzun\u00e4hern. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"> 1. Grundlegung<\/h4>\n\n\n\n<p>Um S\u00e4kularisierung zu verstehen, muss man zuerst einmal Religion verstehen. Wissenschaftliches Verstehen braucht Definitionen, jeder soll wissen und nachvollziehen k\u00f6nnen, was mit den verwendeten Begriffen gemeint ist. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Religi\u00f6ses Verhalten<\/strong>(darin eingeschlossen ist Denken, F\u00fchlen, Wahrnehmen \u2013 alles auch Verhaltensweisen) soll im Folgenden bedeuten <strong>eine als \u00fcberm\u00e4chtig und mysteri\u00f6s wahrgenommene\/geglaubte\/erlebte wesenhafte Hinterwelts-Kraft\/Macht durch Submissionsverhalten mit dem Ziel der Gl\u00fccksproduktion zu beeinflussen(sie als \u201esoziales Werkzeug\u201c zu nutzen) und\/oder sich submissiv an sie zu binden(mit unbewusster Beeinflussungswirkung und Gl\u00fccksrelevanz)<\/strong> (3) Abzugrenzen von Religion sind Magie, Mystik, Metaphysik, Ideologien und s\u00e4kulare Ergriffenheit(4), Der Sinn religi\u00f6sen Verhaltens, seine Gl\u00fccksrelevanz, ist, Menschen mit \u201eGl\u00fccksg\u00fctern\u201c(Gesundheit, langes Leben, gute Ernte, passende Partner, viele Kinder, Reichtum, Gerechtigkeit, Macht, Frieden usw. \u2013 also Zust\u00e4nde oder Situationen, die grundlegende Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllen und damit Gef\u00fchle von Freude, Gl\u00fcck und Zufriedenheit nach sich ziehen oder Ungl\u00fccksgef\u00fchle verhindern) zu versorgen und\/oder Gl\u00fccksgef\u00fchle (direkt) zu erzeugen\/ zu stabilisieren oder deren Verlust(also Ungl\u00fcck und negative Gef\u00fchle) zu verhindern. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Zuge der Entwicklung des Menschen entstehen Selbstbewusstsein und die M\u00f6glichkeit zu Selbst- und Weltreflexion. Bed\u00fcrfnisbefriedigung und Gl\u00fcck werden damit zu bewusst angestrebten Zielen. Dabei zeigt sich nun dem Denken des Menschen, dass er viele dieser begehrten Gl\u00fccksg\u00fcter und \u2013zust\u00e4nde nicht selbst erzeugen kann. Gesteigert wird diese Problematik einerseits durch die bewusste Wahrnehmung von Tod, Verg\u00e4nglichkeit, menschlicher Schw\u00e4che, Hilflosigkeit und Ohnmacht, von Unf\u00e4higkeit, all die Komplexit\u00e4t der Welt zu erkl\u00e4ren oder in ihr einen Sinn zu finden, andererseits durch die Vorstellbarkeit von Ewigkeit und dauerhaftem Gl\u00fcck, von Paradiesen, aber auch von H\u00f6llen . Der Wunsch nach gro\u00dfem Gl\u00fcck wird hier ebenso geboren wie das Bewusstsein der Unf\u00e4higkeit und Ohnmacht, das eigene Gl\u00fcck selbst zu schaffen oder zu kontrollieren. Die L\u00f6sung f\u00fcr dieses bedr\u00e4ngende Problem bestand in der kognitiv-kulturell (durch individuelle Deutung, Erfahrung und Lernen) erzeugten Zusammenf\u00fchrung und Verst\u00e4rkung der oben als Teile von religi\u00f6sem Verhalten beschriebenen, wohl teilweise angeborenen, Teil-Verhaltensweisen <strong>(Wahrnehmung von Wesenhaftigkeit\/\u00dcberm\u00e4chtigkeit, Hinterwelt<\/strong>, F\u00e4higkeit zum Erleben <strong>ver\u00e4nderter Bewusstseinszust\u00e4nde<\/strong>, <strong>Submissions(bindungs)verhalten<\/strong>, Vertrauen) zum Gesamtverhalten Religiosit\u00e4t, zu einem einheitlichen Verhalten, bei dem der Mensch h\u00f6here Wesen braucht, die er zur Befriedigung seiner Bed\u00fcrfnisse zu beeinflussen sucht. Er erreicht diesen Einfluss durch Submission \u2013 Opfer, Gehorsam, Regelbefolgung \u2013 einmal eher kalkulierend (wer dem \u00dcberlegenen einen Gefallen tut, sich unterw\u00fcrfig verh\u00e4lt, verpflichtet, ja zwingt ihn dazu, etwas Positives zur\u00fcckzugeben, er benutzt den \u00dcberlegenen als \u201e<strong>soziales Werkzeug<\/strong>\u201c), zum andern durch Bindung aus submissiver, eher \u00e4ngstlicher Motivation, auch <strong>reassurance<\/strong> genannt (worauf  der \u00dcberlegene \u2013 hier im Gegensatz zum Werkzeugverhalten &#8211; nicht zwangsl\u00e4ufig, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit mit positiver Zuwendung reagiert, also das ersehnte Gl\u00fcck gibt)(5). <\/p>\n\n\n\n<p>Die subjektive \u00dcberzeugung von der <strong>Gl\u00fccksrelevanz<\/strong> sowohl von Werkzeug- als auch reassurance-Verhalten gegen\u00fcber weltlichen \u00fcberlegenen Wesen wird kognitiv-kulturell verbunden mit der Wahrnehmung\/dem Erleben hinterweltlicher Wesen und erzeugt nun die Gl\u00fccksrelevanz dieser Hinterwelts-Wesen. Die Gl\u00fccksrelevanz religi\u00f6sen Verhaltens schwei\u00dft die einzelnen \u2013 auch genetisch beeinflussten &#8211; Verhaltensweisen zum Gesamtverhalten Religiosit\u00e4t zusammen, so kann der Mensch zun\u00e4chst dem kleinen, vor allem aber auch dem gro\u00dfen Gl\u00fcck durch Beeinflussung einer h\u00f6heren Welt n\u00e4herkommen, es bei angemessenem Verhalten sogar erreichen. Diese Gl\u00fccksrelevanz der Religion, ihre entscheidende Bedeutung f\u00fcr die Befriedigung des menschlichen Strebens nach Gl\u00fccksg\u00fctern und Gl\u00fccksgef\u00fchlen, f\u00fchrt zur kulturellen und emotionalen Verst\u00e4rkung ihrer Bestandteile und deren Zusammengeh\u00f6rigkeit und diese wiederum zur st\u00e4rkeren Gl\u00fccksrelevanz. Die (subjektiv geglaubt) erfolgreiche Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr das menschliche Gl\u00fcck intensiviert das religi\u00f6se Verhalten. Gott wird um seiner selbst geliebt, aber auch weil er die entscheidende Instanz f\u00fcr das menschliche Gl\u00fccksverlangen darstellt, der Glaube an ihn bringt Gl\u00fcck und dieses verst\u00e4rkt wieder den Glauben. Dies muss in jeder Generation neu gelernt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Religion ist also von genetischen Faktoren abh\u00e4ngig und doch kulturell konstruiert. In der Sch\u00f6pfung entstanden biologische Verhaltensdispositionen, die bei kognitiv-kultureller Zusammenf\u00fcgung den Weg zur Wahrnehmung Gottes zeigen. Der Mensch ist auf die Erkenntnis und Erfahrung Gottes hin geschaffen, kann aber selbst entscheiden, ob er ihn kennenlernen will oder nicht. Die biologischen Vorgaben erm\u00f6glichen die Erkenntnis Gottes, legen sie nahe, aber erzwingen sie nicht. Religiosit\u00e4t ist also weder rein biologisch noch rein kulturell erkl\u00e4rbar, sie ist kein Automatismus oder Instinkt, aber auch kein Verhalten, das man sich leicht und locker an- oder abgew\u00f6hnen kann. Ihre St\u00e4rke h\u00e4ngt von ihrer Gl\u00fccksrelevanz und ihren faktischen bzw. subjektiv geglaubten und kulturell konzipierten Erfolgen ab, ebenso wie ihre Gl\u00fccksrelevanz von ihrer St\u00e4rke. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kann dieser Prozess auch umgekehrt werden: S\u00e4kularisierung \u2013 empirisch messbar durch vielerlei Indikatoren(6) &#8211; ist nun gerade das Aufbrechen, die Lockerung dieser Verbindung von gl\u00fccksrelevanten sozialen Verhaltensweisen mit dem Erleben von Hinterweltswesen(und auch die teilweise Ersetzung der beiden sozialen Techniken zur Gl\u00fccksproduktion \u2013 des Werkzeug- und reassurance-Verhaltens als Beziehung zu weltlich \u00fcberlegenen M\u00e4chtigen \u2013durch die Macht, eignes Gl\u00fcck auch ohne Hilfe anderer zu erzeugen) und damit die Trennung der Einzelverhaltensweisen und ihre immer st\u00e4rkere Schw\u00e4chung \u2013(der Glaube an) Gott bringt immer weniger an Gl\u00fcck(so glaubt man), ist immer weniger f\u00fcr die Bed\u00fcrfniserf\u00fcllung relevant und wichtig, wird dadurch immer schw\u00e4cher und damit immer weniger wirksam, r\u00fcckt in immer weitere Ferne, wird diffus und dann inexistent: Die nicht mehr intensiv geglaubte Gl\u00fccksrelevanz der Religion, ihre nicht mehr entscheidende Bedeutung f\u00fcr die Befriedigung des menschlichen Gl\u00fccksstrebens f\u00fchrt zur kulturellen und emotionalen Abschw\u00e4chung ihrer Bestandteile und deren Zusammengeh\u00f6rigkeit und dies wiederum zu als schw\u00e4cher wahrgenommener Gl\u00fccksrelevanz. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie erw\u00e4hnt, passiert das bei vielen Individuen und in vielen Religionen immer wieder- und auch die Forschung, die sich mit der S\u00e4kularisierung besch\u00e4ftigt, findet immer wieder Zusammenh\u00e4nge mit bestimmten Merkmalen und Faktoren. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese sind zwar Ursachen f\u00fcr zeitweilige S\u00e4kularisierungs-Ereignisse(ihre Gegenpole aber auch f\u00fcr intensive Steigerung von Religiosit\u00e4t), f\u00fcr individuellen Glaubensverlust, f\u00fcr Ablehnung von Religion und Aufgabe religi\u00f6sen Verhaltens, aber sie ergeben erst im Zusammenspiel mit der kulturellen Systematisierung einer s\u00e4kularen Weltdeutung (der Konzeption des kleineren, daf\u00fcr aber von Menschen ohne Hilfe von \u00fcberirdischen Wesen alleine machbaren Gl\u00fccks in der <strong>Aufkl\u00e4rung,<\/strong> vielleicht gest\u00fctzt durch parallele Erfolge in Wissenschaft und Wirtschaft) die okzidentale Variante dauerhafter, nicht r\u00fcckholbarer S\u00e4kularisierung. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"> 2. a) S\u00e4kularisierung: Beschreibung, systematisch <\/h4>\n\n\n\n<p>Der Wandel von gelebter, verhaltenspr\u00e4gender Religion zu verhaltenspr\u00e4gender Weltlichkeit, also der Prozess der S\u00e4kularisierung, l\u00e4sst sich idealtypisch (d.h. auch: die verschiedenen Stufen der S\u00e4kularisierung ereignen sich sowohl gesellschaftlich als auch bei Individuen . sie k\u00f6nnen nebeneinander oder vermischt miteinander bestehen, sie sind schwer empirisch klar und eindeutig zu messen) zur ersten Orientierung folgenderma\u00dfen beschreiben(zu den Ursachen vgl. Kap. 2b, 2c und 3): Innerhalb der Religion entsteht das Bed\u00fcrfnis nach einer \u201e<strong>anderen Art der Religion<\/strong>\u201c, einer besseren. Das passiert neben den bei gesellschaftlich wichtigen Weltanschauungs-\/Sinnsystemen immer vorhandenen opportunistischen Verhaltensweisen, die Religion f\u00fcr die eigenen weltlichen Zwecke ausnutzen, deren Motivationen f\u00fcr scheinbar religi\u00f6ses Verhalten also extrinsisch sind (vgl. dazu auch das von einigen Aufkl\u00e4rern vertretene Konzept der \u201ereligion civile\u201c, -nach Rousseau beispielsweise nutzt man die Religion, an die man nicht glaubt, trotzdem zur Stabilisierung der gesellschaftlichen Ordnung). Die angestrebte andere Art der Religion soll mehr Weltzugewandtheit (Zuwendung zu den dort herrschenden Verhaltensweisen und Werten) und mehr \u201eMenschlichkeit\u201c im Sinne von H\u00f6herwertung nichtreligi\u00f6sen\/weltlichen Verhaltens enthalten. Zudem soll die <strong>Aufwertung<\/strong> sowohl der Kompetenz, Dominanz, Machtvollkommenheit und Selbsterl\u00f6sungsf\u00e4higkeit des Menschen als auch seiner aus sich selbst heraus autonom entwickelten Moralit\u00e4t in die Religion integriert werden und ihre neue Basis bilden. Der Mensch macht sich so seine eigene Moral und Religion \u2013 er stellt ihre Bestandteile aus dem vorhandenen Angebot an weltlichem Denken, an s\u00e4kularer Ideologie in freier Wahl und synkretistisch zusammen und kombiniert sie mit eigenen, der Welt nahen Ideen.. Die Religion wird \u2013 so meint er \u2013 dadurch verbessert, sie wird attraktiver f\u00fcr die Welt, sie wird welthaltiger; in Wirklichkeit wird sie damit gottferner und zur von der Welt <strong>abh\u00e4ngigen Religion<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Daneben wird die echte intrinsisch motivierte Religion als fundamentalistisch, bigott, illiberal und heuchlerisch d\u00e4monisiert und dagegen die liberale, individualistische, immerzu Neues anstrebende, sich wandelnde, pers\u00f6nliches Wachstum garantierende Religion voll Offenheit und Suche in Stellung gebracht. <\/p>\n\n\n\n<p>Dies passiert im Laufe der Geschichte immer mehr, da es immer mehr weltliche AlternativSinnsysteme gibt: zuerst die Aufkl\u00e4rung, dann Kommunismus\/Sozialismus, dann Nationalsozialismus, dann die heutigen, aus den 60erJahren stammenden \u201eneuen Werte\u201c(vgl. Anm. 6) und ganz von heute die postmoderne Ideologie des (Schein- )Pluralismus. Beispiele f\u00fcr die abh\u00e4ngige Religion sind: \u2013 die \u201eaufgekl\u00e4rte Religion\u201c(Deismus, Pantheismus, Religion und Gott in den Grenzen der Vernunft und Wissenschaft, vgl. dazu auch die historisch-kritische Methode in der Theologie, die als Axiom die Nichtanerkennung des \u00dcbernat\u00fcrlichen hat und dann logischerweise auch keine wirkliche Religion in der Bibel finden kann); das \u201esocial gospel\u201c , die religi\u00f6sen Sozialisten der Vorkriegszeit, die \u201eKirche im Sozialismus\u201c in der DDR, die \u201edeutschen Christen\u201c im 3.Reich, die feministische Theologie, die Theologie der Befreiung (Marxismus, sich als Theologie bezeichnend); die \u00f6kologistisch verzerrte Religion nur der Bewahrung der Sch\u00f6pfung(ohne den Auftrag, sie sich untertan zu machen zu ber\u00fccksichtigen); die Propagierung pluralistischer Beliebigkeit \u2013 alle Religionen sind wahr, es gibt eigentlich nur Meinungen, keine Wahrheit, Vielfalt und gegenseitige Bereicherung als Sinn der Religion(aber gleichzeitig vehementes Bestehen auf linkspolitischer Korrektheit). Das sind alles Varianten der Selbsts\u00e4kularisierung(s.u.), es sind zivilreligi\u00f6se Verzerrungen echter Religion, bei der diese neue Art von \u201eReligion\u201c ihre Inhalte aus weltlichen Ideologien bezieht und diese mit religi\u00f6sem Dekor verbr\u00e4mt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Teil dieser religionsinternen Entwicklungen ist die neu entstehende Attraktivit\u00e4t <strong>anderer Religionen <\/strong>\u2013 einmal, die erw\u00e4hnte Weltlichkeit (und deren Integration in die eigne Religion) gegen\u00fcber der eigenen, weltdistanzierten Religion zu rechtfertigen oder um durch synkretistische Integration fremdreligi\u00f6ser Elemente den eigenen Glauben zu verbessern, andererseits aber auch, um sich von der angestammten Religion ab- und einer anderen zuzuwenden (klassisches Beispiel: der im Westen aus eben diesen Gr\u00fcnden gegen\u00fcber seinem urspr\u00fcnglichen Inhalt stark verzerrt wahrgenommene Buddhismus \u2013 Zen-und andere Meditationen in christlichen Gemeinden, spirituelle Suche bei Bhagwan, Verehrung des Dalai Lama als Vorbild). <\/p>\n\n\n\n<p>Eine n\u00e4chste Stufe besteht in der Aufwertung religionsnahen Verhaltens \u2013 <strong>Magie<\/strong>(als Esoterik \u201eNew Age\u201c, Okkultismus, \u00fcbersinnliche Wahrnehmung\u2026) und <strong>Mystik <\/strong>werden interessant und als Versatzst\u00fccke in die neue Art von Religion eingebaut. <\/p>\n\n\n\n<p>Schon etwas weiter von der echten Religion entfernt ist die sog. <strong>s\u00e4kulare Ergriffenheit <\/strong>(Nebenformen: s\u00e4kulare Mystik\/Magie) (7), also die Heiligung und Verehrung des eigentlich Weltlichen, &#8211; Natur, Kunst, Mensch(heit), Nation\/Volk, Proletariat(Beispiel: die Verehrung der Natur in der \u00d6kobewegung- man kann eins werden mit der Natur, es gibt UmweltS\u00fcnden, Umwelt-Frevel, ein Umwelt-Gewissen, die Ehrfurcht vor der Natur\/dem Leben \u2013 statt vor Gott, es gibt Prophezeiungen der Apokalypse \u2013 durch die Zerst\u00f6rung der \u00dcberlebensgrundlagen, durch Klimawandel \u2013 und Forderungen nach Umkehr; alles die Anwendung religi\u00f6ser Begriffe auf Nichtreligi\u00f6ses). Diese s\u00e4kulare Ergriffenheit mischt sich oft mit weltlichen Ideologien, die in ihrer <strong>Verabsolutierung<\/strong> des erw\u00e4hnten Weltlichen (Mensch, Klasse, Rasse oder Natur) das diesseitige Heil, das gro\u00dfe Gl\u00fcck und Paradies, innerweltlich schaffen wollen(und\/oder den Untergang der Welt zu verhindern suchen), &#8211; durch kollektive menschliche Anstrengung. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese weltlichen Ideologien stellen auch die Situation des Menschen ohne Religion als befreiend dar, als wahres menschliches Sein, als richtiges Leben und denunzieren die Religion als entfremdenden Ungl\u00fccksbringer. Und sie bek\u00e4mpfen sie \u2013 geistig(sie ersetzen mittels Zwang religi\u00f6ses Wissen durch Ideologie), politisch (sie verhindern die Tradierung und Aus\u00fcbung der Religion) und mit Gewalt -sie t\u00f6ten aus antireligi\u00f6ser Gesinnung. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein etwas neueres \u2013 nicht ganz so aggressives Konzept ist der postmoderne Pluralismus (kombiniert mit dem Glauben an den Wohlfahrtsstaat, von dorther und auch aus sich selbst trotz Individualismus voller Gemeinschaftsrhetorik und \u2013zw\u00e4nge, echter Pluralismus w\u00fcrde ja jede Gemeinschaft sprengen, er und Staatsgl\u00e4ubigkeit passen nicht zusammen), die Vielfalt als Sinn \u2013 in sich widerspr\u00fcchlich (es gibt keine Wahrheit, so sagt man, nur Vielfalt, Meinungen und Toleranz, aber genau das ist eben wieder eine Wahrheit !) und auf dem Weg zur irrationalen Ideologie, die freiheitseinschr\u00e4nkende Tendenzen entwickelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Viele dieser gerade beschriebenen Teile des S\u00e4kularisierungsprozesses finden sich beim Verlauf der verschiedenen S\u00e4kularisierungssch\u00fcbe wieder, vor und in der Aufkl\u00e4rung, im Kommunismus und Nationalsozialismus, bei den 68ern bis heute). Mit der Erstarkung von s\u00e4kularen Ideologien \u2013 schon in der franz\u00f6sischen Revolution \u2013 verl\u00e4uft der S\u00e4kularisierungsprozess zum Teil anders: Aus\u00fcbung und Tradierung von Religion wird verhindert, die ersten Stufen werden \u00fcbersprungen, Religion wird schneller und direkter zur s\u00e4kularen Ergriffenheit bzw. verabsolutierenden Ideologie. Die S\u00e4kularisierung durch Aufkl\u00e4rung und die heutigen Zust\u00e4nde seit dem 68er-Schub \u00e4hneln sich dabei eher als die S\u00e4kularisierung durch Kommunisten und Nazis. <\/p>\n\n\n\n<p>Das nun durch all diese Bewegungen erreichte <strong>Leben ohne Religion<\/strong> ist m\u00f6glich , aber es ignoriert einen Teil dessen, was Menschsein ausmacht, ist also kein wirklich erf\u00fclltes Leben.<\/p>\n\n\n\n<p> Ein solches Leben kommt aber ziemlich selten vor: rein unreligi\u00f6se Gesellschaften existieren nicht, und auch unreligi\u00f6se Menschen leben in Gesellschaften, wo religi\u00f6ses Verhalten mindestens in Form von \u201ereligion light\u201c (vgl. die oben gezeigten Zwischenstufen zwischen Religion und S\u00e4kularit\u00e4t) existiert und eine Art Hintergrundabsicherung bietet, was Probleme von Tod, Verg\u00e4nglichkeit, Werte, Sinn und Welterkl\u00e4rung(die gro\u00dfen Fragen also), aber auch von sozialem Engagement, Hilfsverhalten oder Kriminalit\u00e4tsabsicherung betrifft. Au\u00dferdem haben alle Gesellschaften \u2013 auch wenn die Religion nicht mehr vital ist \u2013 doch von ihr gelegte und gepflegte Grundlagen \u2013 vor allem in allgemein anerkannten Werten, Sinndeutungen und Moral, die in nun s\u00e4kularer Weise weiter funktionieren (vgl. z.B. die Pr\u00e4gung von Rechtssystem und Rechtsbewusstsein durch die Zehn Gebote; oder den Habermas\u2019schen Gedanken, dass die Moderne auf religi\u00f6se Abst\u00fctzung angewiesen ist, da sie sich aus sich heraus nicht begr\u00fcnden oder stabilisieren kann; vgl. die Entwicklung der Menschenrechte auch aus der Religion). Zudem haben viele nichtreligi\u00f6se Gesellschaften und Individuen noch viel an religionsnahen Verhaltensweisen wie Esoterik, s\u00e4kulare Ergriffenheit, Magie, Mystik, Aberglauben usw. <\/p>\n\n\n\n<p>In unseren europ\u00e4ischen Gesellschaften ist Religion noch am Leben, auch wenn S\u00e4kularit\u00e4t oft vorherrscht. Und sie (in ihrer lebendigen Form, nicht als weltangepasste, sich selbst s\u00e4kularisierende Schwundform wie z.B. in Skandinavien, aber inzwischen auch in Mitteleuropa) hat auch &#8211; anders als in bestimmten stark s\u00e4kularisierten Gesellschaften wie der Tschechei oder Ostdeutschland &#8211; Chancen auf Wachstum, da existentielle Fragen noch gestellt werden(k\u00f6nnen), da Tradierung noch m\u00f6glich ist, da das weltliche System nichts weniger als perfekt funktioniert und das kleine Gl\u00fcck \u2013auch aufgrund wachsender Anspr\u00fcche \u2013nicht gen\u00fcgt, da auch religi\u00f6se Menschen einwandern, da sich das Bed\u00fcrfnis nach gro\u00dfem Gl\u00fcck(angesto\u00dfen durch ererbte Neigungen zur Religion) durch Vorhandensein von Vorbildern und erlebter Religion noch in religi\u00f6ser Form artikulieren kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings hat sie auch einen m\u00e4chtigen Gegner -die Kombination von Aufkl\u00e4rung mit linker, linksliberaler, auch pluralistisch-postmoderner s\u00e4kularer Ideologie(rechte Ideologien sind zur Zeit nicht en vogue), die Aufwertung menschlicher Macht und Moralautonomie &#8211; und allgemein den Fortschritt bei der Produktion von Gl\u00fccksg\u00fctern (der den Menschen \u2013 so scheint es &#8211; immer weniger von Gott abh\u00e4ngig macht, innerhalb dessen aber f\u00fcr den Einzelnen doch eine gro\u00dfe Menge an Nichtmachbarem existiert und dessen Erfolg die Anspr\u00fcche immer wieder ins weltlich Unerf\u00fcllbare wachsen l\u00e4sst), ein Fortschritt, der auf weltliche Art vieles an Gl\u00fccksg\u00fctern und Gl\u00fccksgef\u00fchlen zur Verf\u00fcgung stellen kann und der das Gl\u00fcck in seinem Sinne als eher kleines, aber vom Individuum und vor allem vom Wohlfahrtstaat machbares definiert(wogegen die Religion in diesem Kampf um die Deutung der Wirklichkeit gegen die widerspr\u00fcchliche Kombination von Staatsgl\u00e4ubigkeit und Pluralismus gerade die Nichtmachbarkeit des Gl\u00fccks , die Abh\u00e4ngigkeit des Menschen von Gott, aber auch seine Freiheit gegen\u00fcber dem Staat, die Schw\u00e4che und Kleinheit des Menschen und die Gr\u00f6\u00dfe des angezielten Gl\u00fccks betonen muss), der aber andererseits von der religi\u00f6sen Bew\u00e4ltigung gerade von ihm nicht zu beantwortender Fragen profitiert. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leben ganz ohne Religion<\/strong> (wieder idealtypisch beschrieben) funktioniert deshalb einigerma\u00dfen, weil Religion kein Monopol auf die Erzeugung von Gl\u00fccksg\u00fctern und Gl\u00fccksgef\u00fchlen hat (auch Wissenschaft, Vernunft oder Arbeit k\u00f6nnen das allein, aber in Zusammenarbeit mit Religion k\u00f6nnen sie es besser)sondern nur e i n Faktor unter vielen ist, die gl\u00fccksrelevant sind und die nicht von ihr erzeugt werden oder nicht besonders stark mit ihr zusammenh\u00e4ngen( Gesundheit, Freiheit, Lebensstandard, Besch\u00e4ftigung\/Arbeit, Bindungen an Partner, Freunde, Verwandte, teilweise erbliche Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften wie Extraversion, emotionale Stabilit\u00e4t, Agreeableness und Gewissenhaftigkeit f\u00fchren zu Gl\u00fccksgef\u00fchlen, die somit stark genetisch beeinflusst werden). \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Moral: prosoziales und antisoziales Verhalten(Altruismus\/Kriminalit\u00e4t) haben auch erbliche Anteile(neben ihrer Korrelation mit Religion), funktionieren also auch ohne Religion einigerma\u00dfen. Nichtreligi\u00f6se Menschen, die viele der erw\u00e4hnten Faktoren erleben , sind gl\u00fccklicher als religi\u00f6se, die weniger von diesen Faktoren erfahren,- aber h\u00e4tten die Nichtreligi\u00f6sen in ihrem Verhaltensrepertoire noch Religiosit\u00e4t, w\u00e4ren sie n o c h gl\u00fccklicher. Die weltliche Gesellschaft arbeitet daran,- sie versucht das Leben zu verbessernd(und vor allem auch das Denken zu ver\u00e4ndern hin zu Staatsgl\u00e4ubigkeit) in bezug auf Gesundheit, Lebensstandard, Gerechtigkeit, Absicherung gegen alle Arten von Krisen, was inzwischen aber wieder \u2013aufgrund des Bed\u00fcrfnisses nach gro\u00dfem Gl\u00fcck \u2013 zur Tendenz gef\u00fchrt hat, alles total und absolut perfekt abzusichern und \u00c4ngste vor allen m\u00f6glichen (auch Schein-)Risiken zu entwickeln. Bei altruistischem Verhalten versucht sie es mit Spa\u00df und ideologiegl\u00e4ubigem Engagement als Motivation, das aber schw\u00e4cher wirkt als die religi\u00f6se und wenn ihr mehr an Fortschritt in Wissenschaft, Medizin, Technik gelingt als der religi\u00f6sen, kann sie die Nachteile ihrer fehlenden Religiosit\u00e4t ausgleichen (bisher war das meines Wissens noch nicht der Fall). <\/p>\n\n\n\n<p>Auch ist das Bed\u00fcrfnis des Menschen nach koh\u00e4renter Weltanschauung unterschiedlich ausgepr\u00e4gt \u2013 vielen gen\u00fcgt eine gewisse Hintergrundsabsicherung und ihr kleines Gl\u00fcck, Wohlstand reicht, die Sinnfrage stellt sich nicht ( es hei\u00dft: das Leben hat den Sinn, den ich ihm gebe \u2013Dominanzglaube des Menschen; zu beachten ist auch die soziale Vermittlung: Dauer-Konsum und Dauer-Bespa\u00dfung durch die Unterhaltungsindustrie, Hetzen von event zu event und das Fehlen gr\u00f6\u00dferer Krisen halten von gr\u00fcndlicherem Nachdenken ab). Die Menschen brauchen hier keine widerspruchsfreie L\u00f6sung existentieller Fragen, kein gro\u00dfes Gl\u00fcck; locker zusammengef\u00fcgte Ideologeme, Pragmatismus , Toleranz und \u201cjedem seine Meinung\u201c oder Situationsethik reichen aus (das kritische, konsequente Denken entwickelt sich zur\u00fcck). Auch der <strong>Glaube<\/strong>, Wissenschaft, Vernunft und Religion widerspr\u00e4chen sich grunds\u00e4tzlich, hindert daran, zu erkennen, dass das rein weltliche System M\u00e4ngel hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Viele der erw\u00e4hnten Ideen sind intellektueller Selbstbetrug auf eher niedrigem Niveau &#8211; der vielbetonte weltanschauungsfreie Pragmatismus braucht auch Ziele und Werte, blo\u00dfes zielloses Wursteln gibt es kaum. Ebenso echter Pluralismus: wenn es blo\u00df Meinungen g\u00e4be, eine Vielfalt von gleich wahren Lebensentw\u00fcrfen, w\u00e4re planvolles Handeln unm\u00f6glich(im neuen System herrscht auch nicht wirklich Pluralismus: bestimmte Meinungen sind tabu, und der Zusammenhalt der Gemeinschaft oberstes Gebot). Lebenssinn kann nicht von m i r abh\u00e4ngen, er ist etwas Objektives, (wenn das Leben keinen Sinn hat, dann kann ich ihm auch keinen geben); Situationsethik hilft auch nicht weiter: die Situation kann niemals bestimmen, was gut ist. Wissenschaft und Vernunft k\u00f6nnen keine Werte erzeugen, keine Ziele setzen und auch die Welt nur dann \u201eerkl\u00e4ren\u201c, wenn man diese vorher auf wissenschaftlich Erkennbares reduziert und sowohl Komplexit\u00e4t als auch potentiell \u00dcbernat\u00fcrliches unter den Tisch fallen l\u00e4sst, den Horizont also stark beschr\u00e4nkt. <\/p>\n\n\n\n<p>Und so herrschen im weltlichen Bereich doch langfristig immer wieder Glaubenss\u00e4tze und Ideologien statt blo\u00dfe n\u00fcchtern-rationale pragmatische Alltagsbew\u00e4ltigung vor (geboren aus dem Bed\u00fcrfnis nach gro\u00dfem Gl\u00fcck )\u2013 harte Ideologien wie Kommunismus und Nazismus, oder weiche mit Verh\u00e4rtungstendenz wie linksliberaler Pluralismus, 68er\u2013Denken, Materialismus\/Wohlfahrtstaatsideologie\/Staatsgl\u00e4ubigkeit , Wissenschafts- und Fortschrittsglaube, Feminismus oder auch ethnisch-nationale Ideen, nicht aber wie oft erz\u00e4hlt reiner Individualismus, flexibler Pragmatismus, Toleranz, Autonomie und Offenheit oder gar reine Wissenschaft und Vernunft. Die Vielfalt wirklich individueller Weltanschauungen ist eben begrenzt. Die erw\u00e4hnten Ideologien k\u00f6nnen kurzfristig Funktionen der Religion wie Wertesetzung, Sinn- und Weltdeutung, Gl\u00fccksrelevanz zumindest subjektiv erf\u00fcllen &#8211; sie betonen andere Arten von Gl\u00fcck als Religion \u2013z.B. Geld, Dominanz\/Selbstwertgef\u00fchl\/Stolz, Konsum, Drogen oder Sex; Therapien, Pillen, Humor und Loslassen als L\u00f6sung psychischer Probleme statt Seelsorge oder Trost im Glauben; oder das Gl\u00fcck wird in die Zukunft verschoben durch Fortschrittsglauben; es gilt carpe diem oder Weiterleben in den eigenen Kindern\/in der Natur statt Leben nach dem Tode; man strebt nach Nachhaltigkeit und dauerhaftem \u00f6kologischen Gleichgewicht statt nach ewigem Leben; man feiert Winterfeste statt Weihnachten; Sport, Kultur und Musik f\u00f6rdern Fairness, Kreativit\u00e4t und soziales Engagement, Bildung f\u00fcr alle senkt Kriminalit\u00e4t,  <\/p>\n\n\n\n<p>Gesundheitsbewusstsein verbessert die Gesundheit \u2013 d.h. vieles, das die Religion bewirkt, wird, wenn auch wohl ungen\u00fcgend \u2013 durch nichtreligi\u00f6se Verhaltensweisen ersetzt(8). Der Nutzen von Religion bleibt mangels Kontakt mit ihr und Wissen \u00fcber sie unbekannt, die positiven Wirkungen von Religion \u2013s.u. \u2013 sind in der Wissenschaft und in der Bev\u00f6lkerung noch nicht einmal umstritten, man kennt sie n\u00e4mlich kaum. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotz allem entstehen jedoch langfristig immer wieder Probleme, die die Herrschaft der weltlichen Ideologien gef\u00e4hrden. <\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es freie Wissenschaft, dann werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die Verzerrungen der Wirklichkeit durch die Ideologien aufgedeckt oder Wissenschaft und damit Erkenntnis und Freiheit wird begrenzt (Anf\u00e4nge davon sind auch schon im heutigen Scheinpluralismus zu finden, der wertende Wissenschaft, Einheitsmeinung und Gemeinschaft verlangt), mit negativen Folgen, zu sehen an NS und Kommunismus). <\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es freien Gedankenaustausch und Religionsfreiheit, entstehen auch aufgrund der bei einigen Menschen angelegten st\u00e4rkeren Tendenz zur Religiosit\u00e4t auch hier wieder existentielle Fragen und Bed\u00fcrfnisse nach umfassendem Gl\u00fcck(auch aufgrund der Unzufriedenheit mit den M\u00e4ngeln der s\u00e4kularen Ideologien und deren Misserfolgen), die diese Menschen selbst im s\u00e4kularen Umfeld zur Religion hinf\u00fchren. Ist die S\u00e4kularisierung allerdings bis zu einem bestimmten Schwellenwert fortgeschritten, werden das Einzelf\u00e4lle bleiben, die Religion wird h\u00f6chstens stabil bleiben, aber nicht wachsen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen verabsolutierenden Versprechungen der Ideologien(die vor allem die Anspr\u00fcche aller steigern \u2013 vgl. das Ergebnis der Frauenemanzipation: weniger Lebenszufriedenheit bei den nun Emanzipierten) \u2013 Gleichheit und Gerechtigkeit f\u00fcr alle beispielsweise &#8211; treffen nicht ein, es beginnt die Suche nach Schuldigen, viele f\u00fchlen sich benachteiligt, als Opfer, betrogen usw.. Das Bed\u00fcrfnis nach gro\u00dfem Gl\u00fcck wurde geweckt, aber nicht befriedigt, es ist die Basis f\u00fcr die Existenz der Ideologie, aber auch ihr Verderben(und auch das des kleinen Gl\u00fccks, dessen Vorherrschaft es immer gef\u00e4hrdet), da sie es nicht erf\u00fcllen kann. Es ist immer latent vorhanden und manifestiert sich \u2013angesto\u00dfen durch Anspr\u00fcche, Erfolge, Versprechungen, Nachdenken und Reflexion \u2013 immer wieder neu. Materialismus wird zur Gier, Hedonismus zur Sucht, Stolz zur Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, Kinderliebe zur Unf\u00e4higkeit, mehr als eines aufzuziehen, Forderungen nach ewig gleichbleibender Umwelt und Natur zur Aufhebung der Verg\u00e4nglichkeit tauchen auf, Sachfragen werden moralisiert und verabsolutiert (Stuttgart 21), G\u00fcter- oder Werteabw\u00e4gungen k\u00f6nnen nicht mehr stattfinden, Forderungen nach absoluter Freiheit, totaler Sicherheit, v\u00f6lliger Gleichheit oder Bildung als L\u00f6sung aller , wirklich aller Probleme. erscheinen auf der Bildfl\u00e4che und \u00fcberfordern die Leistungsf\u00e4higkeit jeglicher Ideologie. <\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich kann man diese Probleme kleinreden(selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch in religi\u00f6sen Gesellschaften Probleme) und s\u00e4kulare Menschen tun das auch(oder sie verdr\u00e4ngen, resignieren- \u201eman muss eben zufrieden sein\u201c, \u201edie Zukunft wird besser\u201c, erleben sich als Opfer, suchen Schuldige oder konsumieren statt zu reflektieren). Oft kennen sie das, was sie ablehnen, die Religion, gar nicht, wissen nicht was sie vers\u00e4umen; andere scheinen einsichtiger, kommen aber zu keiner sinnvollen L\u00f6sung: das Leben ohne Religion ist schwierig, aber man muss es aushalten \u2013 eher schlecht gelaunt wie Freud oder in heroischer, eher schmerzlicher Auflehnung wie die Existenzialisten oder Nietzsche. Dazu kommt, dass die Menschen nicht zu wissen scheinen, was sie gl\u00fccklich macht \u2013 (vgl. die vielen Irrt\u00fcmer bei der Gl\u00fcckssuche \u2013 als kleines Beispiel die Tatsache, dass die meisten bei einer Gehaltserh\u00f6hung bereit sind zu pendeln, dass das Pendeln aber den positiven Gl\u00fcckseffekt des h\u00f6heren Gehalts in sein Gegenteil verkehrt; ein etwas bedeutenderer Fall ist der Feminismus, der viele \u201eFortschritte\u201c f\u00fcr die Frauen errungen hat und diese doch unzufriedener als zuvor zur\u00fcckl\u00e4sst; gro\u00dfe Beispiele f\u00fcr diese Unwissenheit sind die radikalen Versuche, irdisches Gl\u00fcck zu erzeugen im Kommunismus oder Nazismus, die mit Terror und Tod endeten). <\/p>\n\n\n\n<p>Empirisch (9) sieht man, dass s\u00e4kulare Menschen eben doch weniger Lebenszufriedenheit bzw. Gl\u00fccksgef\u00fchle haben , weniger Nachwuchs, weniger Altruismus und Hilfsverhalten, mehr kriminelles Verhalten und eine geringere Lebenserwartung. Diese Differenzen zwischen religi\u00f6sen und s\u00e4kularen Menschen sind in einigen L\u00e4ndern schwach ausgepr\u00e4gt(in Skandinavien als Gesamtheit; i n n e r h a l b der einzelnen L\u00e4nder, auch in Skandinavien &#8211; sind die Religi\u00f6sen aber meist deutlich besser dran), in andern gravierend (vgl. die Zeit der Nazis und Kommunisten; die Sch\u00e4den durch sie sind heute noch existent \u2013 in vielen durch sie beeinflussten L\u00e4ndern hat die Religion noch jetzt sehr negative Folgen zu ertragen, als Vergangenheitswirkung in der Ex-DDR, Tschechei, dem Baltikum und Bulgarien; aktuell heute in Nordkorea, China(10) Vietnam; dort geht es den S\u00e4kularen z.T. besser als den Religi\u00f6sen, weil diese verfolgt und benachteiligt wurden und werden). Die Menschen scheinen dort nicht mehr in der Lage, von einem Zustand, der der umfassenden Erf\u00fcllung menschlicher Bed\u00fcrfnisse nicht zutr\u00e4glich ist, zu einem bessern zur\u00fcckzufinden. Sie finden sich mit einem geringeren Niveau an Lebensqualit\u00e4t ab, sie verzichten auf H\u00f6heres.  <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2 b)S\u00e4kularisierung: Zusammenh\u00e4nge, empirisch <\/h4>\n\n\n\n<p>Die von den s\u00e4kular Gewordenen oder Werdenden angegebenen Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Abwendung von der Religion sind mit Vorsicht zu genie\u00dfen, weil die Mehrheit der Menschen dieselbe so negativ beschriebene Religion nicht so sieht und sie auch nicht aufgibt. Sowohl die Wahrheit der Religion als auch ihr Nutzen oder ihre Positivit\u00e4t werden bestritten \u2013 sie sei wissenschaftlich und philosophisch widerlegt, irrational und widerspr\u00fcchlich, sie verbiete alles Sch\u00f6ne, mache ihre Anh\u00e4nger und die Welt nicht besser, l\u00f6se keine Probleme, sondern f\u00fchre zu Heuchelei, Fremdbestimmung und Unfreiheit, Fanatismus und Intoleranz; religi\u00f6se Menschen seien macht- und geldgierig, unsozial und egoistisch, schuldbeladen und \u00e4ngstlich, Religion sei eine Illusion und Zwangsneurose. Diese religionskritischen Argumente k\u00f6nnen kaum als Ursache f\u00fcr die S\u00e4kularisierung angesehen werden(stimmten sie, d\u00fcrfte keiner mehr religi\u00f6s sein) \u2013 au\u00dfer der Behauptung, Religion nicht zu brauchen, Gl\u00fcck und Moral selbst entwickeln und erzeugen zu k\u00f6nnen. Wie erw\u00e4hnt, gibt es die M\u00f6glichkeit, ohne Religion zu leben, sie subjektiv also nicht zu \u201ebrauchen\u201c, allerdings mit einigen negativen Folgen, auch gab es bisher noch keine rein unreligi\u00f6se Gesellschaft, auch erreicht keine der st\u00e4rker s\u00e4kularen Gesellschaften Europas mehr die zum \u00dcberleben der Population notwendige Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau, konsequent durchgesetzte S\u00e4kularisierung weltweit w\u00fcrde also beim heutigen Stand des Verhaltens das Aussterben der Menschheit bedeuten. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier sollen deshalb zuerst einmal Korrelationen von Religion mit bestimmten Faktoren aufgezeigt werden, die individuell mit schw\u00e4cherem religi\u00f6sen Verhalten zusammenh\u00e4ngen, in der Umkehrung tragen diese Faktoren nat\u00fcrlich zur St\u00e4rkung der Religion bei (man findet z.B. dass M\u00e4nner sich eher von der Religion abwenden \u2013 womit klar ist, dass Frauen sich von ihr nicht ab-, sondern eher zuwenden). Solange die Faktoren in der Gesellschaft gleich verteilt sind, werden sich Religionsstabilit\u00e4t- und -abwendung die Waage halten. <\/p>\n\n\n\n<p>Gilt Religion als das kulturelle Sinnsystem, das den Rahmen des Denkbaren, Guten und Wahren in der Gesellschaft vorgibt, dann werden die erw\u00e4hnten Faktoren bzw. ihre jeweiligen Umkehrungen wohl einen Zustand erzeugen, bei dem die gro\u00dfe Mehrheit der Gesellschaft auf irgendeine Weise religi\u00f6s ist (ein kleiner Bereich tiefreligi\u00f6s, ein anderer eher schw\u00e4cher, unsicher im Glauben oder auch opportunistisch\/extrinsisch die Religion ausnutzend oder eine bequeme Wohlf\u00fchl-Religion praktizierend mit wenig Aufwand und m\u00f6glichst viel Ertrag- vgl. das Kirche \u2013Sekte-Modell der Soziologie) und eine kleine Minderheit religionsdistanziert lebt. S\u00e4kulare Entwicklungen werden von der im Denkrahmen als gl\u00fccksrelevant definierten Religion immer wieder zur\u00fcckgeholt; dabei wirken die Gegenpole der s\u00e4kularisierenden Faktoren, erbliche Anteile am religi\u00f6sen Verhalten und das von der Religion gebildete <strong>Milieu<\/strong>, das die religi\u00f6se Erziehung, soziale Verst\u00e4rkung und Kontrolle garantiert (idealtypisch: Familie, Freunde, peer group, Verwandte, Bildungsinstitutionen, Medien, Berufs- und Freizeitorganisationen Partei, Gewerkschaft , Gemeinde und der kulturelle \u00dcberbau der Gesellschaft vermitteln konsonant dieselben religi\u00f6sen Lerninhalte) so stark, dass s\u00e4kulare Tendenzen immer wieder verschwinden und Einzelf\u00e4lle bleiben. <\/p>\n\n\n\n<p>Erst die \u00c4nderung des<strong> Denk- und Verhaltensrahmens<\/strong> &#8211; s.u. 2c) \u2013f\u00fchrt zu einer Entwicklung, bei der die s\u00e4kularen Anteile in der Gesellschaft (und auch im individuellen Verhalten) mehr werden und bei der die bisher schon s\u00e4kularisierend wirkenden, aber immer zur\u00fcckgeholten Faktoren bei der S\u00e4kularisierung vorausgehen und sie antreiben. Das ist die Situation in der okzidentalen S\u00e4kularisierung. Solange der religi\u00f6se Rahmen als wahr gilt, f\u00fchrt auch Pluralismus, die Anwesenheit verschiedener Religionen, Denominationen oder Weltanschauungen nicht zur Schw\u00e4chung der Religion, sondern eher zu ihrer St\u00e4rkung: alle Denominationen konkurrieren, das beste religi\u00f6se Angebot zu machen (USA). Erst wenn Pluralismus als Ideologie gesehen wird und er den neuen Denkrahmen der Gesellschaft bildet, es nur noch um den Zusammenhalt der Gesellschaft geht, wenn \u201ebelonging\u201c vor \u201ebelieving\u201c rangiert, wirkt die Anwesenheit verschiedener Religionen oder Weltanschauungen s\u00e4kularisierend. Synkretismus \u2013 der Mensch stellt sich sein Weltanschauungssystem selbst zusammen als eine Mischung verschiedener weltlicher und religi\u00f6ser Wahrheiten, nun Meinungen genannt \u2013herrscht vor, Submissionsbindung an ein h\u00f6heres Wesen wird unm\u00f6glich. Bald darf es keine religi\u00f6se Wahrheit mehr geben, sondern nur noch eine Wahrheit der Diskurs- und Verhaltensregeln, die den absolut gesetzten Zusammenhalt der Gesellschaft sichern sollen: Toleranz, Respekt, Akzeptanz, Vielfalt, Flexibilit\u00e4t, Individualit\u00e4t und Multikulti werden zur neuen Wahrheit, (neben s\u00e4kularen Ideologien linksliberalen Zuschnitts, entwickelt aus den Werten der 68er-Bewegung ), die behauptet, es k\u00f6nne keine Wahrheit geben, die nun aber doch wieder absolut gelten soll. <\/p>\n\n\n\n<p>Bleiben die s\u00e4kularisierenden Faktoren innerhalb des religi\u00f6sen Rahmens, dann werden sie wie erw\u00e4hnt in ihrer Wirkung gebremst, aber sie werden nicht unwirksam, vielmehr ver\u00e4ndern sie des \u00f6fteren die Gestalt der Religion (s.u.). <\/p>\n\n\n\n<p>Doch nun zu den einzelnen Faktoren und ihren Zusammenh\u00e4ngen mit Religion. Zusammenhang bedeutet hier nicht, dass man sie als Ursachen verstehen kann &#8211; es sind vielmehr meist Korrelationen, die untersucht wurden. Es kann dann A die Ursache f\u00fcr B sein oder B die Ursache f\u00fcr A oder es kann beides gleichzeitig der Fall sein und es kann ein Drittfaktor sowohl A als auch B verursachen. Das muss jeweils gepr\u00fcft werden(s.u. z.B. der Faktor Mann \u2013 M\u00e4nner sind eher weniger religi\u00f6s und sie sind dominant und risikobereit, impulsiv und rebellisch \u2013 all diese Faktoren k\u00f6nnten also als Drittfaktor den Zusammenhang zwischen m\u00e4nnlichem Geschlecht und S\u00e4kularit\u00e4t erkl\u00e4ren). <\/p>\n\n\n\n<p>Negative Zusammenh\u00e4nge mit Religion also sind bekannt f\u00fcr folgende Faktoren: <strong>m\u00e4nnliches Geschlecht, Einkommen\/Verm\u00f6gen<\/strong> (wenig ausgepr\u00e4gt, unsicher, ob in anderen Epochen anders), <strong>Bildung(<\/strong>11), <strong>Lebenszyklu<\/strong>s (R\u00fcckgang der Religiosit\u00e4t ab der Pubert\u00e4t, Anstieg mit Familiengr\u00fcndung, im Alter eher h\u00f6here Fr\u00f6mmigkeit), <strong>Verst\u00e4dterung<\/strong> (der Zusammenhang ist nicht stark; wahrscheinlich ist der Faktor Stadt nur die Ansammlung vieler anderer Faktoren ohne spezifische Eigenwirkung oder die schon schwachreligi\u00f6sen ziehen eher in die  20 Stadt; vgl. aber auch: Landflucht vergr\u00f6\u00dfert die St\u00e4dte, die Versorgung mit Pfarrern sinkt und damit auch die Religiosit\u00e4t, allerdings bei Katholiken kaum; die Stadt senkt die soziale Kontrolle \u2013 Neuerungen k\u00f6nnen sich so besser etablieren), Kombination von Religion mit <strong>ethnischen\/nationalen Faktoren<\/strong> (die meisten Religionen sind auf Ethnien bezogen, vor allem Chinesen sind Konfuzianer und Taoisten, Juden sind auch ein Volk, Hindus vor allem Inder, fr\u00fche Religionen sind Stammesreligionen; vermutlich sind Neger religi\u00f6ser, Asiaten dagegen eher sprirituell\/mystisch orientiert oder nicht so religi\u00f6s; teilweise wird die Religion vom ethnischen Faktor st\u00e4rker beeinflusst als umgekehrt), <strong>negative Lebensereignisse<\/strong>(sie f\u00fchren wohl nur bei schon f\u00fcr S\u00e4kularisierung Anf\u00e4lligen zum Religionsverlust, f\u00fcr st\u00e4rker Religi\u00f6se ist gerade ihr Glaube die letzte rettende Zuflucht) oder die <strong>nicht intakte Familie<\/strong> als Tradierungsinstitution (Scheidung, uneheliches Kind, nicht-eheliche Partnerschaft, konfliktreiche Familienbeziehung, keine Kinder, Berufst\u00e4tigkeit der Frau, <strong>Heterogamie<\/strong> \u2013 verschieden starke Religiosit\u00e4t der Partner wirkt wie Pluralismus negativ; hier gibt es die Gefahr sich fortsetzender Wirkungen und reziproker Kausalit\u00e4t \u2013 z.B. Scheidung\/Heterogamie f\u00fchrt oft zu S\u00e4kularisierung und diese wieder zu Scheidung\/Heterogamie; Berufst\u00e4tigkeit f\u00fchrt zu weniger Kindern und diese zu Berufst\u00e4tigkeit und beide zu weniger Religiosit\u00e4t und umgekehrt; Heterogamie und Berufst\u00e4tigkeit f\u00fchrt zu Scheidung usw- und vieles wird auch in die n\u00e4chste Generation tradiert). <\/p>\n\n\n\n<p>Auch einige st\u00e4rker erbliche Verhaltensweisen beeinflussen die Menschen, so dass sie religi\u00f6ses Verhalten weniger annehmen: das Fehlen von absorption, <strong>F\u00e4higkeit, in Trance zu fallen, Suggestibilit\u00e4t, Hypnotisierbarkeit, fantasizing<\/strong> (12)und wohl auch die <strong>F\u00e4higkeit oder Neigung, Wesenhaftigkeit und Hinterwelt<\/strong> wahrzunehmen(alles Faktoren, die religi\u00f6se Erfahrung erm\u00f6glichen), Dominanzverhalten(Selbstaufwertung, Selbstwertgef\u00fchl, Kontrollglaube, Machbarkeitsbewusstsein, Autonomie, Rebellion, Ungehorsam, Protestneigung, hierher geh\u00f6rt wohl auch Opportunismus, die <strong>Nutzung<\/strong> der Religion f\u00fcr andere Bed\u00fcrfnisse wie Macht, wirtschaftliche Interessen, Erlebnis von Sch\u00f6nheit, Ritual, Gemeinschaft usw. und die <strong>Bequemlichkeit<\/strong> bei religi\u00f6sen Anforderungen- m\u00f6glichst wenig tun f\u00fcr den Erfolg; die Nutzung der religi\u00f6sen Wesen als soziale Werkzeuge \u2013 das sind Zeichen daf\u00fcr, dass sich der Mensch \u00fcber diese Wesen stellt, statt sich submissiv an sie zu binden) gegen\u00fcber der <strong>Submissionsbindung<\/strong>(Gehorsam, Unterordnung, Akzeptanz, Anpassung, Abh\u00e4ngigkeit), <strong>sichere<\/strong> gegen\u00fcber <strong>ambivalenter<\/strong>, vor allem aber <strong>vermeidender <\/strong>Art von <strong>Bindung(<\/strong>nach Bowlby).Dies sind Faktoren, die religi\u00f6ses Verhalten erleichtern; ein die Religion erschwerendes Problem besteht in der Nat\u00fcrlichkeit und <strong>Selbstverst\u00e4ndlichkeit sinnlicher (Vorder)Welt-Wahrnehmung<\/strong> und der \u00dcbernat\u00fcrlichkeit, \u00dcbersinnlichkeit und Au\u00dferordentlichkeit von Hinterwelts-Wesen \u2013 diese sind apriori erst einmal f\u00fcr das menschliche Erleben unwahrscheinlich, m\u00fcssen erst durch Deutung oder ver\u00e4nderte Bewusstseinszust\u00e4nde bewiesen werden, es liegt immer zuerst die (Vorder-)Weltlichkeit nahe \u2013 (s.u. Aufwertung der Welt in 3 ) und last but not least die Gegenpole zu den religionsst\u00e4rkenden Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften <strong>Agreeableness<\/strong> und <strong>Gewissenhaftigkeit<\/strong>(Impulsivit\u00e4t, Feindlichkeit, Misstrauen, auch Nonkonformismus, Kriminalit\u00e4t, Verantwortungslosigkeit, Unzuverl\u00e4ssigkeit; mangelnde Selbstkontrolle, fehlende Hilfsbereitschaft, Empathie und Anpassungsneigung) und das religionsschw\u00e4chende Pers\u00f6nlichkeitsmerkmal \u201esensation seeking\u201c(gepr\u00e4gt von Spannungsund Erlebnissuche, Risikoverhalten, Langeweileanf\u00e4lligkeit und Enthemmung). Konservatismus dagegen (negativ mit sensation seeking korreliert) ist eine ebenfalls genetisch mitbedingte Haltung, die positiv mit Religion zusammenh\u00e4ngt. <\/p>\n\n\n\n<p>In Gesellschaften mit religi\u00f6sem Rahmen wird die Religion durch diese Faktoren ver\u00e4ndert, aber kaum s\u00e4kularisiert (das folgende ist nat\u00fcrlich idealtypisch zu sehen) -die <strong>m\u00e4nnliche<\/strong> Form von Religion beinhaltet(die Gesellschaft pr\u00e4gend, wenn M\u00e4nner vorherrschen oder nur die M\u00e4nner pr\u00e4gend) z.B. Werkzeugverhalten oder ist k\u00e4mpferisch-autorit\u00e4r, protestierendrebellisch, politisierend, oder erfolgsorientiert strukturiert, <strong>feminisierte<\/strong> Religion dagegen betont Frieden, Harmonie, sozialer Zuwendung, Gehorsam, Unterordnung, Emotionalit\u00e4t, Klage und Opferhaltung. Die Religion der <strong>Gebildeten<\/strong> (13)ist gepr\u00e4gt von Streben nach Weisheit, Erleuchtung, Wissen, Innerlichkeit und\/oder steckt\u2013 wegen des Zusammenhangs von Bildung und Elitenposition (Macht und Reichtum) -auch wie die Religion der <strong>Reichen und M\u00e4chtigen <\/strong>voller Inhalte, die Herrschaft legitimieren, die Religion also ausnutzen (die Religion der Ungebildeten\/Armen und der aus diesen Schichten erwachsenden Intellektuellen wird jenseitigen Trost oder Protest und Rebellion gegen die etablierten Eliten formulieren und so ein gewisses Gleichgewicht gegen die Ausnutzung erhalten). <strong>Nationales<\/strong> pr\u00e4gt und \u00fcberformt die Religion(Russen gelten als orthodox gleich religi\u00f6s, auch wenn sie die Religion nicht praktizieren und umgekehrt kann ein Nichtrusse kaum Orthodoxer gleich Gl\u00e4ubiger sein(14)).Menschen mit schw\u00e4cherer <strong>Familienbindung <\/strong>und allgemein weniger<strong> sicherem Bindungsverhalten<\/strong> haben eine schw\u00e4chere Religion, tradieren sie weniger und erleben eine distanzierte Beziehung mit Gott(Deismus ist eher verbreitet).Fehlen genetische Voraussetzungen wie <strong>absorption<\/strong> oder <strong>fantasizing<\/strong> und <strong>Suggestibilit\u00e4t<\/strong> (au\u00dferdem hat die Sinnlichkeit der Vorderwelt ja prinzipiell erst einmal den Vorrang, das \u00dcbernat\u00fcrliche muss bewiesen werden) und gibt es viel an <strong>Dominanzverhalten<\/strong>, dann existieren in dieser Gesellschaft <strong>wenig religi\u00f6se Erfahrungen<\/strong>, die Vorderwelt dominiert, das \u00dcbernat\u00fcrliche ist erst einmal das Abweichende, die Religion wird eher vom Werkzeugverhalten beherrscht, von extrinsischer Orientierung, Machbarkeitsglaube und Synkretismus (statt im Gleichgewicht mit reassurance und Submissionsbindung zu stehen). Auch die Forderung nach Bequemlichkeit bei religi\u00f6sen Anforderungen- m\u00f6glichst wenig tun f\u00fcr den Erfolg, eine genaue Nutzenkalkulation \u2013also Egofixierung pr\u00e4gen diese Art von Religion(f\u00fcr echt Religi\u00f6se ist ihre Religion nicht anstrengend und l\u00e4stig, sondern eine Quelle der Freude): Ohne <strong>Agreeableness <\/strong>und <strong>Gewissenhaftigkeit<\/strong> wird die Religion fanatisch, feindlich und unempathisch, zuviel sensation seeking macht aus ihr eine leere oder enthemmte Spa\u00dfoder Eventreligion, fehlt Konservatismus, dann f\u00fchrt zuviel Offenheit und Neugier gegen\u00fcber weltlichen Ideen zur Lockerung der Bindung an Tradition und religi\u00f6se Inhalte. Bei Akzeptanz des religi\u00f6sen Rahmens werden diese Abweichungen immer wieder von ihren jeweiligen Gegenpolen korrigiert (Eliten und M\u00e4nner waren wohl in beiden Richtungen aktiv \u2013 als S\u00e4kularisierer, wenn sie weniger religi\u00f6sen Hintergrund haben und als R\u00fcckholer, wenn der Hintergrund st\u00e4rker religi\u00f6s ist) und in ihrer S\u00e4kularisierungswirkung aufgehoben. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2c) okzidentale S\u00e4kularisierung: <\/h4>\n\n\n\n<p>Erkl\u00e4rungen Die in 2b) erw\u00e4hnten, die Abwendung von der Religion verursachenden Faktoren werden, solange das <strong>kulturelle Sinn- bzw. Weltanschauungssystem, der kulturelle Denk- und Verhaltensrahmen<\/strong> sagt: Religion ist wahr und wichtig f\u00fcr alle, keine dauerhafte S\u00e4kularisierungswirkung haben. Einzelpersonen zweifeln, werden unreligi\u00f6s, beeinflussen auch andere \u2013 aber die Mehrheit steht dem entgegen, die Zweifel verringern sich wieder, wenn andere glauben, soziale Kontrolle pro Religion funktioniert. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem kam es in Europa \u2013 und bisher nur dort, aber ausstrahlend auf die ganze Welt &#8211; zur dauerhaften S\u00e4kularisierung. Es entstand ein neues kulturelles Sinn- bzw. Weltanschauungssystem, ein neuer Denk- und Verhaltensrahmen, der im <strong>Zusammenwirken <\/strong>mit den in 2b) gezeigten <strong>Faktoren<\/strong> langsam im Kampf gegen die Religion als Rahmen etabliert wurde und so die S\u00e4kularisierung auf Dauer stellte. Die Faktoren begannen schon zu wirken, als das Angebot des weltlichen Sinnsystems an Attraktivit\u00e4t gewann, sie waren wohl auch bei seiner Entwicklung \u2013s.u. 3 &#8211; beteiligt und sie st\u00e4rkten seine Attraktivit\u00e4t , konnten mit ihm zusammen sp\u00e4ter auch R\u00fcckholungen verhindern)und sich innerhalb von Gesellschaften und Gruppen <strong>verschieden stark<\/strong> (vgl. 3) durchsetzte(zu alternativen Erkl\u00e4rungen vgl 14)), beginnend bei den m\u00e4nnlichen Eliten, bei der Jugend, in nicht intakten Familien, in St\u00e4dten, Medien, Bildungs-und Wissenschaftsinstitutionen, religi\u00f6se Milieus aufl\u00f6send, getragen von den vielen \u201epassenden\u201c genetisch mitbedingten Verhaltensweisen und Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften, die in 2b gezeigt wurden, sp\u00e4ter verst\u00e4rkt und stabilisiert von wirtschaftlichen Interessen, Politik und Recht. Zu Anfang war dieser Rahmen noch mit Religion vermischt, wurde noch von ihr \u2013 sp\u00e4ter auch von Weltlichem(national-liberal, rechts-liberal, links-liberal) -gest\u00fctzt und profitierte noch von den durch die Religion erzeugten Hintergrundsabsicherungen, bald aber \u00fcbte er auch schon Zwang gegen\u00fcber religi\u00f6sem Verhalten aus (vgl. den \u201eaufgekl\u00e4rten Absolutismus oder die franz\u00f6sische Revolution). <\/p>\n\n\n\n<p>Gegen diesen Rahmen (der sich damals noch in der Etablierungsphase bzw. im Kampf mit der von der Romantik gest\u00e4rkten Religion befand), aber seine Weltlichkeit aufgreifend und radikalisierend , entstanden (trotz teilweise erfolgreicher R\u00fcckholung der Aufkl\u00e4rung im 19.Jahrhundert mit zeitweiliger Stabilisierung des Protestantismus und Wachstum des Katholizismus) zwei weitere weltliche Sinnsysteme, der <strong>Kommunismus<\/strong> und der <strong>Nationalsozialismus<\/strong> als menschliche Bem\u00fchung und gro\u00dfe Verhei\u00dfung, nun das gro\u00dfe Gl\u00fcck innerweltlich herzustellen. Sie bek\u00e4mpften die Religion noch weit st\u00e4rker, auch gewaltt\u00e4tig, und f\u00fcgten ihr viel gr\u00f6\u00dferen Schaden zu als die Aufkl\u00e4rung (sie allein h\u00e4tte die Stabilisierung der S\u00e4kularit\u00e4t wohl nicht geschafft &#8211; die von der Romantik vorbereitete R\u00fcckholung h\u00e4tte die Aufkl\u00e4rung sehr wohl aufhalten k\u00f6nnen, wie sie es im 19.Jahrhundert auch tat). Nachdem die eine der beiden Ideologien \u2013nach Millionen von Opfern \u2013 endlich besiegt werden konnte und sich als gef\u00e4hrlich und (auch aufgrund ihres umfassenden, aber unerf\u00fcllbaren Heilsangebots) ebenso auch als unf\u00e4hig erwiesen hatte, das versprochene gro\u00dfe Gl\u00fcck zu garantieren, gab es im Westen (nicht z.T. in ehemaligen Kolonien, nicht in Osteuropa und auch nicht in der 3. Welt\u2013 da herrschte noch die andere Ideologie, deren v\u00f6llige Diskreditierung erst 1989 geschah) in den 50er Jahren eine kurze Atempause im S\u00e4kularisierungsprozess, die Religion gewann in einzelnen L\u00e4ndern sogar wieder an Boden, weil sich die S\u00e4kularit\u00e4t in der einen Ideologie als ein gef\u00e4hrlicher Irrtum herausgestellt hatte und weil im Kalten Krieg die andere s\u00e4kulare Ideologie einged\u00e4mmt werden musste. Dann aber begann schon Anfang\/Mitte der 60er Jahre der n\u00e4chste S\u00e4kularisierungsschub (auch wieder mit gro\u00dfartigen Verhei\u00dfungen, als sei nichts gewesen), der bis heute andauert. In ihm verbinden sich linke weltliche Ideologie mit weltlicher Aufkl\u00e4rung, postmodernem weltlichen Denken und Glauben an den Wohlfahrtsstaat. In Verbindung mit der umfassenden Verbesserung der Lebensverh\u00e4ltnisse, der wissenschaftlich-medizinischtechnischen Bereitstellung von Gl\u00fccksg\u00fctern und Gl\u00fccksgef\u00fchlen verringerte und verringert sich bis heute so die Verhaltenswirksamkeit der Religion immer mehr(allerdings gab es diese Verbesserung auch schon Anfang des 20.Jahrhunderts oder 1945-1960 oder f\u00fcr Katholiken bis zum Konzil oder konservative Protestanten bis heute, ohne aber dort S\u00e4kularit\u00e4t zu bewirken, wichtig f\u00fcr S\u00e4kularit\u00e4t ist nicht die Wohlfahrt, sondern der Glaube an den sie erzeugenden weltlichen Staat). Die Religion hatte und hat also, nachdem die Aufkl\u00e4rung den Anfang gemacht hatte, viele und vehemente Gegner, sie pr\u00e4gt die Gesellschaft nicht mehr, sozialer Druck und soziale Kontrolle wirken eher gegen sie, ihr Milieu (das z.:B. noch bis in die 60er Jahre in den Niederlanden als \u201eVers\u00e4ulung\u201c das Leben beherrschte) hat sich aufgel\u00f6st, ihre Tradierungsf\u00e4higkeit ist gering, ihr Image schlecht, ihr Nutzen bleibt unerkannt. Wer wenig religi\u00f6ses Verhalten praktiziert, erlebt auch wenig Nutzen davon, auch bestreitet die \u00f6ffentliche Diskussion eher diesen Nutzen oder kennt ihn gar nicht(z.B. thematisiert in der demographischen Diskussion niemand , dass religi\u00f6se Menschen mehr Kinder haben) und schreibt der Religion negative Wirkungen zu; manche ihrer Wirkungen sind f\u00fcr den einzelnen nicht erlebbar(dass Religion Kriminalit\u00e4t hemmt, dass sie \u2013 allerdings nicht sehr viel \u2013 gl\u00fccklicher macht; &#8211; dass sie die Lebenserwartung steigert). <\/p>\n\n\n\n<p>Ohne die Aufkl\u00e4rung w\u00e4re das alles nicht m\u00f6glich gewesen. Es gibt kaum einen Denker der Aufkl\u00e4rung, der im objektiven Sinne religi\u00f6s gewesen w\u00e4re \u2013 die Spannweite reicht von Atheisten(Lamettrie, Holbach, Helvetius) \u00fcber Deisten(Descartes, Voltaire) zu denen, die Religion nur in den \u201eGrenzen der blo\u00dfen Vernunft\u201c zulassen oder als religion civile benutzen wollen, ohne an sie zu glauben(Kant, Rousseau). Die \u201e<strong>aufgekl\u00e4rte Religion<\/strong>\u201c ist in weiten Teilen s\u00e4kular: Moral und Machen ist wichtiger als Fr\u00f6mmigkeit(\u201cFr\u00f6mmler\u201c, Leute die auf Fr\u00f6mmigkeit wert legen, sind vielmehr verd\u00e4chtig und allermeist machtgierig, unmoralische Heuchler oder krank), Gott ist nicht majest\u00e4tisch gro\u00df und \u00fcbernat\u00fcrlich, sondern ein g\u00fctiger Onkel, der alles verzeiht oder der fern und distanziert gar nicht in die Welt eingreift, teilweise ist er auch gar keine Person mehr, sondern nur eine diffuse \u201eh\u00f6here Macht\u201c, mit der man keine Beziehung eingehen kann. Jesus ist ein Moral-Lehrer, nicht Gott; Wunder und \u00dcbernat\u00fcrliches sind inexistent(oder Betrug), die Welt \u2013 auch Gott und Religion &#8211; kann nur von Wissenschaft(aus der zweiten Art der Offenbarung, neben und \u00fcber der Bibel: der Natur) und Vernunft erkl\u00e4rt werden (vgl. damit die Pr\u00e4missen der historisch-kritischen Bibelauslegung, vorne gibt man den Atheismus, Vernunft und Wissenschaft als angeblich neutrale Basisannahmen ein und am Ende bekommt man \u00fcberraschenderweise S\u00e4kularit\u00e4t heraus). Der Mensch ist gut, kein S\u00fcnder, er kann und wird in Zukunft alles &#8211; auch die Moral \u2013lernen, Schuldgef\u00fchle, Beichte, Bu\u00dfe sind Tricks, mit denen die Kirche die Gl\u00e4ubigen unterdr\u00fcckt oder ihnen das Geld, auf das sie es abgesehen hat, aus der Tasche zieht, alles an der Religion muss verstehbar sein und vern\u00fcnftig. Vernunft-, Fortschritts- und Wissenschaftsglaube \u2013 wichtige Inhalte der Aufkl\u00e4rung &#8211; wirken s\u00e4kularisierend (Vernunft und Wissenschaft an sich aber gerade nicht \u2013(15)), der Glaube an die unendliche Perfektibilit\u00e4t des Menschen st\u00fctzt die Idee, dass die Zukunft paradiesisch sein wird, das ewige Leben gibt es zwar vielleicht noch, aber es verblasst gegen\u00fcber den irdischen Freuden. <\/p>\n\n\n\n<p>Der wichtigste Inhalt des aufkl\u00e4rerischen Denkens, der die S\u00e4kularisierung erst m\u00f6glich macht, wurde schon erw\u00e4hnt: Religion verhei\u00dft ein gro\u00dfes, ein umfassendes, intensives und dauerhaftes Gl\u00fcck, erreichbar durch eine Beziehung zu \u00fcberm\u00e4chtigen Hinterwelts-Wesen und deren (un)bewusste Beeinflussung durch Unterordnung oder Submissionsbindung, nicht durch eigenes Handeln allein. Die Aufkl\u00e4rung senkt nun den Gl\u00fccksanspruch, ihre Verhei\u00dfung ist nur ein \u201ekleines Gl\u00fcck\u201c(s.o. Einf\u00fchrung), das aber, gerade aufgrund seiner Begrenztheit, durch individuelles oder kollektives Handeln \u2013 durch Vernunft, Bildung, Wissenschaft, Technik, Politik (jetzt oder erst im Fortschritt, in der Zukunft) \u2013als rein menschlich(und als teilweise sogar recht bequem) <strong>machbar <\/strong>erscheint. Die Aufkl\u00e4rung beschr\u00e4nkt damit auch den Horizont f\u00fcr Denken und Verhalten, verhindert Tiefe und f\u00f6rdert Oberfl\u00e4chlichkeit. Tod, Verg\u00e4nglichkeit, ewiges Leben, mangelnde Intensit\u00e4t von Gl\u00fcck sind nun irrelevant, sind eben zu akzeptieren, weil nat\u00fcrlich; Nachdenken \u00fcber gro\u00dfes Gl\u00fcck ist sinnlos(au\u00dfer vielleicht mit Blick auf die mit den Augen des Fortschrittsglaubens gesehene lichte Zukunft). Heil gibt es nicht, zun\u00e4chst jedenfalls. Das Bed\u00fcrfnis nach gro\u00dfem Gl\u00fcck \u00e4u\u00dfert sich dann jedoch wie zu erwarten bald wieder: auf seiner Grundlage entstehen aus der Aufkl\u00e4rung die beiden oben erw\u00e4hnten Ideologien, die nun doch Heil und umfassendes Gl\u00fcck anbieten: allerdings innerweltlich, Fragen nach Tod und Verg\u00e4nglichkeit sind auch dort immer noch tabu. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Ideologien k\u00f6nnen die Aufkl\u00e4rung radikalisieren, weil die Machbarkeitsidee zu funktionieren scheint \u2013 in Teilen empirisch bewiesen durch den Fortschritt der Wissenschaft und die Verbesserung der Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr einige(allerdings mehr in der Wahrnehmung der Aufkl\u00e4rer und vor allem in ihrer optimistischen Zukunftsschau als real: die industrielle Revolution und der Kapitalismus bringen zun\u00e4chst wohl eher Verschlechterungen f\u00fcr viele mit sich; mit Religion als Rahmen w\u00e4re dieser Fortschritt wahrscheinlich ebensogut machbar gewesen) und weil man durch noch viel bessere, weil im Einklang mit der Entwicklung der Geschichte stehende (vgl. den dialektischer Materialismus bei Marx oder die Entwicklung hin zu einem Dritten Reich bei den Nazis) kollektive politische Machbarkeit das innerweltliche Paradiese schaffen wird, vor allem weil man auch die bisher daran hindernden Faktoren erkannt hat und nun gewaltsam beseitigen kann: die Bourgeoisie\/den Kapitalismus bzw. die Juden(die durch ihre zersetzenden Verhaltensweisen die arische Rasse und damit den kulturellen Fortschrittsbringer vernichten) und bei beiden Ideologien die Bek\u00e4mpfung und Ausschaltung des fortschritts- und gl\u00fcckshemmenden Faktors Religion. Dass viele Menschen diesen Wahngebilden folgten und f\u00fcr sie sogar mordeten, kann wohl nur mit ihrem Bed\u00fcrfnis nach gro\u00dfem Gl\u00fcck erkl\u00e4rt werden und der allgemeinen menschlichen Unf\u00e4higkeit, zu erkennen, was einen gl\u00fccklich macht. <\/p>\n\n\n\n<p>In der beschriebenen Aufkl\u00e4rungsideologie steckt (und wird in ihr im Lauf der Zeit, vor allem aber von den nachfolgenden Ideologien in Interaktion mit ihr bis heute immer mehr entfaltet)die Aufwertung von Mensch und Welt, Aufwertung seiner Macht und Kontrolle \u00fcber die Welt und sein Gl\u00fcck, sein Heil, steckt die Gewissheit, sich selbst erl\u00f6sen zu k\u00f6nnen und der Glaube, selbst autonom Gut und B\u00f6se festlegen und auch einhalten zu k\u00f6nnen,(wenn man nur gebildet genug ist und\/oder in der Zukunft). Darin steckt der <strong>neue Mensch<\/strong>, der v\u00f6llig anders ist als der bisherige alte, der sich nun aus seiner selbst verschuldeten Unm\u00fcndigkeit(in der ihn die Religion gefangen hielt)befreit hat. Das, was schon immer in ihm steckte \u2013 die Neigung zur Dominanz(mit all ihren Begleiterscheinungen \u2013 s.o.) wird nun ideologisch geadelt, als sein wahres Wesen \u201eentdeckt\u201c und der Religion entgegengehalten. Deren Rede von \u00dcbermenschlichem, \u00dcbernat\u00fcrlichem, \u00dcberweltlichem( das wichtiger und dauerhafter ist als die verg\u00e4ngliche Welt), von Gott und dessen \u00dcbermacht und der schlechthinnigen Abh\u00e4ngigkeit des Menschen von ihm, aber auch von der Kleinheit des Menschen, seiner Neigung zur S\u00fcnde und Bosheit, seiner Erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigkeit \u2013 diese Rede ist nun als interessengeleiteter Betrug enttarnt, es gilt \u201ecan do\u201c und \u201eyes,we can\u201c, \u201enichts ist unm\u00f6glich\u201c, Gott wird nicht mehr gebraucht. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Selbsts\u00e4kularisierung <\/h4>\n\n\n\n<p>S\u00e4kularisierung ist kein kontinuierlicher linearer Prozess, der alle Menschen, Konfessionen bzw. Denominationen, L\u00e4nder oder Regionen gleichstark beeinflusst(16), die Aufkl\u00e4rung und die weltlichen Ideologien verbreiten sich <strong>nicht \u00fcberall hin gleich stark und gleich schnell<\/strong>. Es gibt gro\u00dfe Differenzen \u2013 <strong>historisch<\/strong> (s.o. die R\u00fcckholung im 19.Jahrhundert, vor allem bei den Katholiken, Stabilisierung immerhin bei den Protestanten; etwas Erholung und Stabilisierung im Westen nach dem 2.Weltkrieg, dagegen in den 20er\/30er sowie vor allem in den 60erJahren starke S\u00e4kularisierungssch\u00fcbe), <strong>je nach Religion<\/strong> (Katholiken erweisen sich \u2013eine Zeitlang nach dem Tridentinum und bis zum 2.Vatikanum \u2013in Spanien, Polen und Irland auch noch l\u00e4nger danach &#8211; als resistent, dazwischen nicht; konservative Protestanten in den USA und den Niederlanden sind fast bis heute einigerma\u00dfen stabil geblieben(17)) oder<strong> je nach Region<\/strong> ( vgl. den S\u00fcden der USA, den \u201ebible belt\u201c , gegen\u00fcber dem europ\u00e4isch beeinflussten Osten und Westen; in Osteuropa gibt es in einigen Staaten \u2013Russland\/Ungarn, nicht Bulgarien oder Polen &#8211; nach langer S\u00e4kularisierungszeit ein wenig an Erholung, dagegen geht die S\u00e4kularisierung in Tschechien, Ostdeutschland, dem Baltikum und Skandinavien unvermindert weiter; schw\u00e4chere, aber ebenfalls sichtbare Effekte findet man bei der Differenz zwischen dem Norden und dem S\u00fcden Portugals und Spaniens, der Vendee in Frankreich schon vor der Revolution bis heute, im S\u00fcden Deutschlands gegen\u00fcber dem Norden und Osten \u2013mehr als 100 Jahre zur\u00fcck gehend; und noch kleinteiliger: der badische Kirchenbezirk Adelsheim Boxberg war und ist der Bezirk mit den meisten Kirchg\u00e4ngern). <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re S\u00e4kularisierung nur \u201cFremd\u201cs\u00e4kularisierung (also von au\u00dfen in die Religion eindringende Weltlichkeit, bei der die Menschen einfach von der \u00dcberlegenheit der weltlichen Ideologie \u00fcberzeugt werden, oder von au\u00dfen die Religion zerst\u00f6render Zwang) und w\u00e4re die Weltlichkeit der Religion einfach \u00fcberlegen, dann w\u00e4ren solche Differenzen nicht m\u00f6glich, alle w\u00e4ren bald \u00fcberzeugt oder w\u00fcrden sich aus Angst anpassen. Die St\u00e4rke des \u00e4u\u00dferen Zwangs kann auch kaum entscheidend sein \u2013 er war sicherlich in der DDR sehr hoch, aber in Polen oder der Sowjetunion nicht minder; er war in Skandinavien eher gering, er war und ist auch sicherlich nicht h\u00f6her gegen\u00fcber den liberalen Denominationen(eher umgekehrt, vor allem die Frommen sind die Gegner, die liberalen passen sich ja an) oder vor dem Konzil schw\u00e4cher und nach dem Konzil st\u00e4rker gegen\u00fcber den Katholiken, auch innerhalb von bestimmten L\u00e4ndern ist der S\u00e4kularisierungsdruck nicht verschieden stark je nach Religionsgemeinschaft, auch in L\u00e4ndern ohne staatlichen Druck gibt es Differenzen (USA\/Niederlande). <\/p>\n\n\n\n<p>Es muss also i n der Religion Kr\u00e4fte geben, die sich auch dieser kulturell angesto\u00dfenen S\u00e4kularisierung \u2013 zumindest zeitweise \u2013 erfolgreich entgegenstellen k\u00f6nnen oder umgekehrt auch solche, die sie bereitwillig aufnehmen(in all ihren einzelnen Stufen), ja sogar noch forcieren, die anf\u00e4llig sind f\u00fcr S\u00e4kulares, die <strong>Selbsts\u00e4kularisierung<\/strong> betreiben (die Religion sorgt hier selbst f\u00fcr ihre eigene Entmachtung(18)). Fremds\u00e4kularisierung ist ohne Selbsts\u00e4kularisierung (ohne durch sie geschaffene Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr S\u00e4kulares) nur begrenzt m\u00f6glich(fast nur durch Zwang, intakte Religion nimmt S\u00e4kulares nicht freiwillig an, kann davon kaum \u00fcberzeugt werden)\u2013 wer anf\u00e4llig ist, l\u00e4sst sich eher auf S\u00e4kularit\u00e4t ein, f\u00e4llt ihrem Einfluss eher zum Opfer. Das bei diesem Prozess agierende \u201eSelbst\u201c kann nun eine ganze Religion, eine Konfession, eine Denomination oder eine Teil-Gruppe(religi\u00f6s definiert z.B. Evangelikale, M\u00f6nche, Jesuiten, P\u00e4pste, religi\u00f6se Schulen oder Universit\u00e4ten, Theologen, Kirchentag, Diakonie, Gemeinden, Gemeindegruppen, Hauskreise oder letztlich religi\u00f6se Individuen) sein. Das ergibt einige begriffliche Probleme &#8211; vor allem sind Selbsts\u00e4kularisierer oft gleichzeitig f\u00fcr andere Fremds\u00e4kularisierer &#8211; f\u00fcr Evangelikale ist eine selbsts\u00e4kularisierende Landeskirche zuerst einmal eine fremds\u00e4kularisierende Bedrohung, die aber etwas andersgeartet ist als die gleichzeitigen Fremds\u00e4kularisierungsabsichten der der Welt, auch kann es passieren, dass die evangelikale Elite selbsts\u00e4kularisierendes Verhalten zeigt und damit ihre Basis fremds\u00e4kularisiert, wenn sie dieser s\u00e4kulare Ideen einreden oder aufzwingen will. Fremds\u00e4kularisierung ist also eher einreden oder aufzwingen von Weltlichem, Selbsts\u00e4kularisierung eher freiwilliges Akzeptieren und Weitergeben(einreden, aufzwingen) und das jeweilige Selbst muss, wenn man das Ganze untersuchen will, genau festgelegt werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konfession <\/strong>an sich kann f\u00fcr die erw\u00e4hnten Differenzen nicht die Ursache sein \u2013 vgl. das orthodoxe, sehr religi\u00f6se Rum\u00e4nien gegen\u00fcber dem ebenfalls orthodoxen, aber wenig religi\u00f6sen Nachbarland Bulgarien; vgl. die katholischen L\u00e4nder Frankreich\/Tschechei gegen\u00fcber dem katholischen Nachbarn Slowakei, Polen oder gegen\u00fcber Irland; vgl. das protestantische Ostdeutschland gegen\u00fcber den protestantischen USA oder Nordirland. Es muss also innerreligi\u00f6se Differenzen geben, die die Reaktionsweisen auf die S\u00e4kularisierung bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich eher <strong>resistenter<\/strong> mit eher <strong>nicht resistenten<\/strong> Gruppierungen(19)zeigt sich: die letzteren begr\u00fc\u00dfen s\u00e4kulare Ideen, nehmen alle oben beschriebenen weltlichen Inhalte(von \u201eanderer Art der Religion\u201c bis zu Verabsolutierung\/Leben ohne Religion\/mit weltlicher Ideologie) in sich auf, bef\u00fcrworten sie, erkl\u00e4ren sie gar zum Wesensmerkmal der Religion, kritisieren die echte Religion als illiberal, fundamentalistisch, Fr\u00f6mmlertum, bigott und heuchlerisch, s\u00e4en und legitimieren so Zweifel und deuten Religion um zu einem weltlichen Sinnsystem ohne viel Gottesbezug\/Fr\u00f6mmigkeit, aber mit viel weltlicher Moral und verbreiten dieses neue s\u00e4kulare Pseudo-Religionsgebilde nun inner- und au\u00dferhalb der Religion. Sie verstehen sich als religi\u00f6s, vertreten aber weltliche Werte und praktizieren weltliche Verhaltensweisen als wahre religi\u00f6se Werte und religi\u00f6se Verhaltensweisen, werten religi\u00f6ses Verhalten ab, leben es weniger (zu Beispielen f\u00fcr diese weltlich verdrehte Selbsts\u00e4kularisierungs\u201creligion\u201c vgl.(20)). Die andern dagegen grenzen sich explizit und bewusst ab von Welt und Weltlichem, \u00f6ffnen sich daf\u00fcr nicht, haben starken Glauben (lehnen Zweifel kategorisch ab) und intensive Fr\u00f6mmigkeitspraxis, sie haben mehr Nachwuchs, den sie auch meist erfolgreich religi\u00f6s erziehen, ihre Moral ist biblisch orientiert und nicht selbstgemacht. <\/p>\n\n\n\n<p>Modellhaft darstellbar \u2013<strong> als ein quasi-nat\u00fcrliches Experiment<\/strong> \u2013 ist die Selbsts\u00e4kularisierung anhand der Entwicklung der katholischen Kirche, die vor dem 2. Vatikanischen Konzil resistent (und antimodernistisch, weltdistanziert )war und sich dann der Welt gegen\u00fcber \u00f6ffnete, sie zu erobern , sie in sich aufzunehmen suchte \u2013 also mit der Selbsts\u00e4kularisierung begann \u2013 und danach stark an Glaubensintensit\u00e4t(Kirchgang, Glaube, katholische Moral, Priesterweihen, Fr\u00f6mmigkeitsverhalten \u2013alles sinkt rapide) verlor und bis heute verliert. Am besten beobachten l\u00e4sst sich das in den Niederlanden: dort \u00f6ffneten sich die Neocalvinisten zum selben Zeitpunkt gerade nicht der Welt \u2013 und verloren danach auch nicht an Religiosit\u00e4t(in Polen wurde das Konzil einfach ignoriert und die Religiosit\u00e4t sank w\u00e4hrend des Kommunismus kaum \u2013danach aber, mit der Befreiung und \u00d6ffnung hin zu Welt und Konzil, begann auch hier die S\u00e4kularisierung). <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberraschenderweise gibt es auch in der Politik solche Verl\u00e4ufe, wie<strong> Tocquevilles<\/strong> Analyse der franz\u00f6sischen Revolution (21)zeigt: erst die Legitimation der Forderungen des Volkes durch die Aristokratie(und deren Denker), erst deren Selbstkritik, Reformwille(dadurch bewirkte Anspruchssteigerung und dadurch verursachte erstmalige M\u00f6glichkeit, daran zu denken, das System sei ver\u00e4nderbar oder gar menschenfeindlich) und Selbst-delegitimation schufen die Voraussetzungen f\u00fcr 1789. Tocquevilles Schluss war: wer ein autokratisches System reformieren will, um an der Macht zu bleiben, der zeigt damit dessen Illegitimit\u00e4t an und zerst\u00f6rt es so(wie es auch Gorbatschov in der Sowjetunion mit seinen Reformen passierte). <\/p>\n\n\n\n<p>Fremds\u00e4kularisierung ist seit der Aufkl\u00e4rung nun immer vorhanden, als weltliche Ideologie in Auseinandersetzung mit mehr oder weniger Aggression gegen\u00fcber der Religion. (Fast) Nur bei Anf\u00e4lligkeit, geschaffen durch die Selbsts\u00e4kularisierung, passierte es aber, dass viele Menschen sich von ihrer Religion abwendeten. Religion hat es also selbst in der Hand, ob sie S\u00e4kularit\u00e4t aufnimmt oder nicht, sie kann sich erfolgreich wehren (vgl. auch die vielen R\u00fcckholungen in der Religionsgeschichte). Die Fremds\u00e4kularisierung hat alleine nur begrenzte Wirkung (sie mag kurzfristig attraktiv erscheinen, l\u00e4ngerfristig aber sieht man &#8211; vor allem als Mensch mit noch intakter Religiosit\u00e4t &#8211; deutlich ihre Unf\u00e4higkeit, die versprochenen Paradiese zu erschaffen und\/oder man wird von ihrem Terror abgeschreckt), es sei denn, sie ist \u2013 wie beim Kommunismus beispielsweise \u2013gewaltt\u00e4tig und erzwingt so den Traditionsabbruch(und senkt gar den Schwellenwert von Religiosit\u00e4t so weit, dass die Religion zur Schwundreligion wird, sich nicht mehr erholt und gerade mal auf niedrigem Niveau stabil bleibt), oder sie h\u00e4lt sich \u2013 trotz ihrer mangelnden Realit\u00e4tstauglichkeit \u2013 durch Waffen und Totalitarismus l\u00e4nger an der Macht, um viele Generationen zu beeinflussen. Doch auch dabei ist entscheidend, ob die Religion schwach ist und dazu noch die s\u00e4kulare Ideologie unterst\u00fctzt \u2013 wie in der DDR \u2013 oder stark ist und das nicht tut &#8211; \u2013 wie in Polen; vielleicht ist Kooperation mit Nationalismus hier auch noch von Belang; er war in der DDR durch den verlorenen Weltkrieg diskreditiert, in Polen, der Slowakei oder Rum\u00e4nien jedoch nicht, in der Tschechei aber auf der antikatholischen und damit mangels protestantischer Konkurrenz auch antireligi\u00f6sen Seite. Auch in den westlichen L\u00e4ndern des Wohlfahrtsstaats ist die Religion nicht mehr stark und unterscheidet sich in ihrem Programm kaum von diesem, kann also auch keine Alternativen zu ihm anbieten, s\u00e4kularisiert sich selbst und wird aber auch noch vom Staat fremds\u00e4kularisiert. Die Fremds\u00e4kularisierung hat hier \u2013neben den ideologischen Inhalten von 68 und postmodernem Pluralismus &#8211; noch echten Wohlstand, eine lange Friedenszeit, Gesundheit, Arbeit und hohe Sicherheit anzubieten(etwas, das die Aufkl\u00e4rung vor langer Zeit versprach, aber nicht einhalten konnte, etwas das auch die radikalen weltlichen Ideologien nie zustandebrachten) \u2013 Gl\u00fccksg\u00fcter, menschengemacht, die es der Religion &#8211; nat\u00fcrlich vor allem in ihrem jetzigen Zustand \u2013schwer machen, sich gegen die S\u00e4kularit\u00e4t zu behaupten. In den USA \u2013 mit vergleichbarem Wohlstand \u2013 geht das schon eher, die Wohlfahrtsstaatsideologie hat dort noch keinen rechten Fu\u00df gefasst und kann nicht fremds\u00e4kularisierend wirken, vielleicht auch aus der mangelnden Staatsgl\u00e4ubigkeit dort, die wohl auch aus der amerikanischen Spielart des individualistischen Protestantismus herr\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier und heute findet Selbsts\u00e4kularisierung statt- nat\u00fcrlich in allen Kirchen mehr oder weniger stark(vgl. (19)), leider aber nun auch schon bei den<strong> Evangelikalen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Angesehene Leitfiguren (der Allianzvorsitzende Diener) machen Werbung f\u00fcr einen Linksevangelikalismus, (f\u00fcr das Buch von Campolo\/Claiborne: Die Jesus-Revolution -mit der Berufung auf die Bibel -allerdings sehr ungenau \u2013 wird eine weltlich linke Polit-Agenda bef\u00fcrwortet und als evangelikal und letztlich Gottes Wort verkauft, die Schaffung des Reiches Gottes hier und jetzt, also innerweltlich \u2013 durch Politik, Sozialarbeit, \u00d6kologie ist das Ziel, Fr\u00f6mmigkeits\u00fcbungen und Bibelinterpretation sind weniger wichtig); \u00fcberzogene Selbstkritik h\u00e4uft sich(religi\u00f6se Erziehung unterscheidet sich kaum von religi\u00f6sem Missbrauch, dieser wird hochgespielt, so dass er als massenhaftes Ph\u00e4nomen erscheint \u2013 Giesekus); die postmoderne Religion gilt als die Religion der Zukunft, \u201eanything goes\u201c somit auch innerhalb der Religion (Giesekus); an evangelikalen Ausbildungsst\u00e4tten (Johanneum) wird unkritisch historisch-kritische Bibelauslegung gelehrt. Negativkritik an den Evangelikalen wird von ihnen selbst verbreitet, so als seien sie einseitige, dogmatische Leute, die nicht offen sind, denen es an Kritikf\u00e4higkeit fehlt, die Jesus nicht nachfolgen, die Bibel undifferenziert wahrnehmen(und deshalb auch nicht auf die Idee kommen, es k\u00f6nne mehrere gleichberechtigt wahre Auslegungen geben) und den Dialog verweigern(Diener, Giesekus); es ereignen sich Kooperation mit der weltlichsten Organisation der Kirchen, dem Kirchentag 2015 (und damit nat\u00fcrlich auch \u2013 trotz gegenteiliger Bekundungen \u2013f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit die Anerkennung von dessen Positionen) und inhaltliche Anpassung an die Wissenschaftsideologie des weltlichen Staats, um staatlich anerkannte Studienabschl\u00fcsse anbieten zu k\u00f6nnen(FTH Gie\u00dfen), Pluralismus als Denkrahmen (!) wird innerhalb des Evangelikalismus hoff\u00e4hig (Diener in seiner Homo-Schrift, in der oben angesprochenen Werbung f\u00fcr das Buch der amerikanischen Linksevangelikalen Campolo\/Claiborne); die Interpretation der eigentlich v\u00f6llig klaren Homosexualit\u00e4tsstellen in der Bibel ist nun weithin umstritten ; die Ausgrenzungs- und Isolationsfurcht oder das Karrierebed\u00fcrfnis f\u00fchrt zu nur noch leiser, nicht mehr entschiedener, eher unh\u00f6rbarer Kritik an h\u00e4retischen Aussagen der Kirchenleitungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Katholiken hat mit dem neuen Papst wieder eine neue Runde der Selbsts\u00e4kularisierung begonnen, nachdem seine beiden Vorg\u00e4nger versucht hatten, die Auswirkungen des Konzils \u2013 (an dem Benedikt selbst teilgenommen hatte, dessen negative Wirkung er aber schnell bemerkte) wieder zur\u00fcckzudrehen. Barmherzigkeit und Seelsorge wird f\u00fcr wichtiger erkl\u00e4rt als biblische Regeln und Inhalte(es soll nicht mehr ver-urteilt werden, es wird aber in der Folge auch nicht mehr beurteilt, was gut oder b\u00f6se ist), S\u00fcnde damit toleriert, alle sind ja nur noch Opfer der Umst\u00e4nde(oder von Krankheit, jedenfalls nicht mehr selbst verantwortlich und eigentlich gut), die man \u00e4ndern muss, daf\u00fcr aber werden Gegner dieses Kurses unbarmherzig des Amtes enthoben; es wird \u2013durch gelenkte Umfragen \u2013festgestellt, dass die Gl\u00e4ubigen sich anders verhalten, als es die Lehre fordert und gefolgert: um so schlimmer f\u00fcr die Lehre ! Der erste Versuch, die Lehre (zur Wiederverheiratung, zur Homosexualit\u00e4t )zu \u00e4ndern -nat\u00fcrlich in Richtung Anerkennung der weltlichen Ideen dar\u00fcber) &#8211; ist 2014 noch gescheitert- aber die Versuche gehen weiter. Der religi\u00f6se Dialog f\u00fchrt zur Religionsvermischung, wenn Papst Franziskus in Istanbul gen Mekka betet (!), die katholische Theologie scheint zur Theologie f\u00fcr die Armen geworden zu sein, allerdings nicht zu deren geistlichem, sondern zu ihrem materiellen Wohl. Und wie gewohnt gibt es auch \u00fcberzogene Negativkritik an Internem : Der Papst ergeht sich in Beschimpfungen der Priester, also der eigenen Leute, die ihm zu fromm sind und (deshalb) zu wenig in die Welt hinausgehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Lehrbeispiel der S\u00e4kularisierung ereignete sich beim Missbrauchsskandal: weltliche Medien \u00fcbertrieben die Fallzahlen ma\u00dflos(Fremds\u00e4k,)die Kirche geht das Problem nicht an der Wurzel \u2013 (zu viele homosexuelle Priester und 80% der Missbrauchten sind Jungs, eine offenkundige Abweichung vom Glauben \u2013 also Selbsts\u00e4k in der Kirche) an , die liberalen Katholiken(Selbsts\u00e4k) und die Weltlichen(Fremds\u00e4k) kritisieren unisono den Z\u00f6libat und das System der Kirche als die Ursache \u2013 das Ergebnis ist eine starke Zunahme von Kirchenaustritten(also S\u00e4kularisierung). <\/p>\n\n\n\n<p>Selbsts\u00e4kularisierung kann auf verschiedene Art passieren und wird von denen, die sie betreiben, <strong>nicht als solche wahrgenommen<\/strong>, oft wie im obigen, ideologisch verblendeten Sinne von au\u00dfen leicht zu sehen, aber auch oft im Moment des Handelns nicht so eindeutig und offensichtlich. Denominationen k\u00f6nnen anderen schaden (Religion schadet so der Religion) \u2013durch kurzsichtige Interessenvertretung: in Frankreich waren die Protestanten f\u00fcr die Revolution, die den Katholiken(die die Protestanten bis dahin unterdr\u00fcckt hatten) die Privilegien nahm, aber ihnen selbst dann auch! <\/p>\n\n\n\n<p>Oder: Katholiken als Einwanderer in die USA (gegen die protestantische Mehrheit), Neger, selbst sehr religi\u00f6se( wegen der Diskriminierung durch die Wei\u00dfen) und Protestanten im S\u00fcden der USA(wegen des B\u00fcrgerkriegs) stimmten und stimmen bei den Wahlen f\u00fcr die Demokraten, eine Partei, die eine eher s\u00e4kulare Agenda vertritt. Ebenfalls s\u00e4kularisierend kann die Legitimation s\u00e4kularer Obrigkeit durch Luther oder der durch die protestantische Ethik angesto\u00dfene \u201eGeist des Kapitalismus\u201c (falls die Weber-These denn wirklich zutrifft) gewirkt haben, beide enthalten jedoch keine direkte Bef\u00fcrwortung s\u00e4kularer Ideen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vieles an Selbsts\u00e4kularisierung wird einfach passiv, vertrauensselig und unkritisch \u00fcbernommen, ohne hinterfragt zu werden, wird den noch Gl\u00e4ubigen von den schon Anf\u00e4lligen und aktiv hin zur Selbsts\u00e4kularisierung missionierenden nahegebracht , eingeredet, als positiv vorgemacht,(die sich selbst T\u00e4uschenden t\u00e4uschen auch die, die ihnen vertrauen), was bei den ersteren <strong>Anf\u00e4lligkeit<\/strong> ausl\u00f6st. Vielleicht k\u00f6nnte man die Selbsts\u00e4kularisierer einteilen in <strong>aktive<\/strong>, sich das Weltliche suchende ( vermutlich wegen der Faktoren aus 2b) und es dann als Religion verbreitende und weitergebende und eher <strong>passive<\/strong>, abh\u00e4ngige, unkritische, vertrauensselige, nicht missionarisch gesinnte, eher Aufnehmende(auch wegen 2b)-Faktoren, aber vielleicht auch teilweise von deren Gegenpolen beeinflusst- Submission, Nicht-Elite-Status, Agreeableness, aber leider gegen\u00fcber den falschen pseudo-religi\u00f6sen Autorit\u00e4ten). Dies sind eher Vermutungen und Beobachtungen, leider gibt es dazu, da das Selbsts\u00e4kularisierungmodell ja neu ist, noch kaum verwendbare Forschung. <\/p>\n\n\n\n<p>Der weltliche Inhalt erscheint jedenfalls dem Anf\u00e4lligen und seinem eher passiven \u201eOpfer\u201c zum einen als eigentliche Religion(gegen\u00fcber den nichtweltlichen Werten und aufs \u00dcbernat\u00fcrliche bezogenen Verhaltensweisen) oder wird zum zweiten als zu ihr passend, in sie integrierbar, ihr nicht schadend empfunden(Fr\u00f6mmigkeit und Gottesbezug k\u00f6nnen hier zun\u00e4chst in Teilen unbeeinflusst bleiben) und da der religi\u00f6se Rahmen nicht mehr gilt, kann dies auch nicht mehr wie zuvor einfach mit Berufung auf diesen von anderen religi\u00f6sen Vertrauenspersonen zur\u00fcckgeholt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht jeder innerhalb der Religion unbewusst existierende falsche(nicht wirklich aus ihren heiligen Texten und Offenbarungen klar ableitbare) Inhalt wirkt auf die gleiche Weise verweltlichend: dazu muss er vielmehr einen bestimmten Bezug zu den verfolgten Zielen und Methoden bei der Erzeugung von Gl\u00fcck(weltlich, klein, teilweise bei bestimmten Ideologien auch gro\u00df, vor allem aber vom Menschen machbar) haben. Falsche Ableitungen aus der religi\u00f6sen Offenbarung wirken nicht s\u00e4kularisierend, sofern sie nicht vom Prinzip der Religion : Gl\u00fcck durch Hinterwelts-Wesen- abweichen; sofern sie also aus gl\u00e4ubiger Motivation stammen &#8211; vgl. die Idee eines biblischen Alkoholverbots \u2013lange von Puritanern geglaubt, nicht biblisch, aber auch nicht s\u00e4kularisierend wie auch die folgenden Beispiele: Ablehnung der Heidenmission (kurzzeitiger Irrtum einiger Apostel), Hexenverbrennung, Inquisition, Verfolgung der T\u00e4ufer, Mari\u00e4 unbefleckte Empf\u00e4ngnis und Himmelfahrt, Teile der Volksfr\u00f6mmigkeit, p\u00e4pstliche Unfehlbarkeit, orthodoxe Bilderverehrung usw -gegen\u00fcber Endzeitberechnungen, die der Mensch per eigene Vernunft und entgegen der biblischen Anweisungen macht: ihre Folge ist oft S\u00e4kularisierung bei entt\u00e4uschten Anh\u00e4ngern. Andere Beispiele w\u00e4ren: die Vorstellung, eine bestimmte Nation sei von Gott auserw\u00e4hlt \u2013 (bibelfremd, gl\u00fccksrelevant und beim Scheitern 1918 wohl mitverantwortlich f\u00fcr S\u00e4kularisierungseffekte); zuviel an Bu\u00dfverlangen und H\u00f6llenangst (erzeugt, da Gott nicht aufgebend, eher Depression oder Glaubensintensivierung als Abfall, w\u00e4hrend zu wenig davon, die Idee, Gott vergebe alles, ihn letztlich f\u00fcr irrelevant erkl\u00e4rt) oder Heilungsversprechungen, bei denen der Erfolg von Glaubensintensit\u00e4t, machbar durch menschliche Anstrengung, abh\u00e4ngig ist, Gott also \u2013 eine bibelferne Idee \u2013von Menschen gezwungen werden kann: -tritt doch keine Heilung ein, kann der Glaube durchaus verschwinden. <\/p>\n\n\n\n<p>Erst indem der Mensch sich \u2013 ob selbst bewusst und aktiv so denkend oder passiv, von andern dazu \u00fcberredet &#8211; \u00fcber die Bibel, \u00fcber Gottes Wort, letztlich \u00fcber Gottes Selbstdefinition und Offenbarung, stellt und sie beurteilt, sich aus dem religi\u00f6sen Angebot das heraussucht, was ihm gef\u00e4llt, statt sich von der <strong>Bibel<\/strong> beurteilen zu lassen(und sich damit der Offenbarung und letztlich Gott unterzuordnen) , beginnt er mit der Selbsts\u00e4kularisierung. Er bastelt sich seinen Gott und dann auch seine eigene Weltanschauung, seine Gl\u00fccks-Ziele (Passive tun das mit viel Hilfe und Einfluss anderer) ohne ihn. Das sind die ersten Schritte zur Trennung von ihm. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirkung kann den Menschen lange Zeit \u2013 auch vor sich selbst \u2013 verborgen sein oder erst in der n\u00e4chsten Generation st\u00e4rker einsetzen(abh\u00e4ngig auch von andern Faktoren: sind zentrale oder eher periphere Glaubensinhalte betroffen , existiert nur eine oder schon mehrere Abweichungen, funktioniert das logische Denken des Betreffenden stringent oder lax, Verst\u00e4rkung durch Vorbilder, Einfluss der Welt ) \u2013 z.B. indem man eine Mischehe eingeht(da man sie f\u00fcr ungef\u00e4hrlich h\u00e4lt), geschieden wird und damit die Scheidungsneigung und die S\u00e4kularit\u00e4t an die Kinder vererbt; indem man das Tischgebet bleiben l\u00e4sst(weil das auch die andern, die man kennt, nicht praktizieren) oder als Frau berufst\u00e4tig wird, Psychologie (oder Theologie an einer liberalen Universit\u00e4t ) studiert, sich der abh\u00e4ngigen Religion zuwendet, zuerst noch die Sch\u00f6pfung bewahren will, dann doch letztlich die Natur und das Leben verehrt statt Gott usw. \u2013 also immer mehr mit s\u00e4kularen Faktoren(s.o.) positiv in Beziehung kommt und das nicht als Religionsverlust bemerkt. Und was der eine noch an Komplexit\u00e4t in seinen Glauben integrieren kann, zerst\u00f6rt f\u00fcr den andern (oder bei dem, dem er es nahe bringt), schon die Stabilit\u00e4t seines Glaubens. Die Gabe der <strong>Geisterunterscheidung<\/strong> scheint wenig entwickelt zu sein, zudem gibt es in der Bibel wirklich sehr komplexe Wahrheiten, die auch unter frommen Christen umstritten sind und die die Abgrenzung gegen Weltliches ziemlich schwer machen, so dass immer wieder S\u00e4kulares (zuerst) von vielen unbemerkt in die Religion eindringen und mit ihr verwechselt werden kann \u2013Beispiele: biblische Option f\u00fcr die Armen ja, vielleicht, &#8211; aber nicht im materialistischen\/Marx\u2019schen Sinn, nicht durch menschliches Machen allein, nicht gottvergessene Horizontal\/Sozialreligion; \u201ebebauen und bewahren\u201c ja, aber nicht ohne \u201euntertan machen\u201c und vor allem nicht als nachhaltiges menschliches Machen ewiger Harmonie und nat\u00fcrliches dauerhaftes Gleichgewicht; Auf- und Annahme von Fremden ja, aber nicht pauschal und bedingungslos, sondern im Rahmen der eigenen Religion; Vergebung ja, aber nicht ohne Umkehr, nicht bedingungslos und ohne Gerechtigkeit(S\u00fcnde fordert keine Bu\u00dfe mehr, ist letztlich gleichg\u00fcltig); Gewissen ja, aber nicht v\u00f6llig individuell, ohne Glaubenspr\u00e4gung; das Reich Gottes kommt \u2013 ja, aber nicht durch die Perfektibilit\u00e4t und das Tun des Menschen allein; Barmherzigkeit ja, aber nicht zum Preis des Vergessens individueller Verantwortung, des Bewusstseins von S\u00fcnde und Bu\u00dfe, nicht mit der Vorstellung, der Mensch ist gut und nur ein Opfer oder gar krank; Gottes Verhalten widerspricht letztlich nicht der Vernunft ja, aber nicht: er ist berechenbar; Pazifismus Jesu vielleicht ja, aber nicht auf Kosten verfolgter Christenbr\u00fcder im Irak\u2026 <\/p>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe Rolle bei der schleichenden, unmerklichen Verbreitung der Selbsts\u00e4kularisierung spielt das gebildete religi\u00f6se Personal, um mit Max Weber zu sprechen, die<strong> religi\u00f6sen Virtuosen<\/strong> \u2013 Theologen, Pfarrer und Priester, kirchlich Aktive, Religionslehrer. Sie kennen viel mehr an Weltlichem und dessen neueste Entwicklungen und sie denken vor, sind religi\u00f6s legitimierte Autorit\u00e4ten, sie lehren und \u00fcberzeugen als Elite die Basis, -und sie sind erstaunlicherweise oft weltlicher gesinnt als diese \u2013 und das nicht nur heute, links, sondern auch in der NS-Zeit, rechts(22). Sie beeinflussen die noch Religi\u00f6sen mit ihrer autoritativen Religionskritik, lockern deren religi\u00f6se Bindung, st\u00fctzen die schon Liberaleren und st\u00fctzen auch die weltlichen Ideologien und Religionskritiker, gehen denen sogar oft voraus und werden oft selber unreligi\u00f6s (vgl. :Priester, die ihr Amt aufgaben, hatten schw\u00e4chere Religiosit\u00e4t bei Amtsaufgabe und vorher(23) All das ist wohl ein Effekt der oben geschilderten Situation: wenn gesellschaftlich ein neuer Denk- und Verhaltensrahmen eingef\u00fchrt wird, sind die Eliten vorne mit dabei \u2013 und nat\u00fcrlich die Institutionen, die sie ausbilden auch(so werden auch fromme Theologiestudenten durch das Theologiestudium selten fr\u00f6mmer, sondern von ihren Lehrern und der an der Uni vorherrschenden historischkritischen Methode fremds\u00e4kularisiert: Selbsts\u00e4kularisierung der Kirche durch Fremds\u00e4kularisierung ihres Personals durch schon selbsts\u00e4kularisiertes Personal). <\/p>\n\n\n\n<p>Was sind nun m\u00f6gliche <strong>Motive<\/strong> f\u00fcr die Selbsts\u00e4kularisierung (Aussagen dar\u00fcber zu treffen, was die wirklichen, wahren Motivationen eines Menschen oder gar einer Institution f\u00fcr ein bestimmtes Verhalten sind, ist ein sehr schwieriges Unterfangen und es liegen auch kaum Untersuchungen dazu vor, deshalb sollte man die folgenden Aussagen nicht als endg\u00fcltige ansehen, sondern als Versuche der &#8211; immerhin aber durch eigene Beobachtungen des Verhaltens und Wissen \u00fcber die selbst ge\u00e4u\u00dferten Beweggr\u00fcnde der Betroffenen &#8211; gut informierten Erkundung) ? <\/p>\n\n\n\n<p>Einmal nat\u00fcrlich \u2013 wie eben gezeigt \u2013 die Tatsache, dass man schon nicht mehr ganz religi\u00f6s ist und diese neue Art von \u201eReligiosit\u00e4t\u201c weiterverbreiten will (hier ist das Selbst, das sich unmerklich s\u00e4kularisiert, die Gruppe, in der das schon selbsts\u00e4kularisierte Individuum einen fremds\u00e4kularisierenden Einfluss aus\u00fcbt). <\/p>\n\n\n\n<p>Ist einmal der religi\u00f6se Halt verloren, kann auf die Dauer vieles immer weiter ins Rutschen kommen, das weltliche Sinnsystem l\u00e4sst die Welt attraktiver erscheinen, die Selbsts\u00e4kularisierung <strong>zeugt sich fort<\/strong>. Das kann als <strong>religi\u00f6se Motivation<\/strong> erscheinen: man hat ein Bewusstsein der Schuld, sich nicht genug um die Welt gek\u00fcmmert zu haben, nicht offen genug ihr und den Menschen gegen\u00fcber gewesen zu sein , zu wenig auf sie und ihre weltlichen Sorgen und Ansichten geh\u00f6rt zu haben und will das nun \u00e4ndern oder man ist neugierig auf die Welt, die attraktiv erscheint und deren Positivit\u00e4t von der alten Religion nicht wahrgenommen wird, wohl aber von der neuen \u2013man beginnt also, sich immer weiter hin zur Welt entwickeln, aus subjektiver \u201cReligions\u201czugewandtheit. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein eher pragmatisches Argument \u2013 auch subjektiv der Religion zugewandt, aber kurzsichtig und eher glaubensfern \u2013 ist die Sicherung ihrer Stellung , die religi\u00f6se Motivation zur Selbsterhaltung von Religion als Institution in Notsituationen, ohne auf Inhalte zu achten: vgl. die katholische Kirche im Dritten Reich und in der DDR \u2013 Selbsterhalt durch Unterordnung unter den Staat und gesellschaftliches Abtauchen, wo mehr an Widerstand n\u00f6tig gewesen w\u00e4re, auch um die eigenen Leute vor S\u00e4kularit\u00e4t zu sch\u00fctzen; vgl. auch die heutige Zusammenarbeit der Religionen(und ihre Kooperation mit dem Staat), um sich im weltlichen System zu behaupten: wenn sie um den Preis der Einigung auf der Basis weltlicher Vorgaben geschieht, schadet sie allen Religionen, sie sind dann \u2013 um Kant abzuwandeln \u2013 Religion in den Grenzen der Weltlichkeit(vgl. K\u00fcngs Weltethosprojekt, das die Unterschiede in Moralfragen einebnen und die Fr\u00f6mmigkeitsdifferenzen und Glaubensinhalte gar ganz ignorieren muss, um zur Einigung zu kommen, die hier nicht etwa durch g\u00f6ttliche Offenbarung geschaffen wird, sondern durch menschliche weltliche Vernunft, die entscheidet, was als Ethos zu gelten hat) und auch ihr Wettbewerb untereinander w\u00fcrde bei dieser Zielsetzung nur hin zu mehr S\u00e4kularit\u00e4t f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Kooperation mit halb s\u00e4kularen, aber auch halb konservativen rechten Regimen gegen noch s\u00e4kularere linke (S\u00fcdamerika, europ\u00e4ischer Faschismus in Portugal, Spanien, \u00d6sterreich) wirkte empirisch nicht so sehr s\u00e4kularisierend, konservatives oder nationales schw\u00e4cht die Religion nicht immer(der Protestantismus, der sich in Deutschland mit den Nazis gegen die noch radikaler s\u00e4kularen Bolschewiki verb\u00fcndete, hatte sich allerdings mit seinem eigenen Totengr\u00e4ber verb\u00fcndet). <\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4dlich ist auch, &#8211; wie viele \u00d6kumene-Versuche zeigen -wenn die Zusammenarbeit jegliches Profil verhindert, auf dem kleinsten Nenner basiert, die Einigung also bedeutet, Glaubensaussagen abzuschw\u00e4chen oder fallenzulassen, um den andern nicht zu provozieren, Einheit also \u2013 wie im heutigen Scheinpluralismus(der dauernd die Gleichwertigkeit von Meinungen betont, aber im Widerspruch dazu alle angeblich gemeinschaftssch\u00e4dlichen Meinungen unterdr\u00fcckt) &#8211; \u00fcber Wahrheit triumphiert. Der <strong>religi\u00f6s gen\u00e4hrte<\/strong> Wunsch, alle Religionen oder Denominationen m\u00f6gen sich doch einigen, m\u00f6gen doch ein einziges Evangelium verk\u00fcnden, da es eigentlich ja auch nur ein einziges Evangelium geben kann, ist verst\u00e4ndlich, hat aber seine Grenze bei der Wahrheitsfrage, die Versuchung ist sehr gro\u00df, Einheit \u00fcber Wahrheit zu setzen (z.B. wenn man sieht, dass man als geeinte Religion nat\u00fcrlich gegen\u00fcber der Welt weit schlagkr\u00e4ftiger w\u00e4re). <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Irrt\u00fcmer und schlechte Theologie -motiviert vom verst\u00e4ndlichen Bed\u00fcrfnis nach <strong>Beweisbarkeit<\/strong> von Religion(vielleicht nicht einmal f\u00fcr einen selbst \u2013 dann w\u00e4re es ja unsicherer Glaube-, sondern f\u00fcr die Anh\u00e4nger, die man in ihrem Glauben abst\u00fctzen will, wieder also ein religi\u00f6ses Motiv) und ihrer Absicherung gegen wissenschaftliche Kritik &#8211; kommen als Selbsts\u00e4kularisierung vor: das 18.Jahrhundert integrierte die Naturwissenschaft in die Religion durch die Physikotheologie (alles in der Sch\u00f6pfung ist vern\u00fcnftig und gut, von Gott so gewollt, hat einen Sinn, den die Wissenschaft findet und beweist die Existenz Gottes \u2013 man hatte dabei nur den Fluch vergessen, den Gott \u00fcber seine Sch\u00f6pfung ausgesprochen hatte, die konnte also eigentlich nicht optimal funktionieren), erlitt damit aber \u2013immerhin erst nach einer l\u00e4ngeren Zeit -Schiffbruch, als sich die physikotheologischen Annahmen (z.B. wegen Naturkatastrophen, die keinen positiven Sinn ergaben und wegen Kants Widerlegung der Gottesbeweise) nicht mehr halten lie\u00dfen. Das Ergebnis und schon die falsche Basis f\u00fcr diese Idee war: Gott war und wurde von Vernunft und Wissenschaft und ihren Ergebnissen abh\u00e4ngig, er existierte nun nur noch in deren Grenzen, die Wissenschaft und Philosophie wurde aufgewertet, Gott aber, der Gott der Philosophen, war \u2013 zumindest f\u00fcr einige \u2013 gescheitert. <\/p>\n\n\n\n<p>Scheinbar( und subjektiv durchaus so empfunden und motiviert) religi\u00f6s ist die \u00dcbernahme der Prophetenrolle, formale Religion also, aber mit weltlichem, scheinreligi\u00f6sem Inhalt \u2013 was aber nur funktionieren kann, wenn schon etwas Weltlichkeit existiert, sonst w\u00fcrden die Betreffenden sofort bemerken, dass die Prophezeiungen nicht wirklich religi\u00f6ser Natur sind. Katholische, auch \u00f6ffentlich ge\u00e4u\u00dferte Motivationen f\u00fcr die \u00d6ffnung im 2. Vatikanischen Konzil gab es vielerlei \u2013 beispielsweise das Bewusstsein, sich trotz der Feindlichkeit der Welt behauptet zu haben und nun <strong>stark genug<\/strong> zu sein, die Welt zu erobern, zu missionieren -eine <strong>religi\u00f6se Motivation<\/strong>, aber gemischt mit einer weltlichen, aus Hybris und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung geborenen. Die Deutschen Christen wollten dasselbe -auch der Welt, dem Volk nahe kommen und es missionieren, hatten also auch eine religi\u00f6se Motivation, aber eher aus Schw\u00e4che oder Demut\/<strong>Schuldbewusstsein<\/strong>, sie hatten den Kontakt zum Volk verloren und suchten ihn nun \u2013leider \u00fcbernahmen sie dabei die v\u00f6lkisch-nationalistische Volksdefinition, integrierten also V\u00f6lkisches in die Religion statt Religion zum Volk zu bringen. \u00c4hnlich funktioniert das heutige objektiv halbs\u00e4kulare, aber subjektiv f\u00fcr fromm gehaltene katholische und protestantische Argument: die Welt ist weggedriftet, <strong>Anpassung<\/strong> an die neue s\u00e4kulare Zeit ist n\u00f6tig, um die Religion relevant zu machen, lebensf\u00e4hig zu halten, man muss nah an den Bed\u00fcrfnissen der Menschen zu sein, ihnen nachgehen \u2013 so integriert man auch aus missionarischer Motivation Weltliches in die Religion. Abgeschw\u00e4cht \u00e4hnlich(aber nicht mit der Idee, sich an Zeitgeist und Menschengeist anpassen zu m\u00fcssen) ist die Idee, man m\u00fcsse die Welt, um sie f\u00fcr die Religion zu gewinnen, in ihrer Sprache und Form ansprechen, sie abholen, sich weltlich geben, es aber nicht sein \u2013 was schwer zu bewerkstelligen ist, aber vielleicht in einigen F\u00e4llen gelingen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere katholische (und <strong>religi\u00f6se) Motivation <\/strong>f\u00fcr das Konzil bestand darin, den stark rituellen katholischen <strong>Glauben<\/strong>(mit der Gefahr des leeren Rituals) auf protestantische Art zu verinnerlichen und so zu <strong>st\u00e4rken<\/strong>, was zur Abschaffung vieler haltgebender liturgischer Formen f\u00fchrte, ohne daf\u00fcr Ersatz durch innerliche Bindung zu bieten: die Schw\u00e4chung des Katholizismus ergab sich dadurch, dass man nicht einen klaren Bibelglauben, sondern einen aufgekl\u00e4rten Glauben als Basis f\u00fcr die innerliche Bindung vorgab(24), eine richtige Idee, aus schon ziemlich s\u00e4kularen Gr\u00fcnden falsch ausgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch eine andere Methode der religi\u00f6sen Reform, die als <strong>Befreiung<\/strong> und <strong>St\u00e4rkung<\/strong> gedacht war, f\u00fchrte zur S\u00e4kularit\u00e4t: die kirchliche Hierarchie gab Nonnen vor, nun selber zu denken, alles in Frage zu stellen (\u00e4hnlich wirkt auch die von vielen Wissenschaftlern als die beste ,weil angeblich vorurteilsfreie Form der Religiosit\u00e4t beschriebene <strong>Quest<\/strong>-Religion: sie will Wachstum, reife, offene bessere Religiosit\u00e4t, betont dabei aber die positive Rolle von Zweifel; empirisch h\u00e4ngt sie und der von ihr hochgehaltene Zweifel eher mit negativen Gef\u00fchlen und Religionsverlust zusammen), nicht mehr wie bisher zu gehorchen(au\u00dfer nat\u00fcrlich diesem Denkgebot !), sich dabei aber an der Welt auszurichten \u2013 in der Erwartung, die Nonnen w\u00fcrden sich nun aus freiem Willen &#8211; nicht von andern abh\u00e4ngig wie zuvor -f\u00fcr ihre Religion entscheiden und die freie Entscheidung w\u00fcrde die Intensit\u00e4t ihres Glaubens erh\u00f6hen \u2013 was nat\u00fcrlich ein Irrtum war. Denn viele Nonnen richteten sich eben an der Welt aus und wurden s\u00e4kular, man zerst\u00f6rte so das alte Ordenslebens, ersetzte es aber nicht durch ein neues. Die Verwendung protestantischer Rezepte h\u00e4tte gelingen k\u00f6nnen, wenn man nicht die Welt, sondern die Bibel oder den Glauben als Ziel genommen h\u00e4tte(25)- wieder eine richtige Idee, wieder aus schon ziemlich s\u00e4kularen Gr\u00fcnden falsch ausgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht religi\u00f6s motiviert, sondern eher schon weltlich (und auch psychologisch von mangelndem Selbstwertgef\u00fchl einer ganzen Religion her)begr\u00fcndet war die Konzilsidee, dass die katholischen <strong>Nachteile<\/strong> bei bestimmten Gl\u00fccksg\u00fctern wie Bildung, Einkommen, sozialem Status, Elitenteilnahme ausgeglichen werden sollten durch Teilhabe an der Welt, um so weltlich definiertes Gl\u00fcck statt geistlich definiertes zu erreichen(in den USA ist das bis dato gelungen, Katholiken haben denselben Lebensstandard wie Protestanten, aber ihre Religiosit\u00e4t hat sich ungef\u00e4hr halbiert !). Diese Motivation d\u00fcrfte auch bei vielen anderen Selbsts\u00e4kularisierungsabl\u00e4ufen vorhanden gewesen sein \u2013 man will mitspielen, nicht ausgegrenzt, nicht isoliert sein, anerkannt, nicht einer verachteten, diskriminierten Minderheit angeh\u00f6ren, man will in Harmonie mit der Welt leben und m\u00f6glichst dominant, (einfluss)reich und wichtig innerhalb der weltlichen Gemeinschaft \u2013 nicht mehr innerhalb der religi\u00f6sen \u2013 sein, deren Zuwendung ist wichtiger geworden, belonging siegt \u00fcber believing. Andere menschliche Ur-Bed\u00fcrfnisse , die Motivation f\u00fcr Selbsts\u00e4kularisierung geben, sind Sicherheits-und Genussbed\u00fcrfnisse. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt nun also verschiedene Motivgruppen f\u00fcr Selbsts\u00e4kularisierung \u2013 <\/p>\n\n\n\n<p>a) allgemeine menschliche Bed\u00fcrfnisse wie die Vermeidung von Ausgrenzung und Isolation, <\/p>\n\n\n\n<p>b) die bekannten Faktoren aus 2b), die bei Vorhandensein eines weltlichen Sinnsystems als etabliertem oder sich etablierenden Rahmen beginnen, s\u00e4kularisierend zu wirken, indem sie die eigentlich religi\u00f6sen Motivationen auf das Weltliche hin ausrichten\/sie mit diesem vermischen, seine Abgrenzung dagegen aufheben. Sie k\u00f6nnen das nur in Interaktion mit dem weltlichen Rahmen \u2013 die oben gezeigten Beispiele beginnen wohl mit einer religi\u00f6sen Motivation(vielleicht auch schon mit einer aus weltlichen Vorstellungen und religi\u00f6sen gemischten), die aber durch bestimmte Faktoren an weltliche Ziele oder Vorstellungen angekoppelt wird . So wird aus dem, was eigentlich eine religi\u00f6se Motivation war, eine selbsts\u00e4kularisierende. Ist das weltliche System noch nicht etabliert bzw. seine Etablierung noch unwahrscheinlich, dann k\u00f6nnen sich die Gegenpole der Faktoren noch an der Religion ausrichten und zusammen mit ihr R\u00fcckholung erm\u00f6glichen; vgl.: jede Religion hat ihre Religionsbenutzer\/ihr Werkzeugverhalten \u2013 Opportunisten praktizieren sie, um weltliche Bed\u00fcrfnisse nach Macht, Geld, Gemeinschaft, \u00c4sthetik zu erf\u00fcllen. Dies f\u00fchrt aber nur in Interaktion mit weltlichen Ideen bei weltlichem Rahmen zur Selbsts\u00e4kularisierung, andernfalls \u2013 bei religi\u00f6sem Rahmen -werden sie von reassurance-Bed\u00fcrfnissen, Submissionsgef\u00fchlen, von intrinsisch gelebter Religion zur\u00fcckgeholt (auch erscheint es den Opportunisen logisch, nicht das zu zerst\u00f6ren, das man ausnutzen will) und <\/p>\n\n\n\n<p>c)spezifisch religi\u00f6se Faktoren, wie die eben geschilderten, die die Differenzen der Anf\u00e4lligkeit einzelner religi\u00f6ser Gruppen f\u00fcr S\u00e4kularit\u00e4t erkl\u00e4ren. Die Religion also kann \u2013 unabh\u00e4ngig von den anderen Faktoren \u2013 selbst \u00fcber ihr Schicksal mitbestimmen, sie ist ein eigenst\u00e4ndiger , kein abgeleiteter Faktor im S\u00e4kularisationsgeschehen (s.u. 4) <\/p>\n\n\n\n<p>Unwahrscheinlich erscheint, dass die Faktoren aus 2b) auch den Hintergrund f\u00fcr diese religi\u00f6sen Motivationen bilden (diese w\u00e4ren dann nicht wirklich religi\u00f6s, sondern abgeleitet) \u2013 resistente Gruppen m\u00fcssten mehr von den religionsnahen Auspr\u00e4gungen der Faktoren besitzen, nichtresistente weniger , &#8211; und das mal konstant (jahrhundertelang wie die Amischen und Hutterer, die konservativen niederl\u00e4ndischen und US-Protestanten), mal pl\u00f6tzlich wechselnd (nach 100 Jahren innerhalb von 5-10 Jahren von religionsnahen zu religionsfernen Faktoren &#8211; wie die Katholiken oder die Reformjuden ), mal l\u00e4ngerfristig wechselnd (die USA h\u00e4tten sich von 1750 ab von einer Gesellschaft mit religionsfernen Faktoren zu einer gegenteiligen entwickeln m\u00fcssen). Und es g\u00e4be jetzt religi\u00f6se Gesellschaften \u2013also welche mit religionsnahen Faktoren &#8211; und andere; fr\u00fcher aber \u2013 vor 1600 oder auf der restlichen ganzen Welt w\u00e4re das nicht so, dort herrschte immer Gleichgewicht, sonst w\u00e4re R\u00fcckholung unm\u00f6glich gewesen (vgl. auch die F\u00e4lle heutiger gro\u00dfer Religionsdifferenzen Schweden Tschechei Vietnam vs USA, Indien Irland \u2013sie sind nicht durch Faktorenverteilungen erkl\u00e4rbar). <\/p>\n\n\n\n<p>Eher k\u00f6nnte (das folgende ist eher eine informierte Spekulation als eine durch umfangreiche Empirie gest\u00fctzte Analyse) man bei der <strong>Erkl\u00e4rung des religi\u00f6sen Faktors auf der einen Seite<\/strong> auch an intentionales Handeln der Religi\u00f6sen zur St\u00e4rkung des Glaubens und zur Vermeidung von Selbsts\u00e4kularisierung denken (sie wissen, dass eine Selbsts\u00e4kularisierungsGefahr besteht, sie nehmen d i e s e biblische Botschaft sehr ernst), an bewussten Umgang mit Welt und der Gefahr, ihr zum Opfer zu fallen, an planvolle und intensiv religi\u00f6s motivierte Fertilit\u00e4t, Mission, Milieubildung, Glaubenstradierung und \u2013intensivierung, mehr Konsequenz, mehr Wichtigkeit des Glaubens f\u00fcr das Leben; eine Theologie und ein Glaubensleben, das der biblischen Offenbarung auch in komplexen Fragen n\u00e4her kommt(und nicht weltlich abweicht hin zu abh\u00e4ngiger Religion), das richtige Ma\u00df beim Versuch, der Welt entgegenzukommen, um sie bekehren zu k\u00f6nnen(vgl. Paulus: den Juden ein Jude, den Heiden ein Heide und doch Verbreitung des christlichen Glaubens) und gleichzeitig sich von ihr klar und deutlich abzugrenzen und auf der anderen Seite \u2013 an zu wenig Vorsicht(zu wenig Bewusstsein davon, dass die Welt und ihre Ideen eine Gefahr darstellen, man erkennt hier keine biblisch begr\u00fcndete Priorit\u00e4t daf\u00fcr), eher Nachl\u00e4ssigkeit und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, oder der Wille, m\u00f6glichst viele Menschen erreichen zu wollen; geringe Intensit\u00e4t von Weltabgrenzung und Wissen um die Notwendigkeit, den Glauben immer wieder gegen die Welt st\u00e4rken zu m\u00fcssen, schlechte Theologie und mangelhafte Geistesunterscheidung, wenig soziale Kontrolle, weniger Kinder, mehr extrinsisch Motivierte\/weniger starke Wichtigkeit des Glaubens f\u00fcr das Leben, zu starkes Nachgeben gegen\u00fcber \u00c4ngsten vor gesellschaftlicher Isolation oder vor der Nichtvern\u00fcnftigkeit und Nicht-Beweisbarkeit des Glaubens. Viele dieser Haltungen k\u00f6nnen schon Zeichen f\u00fcr Selbsts\u00e4kularisierung sein, k\u00f6nnen \u2013 wie oben bei den Motivationen zu sehen \u2013 sich als religi\u00f6se Motivation mit weltlicher leichter \u2013subjektiv unbemerkt \u2013 <strong>mischen<\/strong> oder an sie <strong>ankoppeln<\/strong>)sie k\u00f6nnen sich aber auch noch innerhalb der s\u00e4kularisationsresistenten Spannweite der Komplexit\u00e4t des Glaubens bewegen(ein abweichender Punkt kann durch starke andere Punkte ausgeglichen werden, auch die resistenten haben sicher keinen in allen Punkten perfekten Glauben), die mit der Welt auf hohem Niveau kommunizieren und sie \u00fcberzeugen kann, abh\u00e4ngig davon, wie die Betreffenden sie konzipieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Das kulturelle Sinnsystem Aufkl\u00e4rung und seine im Lauf der Zeit dazukommenden ideologischen Mitstreiter(Kommunismus, Nationalsozialismus, Linksliberalismus in 68er oder postmoderner Pr\u00e4gung) erm\u00f6glichen , wenn sie als Denk-und Verhaltensrahmen der Gesellschaft gelten oder zu gelten beginnen, sowohl Selbsts\u00e4kularisierung(die aber auch noch von religi\u00f6sen Motiven abh\u00e4ngt) als Voraussetzung als auch Fremds\u00e4kularisierung als Folge durch ihre Ideen und durch deren Interaktion mit den in 2b) erw\u00e4hnten Faktoren <\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber kommt die <strong>Aufkl\u00e4rung<\/strong> zustande ? Dar\u00fcber habe ich in meinem Buch(S.341-363) spekuliert \u2013 mangels gr\u00fcndlicher historischer Forschung zu meiner Betrachtungsweise kann ich dazu leider kaum Empirie anbieten, die historischen Quellen m\u00fcssten erst mal in dieser Richtung befragt werden. Hier eine kurze Zusammenfassung:. In allen Religionen gibt es Entwicklungen hin zur S\u00e4kularit\u00e4t, die aber wieder zur\u00fcckgeholt werden, S\u00e4kularit\u00e4t bleibt ein kurzlebiges, nicht die ganze Gesellschaft betreffendes Ph\u00e4nomen. Ursachen, Motivationen und Gegenmotivationen dazu wurden oben beschrieben. Ohne ein kulturelles Sinnsystem, das eine weltliche Art von Gl\u00fccksproduktion (und damit die Chance zu st\u00e4rkerer Fremd- und Selbsts\u00e4kularisierung) anbietet, bleibt Religion langfristig stabil. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein Syndrom, das sich als <strong>Grundmotiv<\/strong>, als Grundbed\u00fcrfnis, als Grundverhaltensweise durch s\u00e4kulare Ideologien, Fremd- und Selbsts\u00e4kularisierung und weltliche Wertvorstellungen hindurchzieht und sie pr\u00e4gt(s.o. \u2013einer der Faktoren aus 2b, f\u00fcr S\u00e4kularisierung wohl der wichtigste, weil er <strong>gl\u00fccksrelevant<\/strong> ist, mit der Art und Weise der Gl\u00fccksproduktion zu tun hat, dem Merkmal, von dem die St\u00e4rke der Religion, des Zusammenhalts ihrer Einzelteile wie Wesenhaftigkeit, Hinterwelt, religi\u00f6se Erfahrung abh\u00e4ngt): die<strong> Aufwertung des Menschen<\/strong> ( und implizit der Welt), seiner Dominanz, moralischen G\u00fcte, Vernunft und Macht; seiner F\u00e4higkeit, sein Gl\u00fcck selbst zu erzeugen und zu kontrollieren, Gl\u00fccksziele selbst zu bestimmen, mit weltlichem Inhalt, unabh\u00e4ngig von Religion. In allen Religionen gibt es das \u201eWerkzeugverhalten\u201c und das \u201ereassurance\u201c- Verhalten(s.o. Grundlegung). Das erw\u00e4hnte Grundmotiv verschiebt nun innerhalb der Religion das Gleichgewicht hin zum Werkzeugverhalten. Gott wird nun eher berechnet und manipuliert, er m u s s das Gew\u00fcnschte geben. Aber die Abh\u00e4ngigkeit von ihm bleibt, da nur e r das gro\u00dfe Gl\u00fcck geben kann und da auch die Welt von ihm bzw. von h\u00f6heren Wesen beherrscht wird, man kann sich seinen Gott noch nicht selbst konstruieren. So kommt es immer wieder zur Betonung des reassurance-Verhaltens, das die v\u00f6llige Abh\u00e4ngigkeit des Menschen von Gott hervorhebt und in der religi\u00f6sen Erfahrung auch wahrnimmt und erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fchrt die menschliche Verhaltensstruktur immer wieder innerhalb aller Religionen zur <strong>Aufwertung der Welt<\/strong>. Da das \u00dcbernat\u00fcrliche nichts sinnlich Wahrnehmbares ist (und damit auch schwerer zu verstehen, zu erleben ist), muss es gegen\u00fcber der spontanen, quasiautomatischen sinnlichen Wahrnehmung von Welt und Natur immer neu begr\u00fcndet werden &#8211; in der Deutung von bestimmten Ereignissen als Zeichen der Existenz der Hinterwelt, als bedeutungshaltig statt blo\u00df zuf\u00e4llig und in au\u00dferordentlichen Erfahrungen au\u00dfer- oder \u00fcbersinnlicher Art und Weise, meist in ver\u00e4nderten Bewusstseinszust\u00e4nden. Ansatzpunkte daf\u00fcr sind allerdings in der \u201eVorderwelt\u201c schon existent: vieles auch i n ihr ist unverst\u00e4ndlich, vom Menschen nicht zu begreifen oder zu kontrollieren, m\u00e4chtiger als er, geheimnisvoll \u2013\u201eZauber\u201c der in der \u201eEntzauberung\u201c der Welt \u2013 s.u. \u2013 beseitigt wird, so dass als spontane Weltwahrnehmung nur rein weltliche, durch Technik erweiterte Sinnlichkeit \u00fcbrigbleibt. Es mangelt fast immer an sichtbaren Beweisen, am sinnlichen Erleben der Hinterwelt. Die vordergr\u00fcndige Welt erscheint apriori immer als evidenter, als nat\u00fcrlicher und normaler als die religi\u00f6se Welt, sie hat automatisch mehr Gewicht, das Vordergr\u00fcndige ist zuerst einmal immer das Selbstverst\u00e4ndliche gegen das sich jede Religion immer neu behaupten muss(vielleicht spielen hier auch noch Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften \u2013 wie das sensation seeking, s.o., das Bed\u00fcrfnis nach sinnlichen Erfahrungen oder die mangelnde F\u00e4higkeit, Hinterwelt oder \u00fcbersinnliche Realit\u00e4ten wahrzunehmen \u2013 eine Rolle, <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Reformation<\/strong> betont nun die reasssurance, die Allmacht Gottes und die Ohnmacht des Menschen, seine Abh\u00e4ngigkeit von ihm (das Werkzeugverhalten, das sich wieder einmal eingeschlichen hatte \u2013man konnte durch Zahlung von Geld sein Heil kaufen; indem man das passende Verhalten praktizierte, zwang man Gott dazu, einen zu erl\u00f6sen)- bald aber \u00e4u\u00dfert sich auch in ihr wieder das Werkzeugverhalten und das oben beschriebene Grundmotiv, seine Basis: Aufwertung von Mensch und Welt, Ablehnung von S\u00fcnde, Bu\u00dfe und Gericht. Das f\u00fchrt dazu, dass im Arminianismus, Sozinianismus und unorthodoxen Puritanismus Ende des 16. Jahrhunderts Str\u00f6mungen entstehen, die Zeitgeistn\u00e4he, Bibelkritik, Ablehnung von Erbs\u00fcnde, Auslegung der Bibel durch Vernunft mit der Voraussetzung, dass die Offenbarung nicht \u00fcber-oder widervern\u00fcnftig sein kann, Gewissensfreiheit und Toleranz, Beteiligung des Menschen und entscheidende Rolle der Wissenschaft beim Kommen des eher diesseitig verstandenen Reiches Gottes lehren. Natur gilt nun als zweite Offenbarung, damit implizit als ewig, wohlgeordnet und harmonisch -statt als von der biblischen Offenbarung her zu verstehende gefallene Natur, die nicht ewig, sondern im Verfall begriffen ist, die Wissenschaftler suchen nun in ihr Beweise f\u00fcr Gottes Wirken und Existenz). Die Reformation steigert auch die Weltbezogenheit (z.B. auch durch Legitimation der weltlichen Obrigkeit, Magiebek\u00e4mpfung und den \u201eGeist des Kapitalismus\u201c), sie konzipiert die <strong>Entzauberung der Welt.<\/strong> Wieder also entwickelt sich eine Interaktion von menschlichen Grundverhaltensweisen mit einem kulturell generierten Sinnsystem, wieder ist eine kulturelle Entwicklung die Voraussetzung, die kombiniert mit einer eher st\u00e4rker genetisch beeinflussten Verhaltensdisposition zur \u201eUr-Selbsts\u00e4kularisierung\u201c f\u00fchrt(s.o. Grundlegung &#8211; die Entstehung von Religion durch kulturell konzipierte Kombination von einzelnen Verhaltensdispositionen oder die der S\u00e4kularisierung durch kulturell konzipierte Trennung). <\/p>\n\n\n\n<p>Entzauberung nun soll hier hei\u00dfen: die Welt ist kein Ort wesenhafter M\u00e4chte mehr, sie ist nicht heilig, voller G\u00f6tter, Engel, Geister oder D\u00e4monen, voll Magie oder Zauber, kein Organismus(oder selbst heilig, &#8211; was die Griechen trotz ausgepr\u00e4gter Weltlichkeit an S\u00e4kularisierung letztlich hindert).Die bisher auch die Vorderwelt sichtbar beherrschenden Hinterwelts-Wesen, ihre Zeichen und Einwirkungen werden aus der Sichtbarkeit und damit letztlich auch aus dieser Welt vertrieben und st\u00e4rker in die Hinterwelt verschoben(sp\u00e4ter dort immer mehr vom Menschen her definiert, ihr Eingreifen wird zwar weiterhin &#8211; abgeschw\u00e4cht &#8211; behauptet, ist aber immer weniger sinnlich erfahrbar, die Welt wird zu einem naturwissenschaftlich ohne Geheimnisse restlos erkl\u00e4rbaren Ort) , dann immer ferner und blasser und letztlich gl\u00fccksirrelevant, die Trennung der Hinterwelts-Wesen von der Gl\u00fccksproduktion kann beginnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der<strong> rationale Kern <\/strong>des Christentums(aus dem Judentum \u00fcbernommen), vorher von Weltflucht und griechischer Weltheiligung verdeckt, kommt nun \u2013in bestimmten Teilen reformatorischer Religiosit\u00e4t \u2013 zum Tragen und beginnt, die Welt zu bearbeiten und zu beherrschen,(empirisch, naturwissenschaftlich-experimentell, technisch), sie wird wichtig, wird zur St\u00e4tte der Bew\u00e4hrung, zum Ort innerweltlicher Askese(vgl die ebenfalls als Weltbearbeitung dynamisch wirkende Askese von Teilen der abendl\u00e4ndischen M\u00f6nchskultur \u2013 die aber auch au\u00dferweltlich orientiert war und nur eine Elite beeinflusste), Welt kann durch rein menschliche Anstrengungen bearbeitet werden. Im konservativen Protestantismus ist die Welt nach wie vor ein negativer Ort, sie steht unter dem Fluch, allerdings ist ihre Bearbeitung zur Bew\u00e4hrung nun m\u00f6glich, Bew\u00e4hrung in ihr ist die Aufgabe des Menschen(diese Art des Protestantismus h\u00e4lt sich deshalb auch bis heute ziemlich stabil). Erst die durch das oben erw\u00e4hnte Grundmotiv und die menschliche Verhaltensstruktur (Aufwertung von Mensch und Welt) auf die reformatorischen Vorstellungen einwirkenden (und sie von der biblischen Wahrheit abbringenden)Verhaltensweisen ver\u00e4ndern auch die Vorstellung von Welt: sie kann nun verbessert und zum Ort des selbstgemachten Gl\u00fccks werden, sie wird dann auch als in sich positiv(und wichtiger als hinter-oder \u00fcberweltliches wie das ewige Leben), dauerhaft, als geordneter oder zu ordnender harmonischer Kosmos konzipiert. Unterst\u00fctzt wurde diese erste l\u00e4ngerfristig stabile Selbsts\u00e4kularisierung durch Anleihen in der griechischen Philosophie, im Humanismus und der Renaissance, die wohl auch durch das erw\u00e4hnte Grundmotiv und die automatisch weltaufwertende menschliche Verhaltensstruktur motiviert sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Also: Entzauberung ohne Aufwertung von Mensch und Welt bleibt ebenso stabile Religion(konservative Protestanten) wie Aufwertung von Mensch und Welt ohne Entzauberung (Griechen). Nur die <strong>Kombination<\/strong> von beidem \u2013 die weltlich verzerrte Entzauberung oder die entzauberte Weltaufwertung &#8211; die Welt als positiver Ort der Gl\u00fccksproduktion und der Mensch als Macher sind die Vorstufe zum aufgekl\u00e4rten Gl\u00fccksmodell. Dieses entwickelte sich daraus langsam und nat\u00fcrlich in Zwischenstufen beispielsweise \u00fcber zuerst selbstgemachte Hinterwelts-Wesen zu deren Entmachtung und dann Trennung von ihnen &#8211; zuerst so ,dass diese alles tun, was der Mensch will, dann dass sie fern sind und nicht mehr in die Welt eingreifen, kein Gl\u00fcck mehr erzeugen k\u00f6nnen, dann dass sie sich in diffuse h\u00f6here M\u00e4chte aufl\u00f6sen oder als letzte Hintergrundserkl\u00e4rungen ohne Verhaltensrelevanz noch fortexistieren, bis sie auch daf\u00fcr nicht mehr gebraucht werden. Das dadurch langfristig entstehende aufgekl\u00e4rte Gl\u00fccksmodell bildet die Voraussetzung f\u00fcr die nachfolgenden, diesen Prozess prinzipiell wiederholenden, Fremdund Selbsts\u00e4kularisierungsprozesse. <\/p>\n\n\n\n<p>Und diese Kombination gab es nun eben nur einmal, nur im Abendland, weshalb es auch nur hier eine dauerhafte S\u00e4kularisierung gab und gibt(die dann allerdings auf die ganze Welt ausstrahlte und ausstrahlt). <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. Anwendung <\/h4>\n\n\n\n<p>So weit mal die grobe Zusammenfassung meines Wissens \u00fcber die S\u00e4kularisierung, also \u00fcber das meines Erachtens <strong>wichtigste Problem<\/strong>, dem wir uns zu stellen haben und das uns alle \u2013 ob wir es bewusst wahrnehmen oder nicht \u2013 im tiefsten Kern unseres Dasein betrifft. Wer mehr dazu wissen will, wer mehr und anderes dazu wei\u00df, der kann und sollte sich bei mir melden \u2013 vgl (1), oder sich dazu in unserem Netzwerk \u00e4u\u00dfern. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Folgende erhebt \u2013 wie der ganze Text \u2013 keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit(hier wie dort m\u00fcssen viele Fragen ungekl\u00e4rt bleiben, oft mangels Forschung zu Fragen, die sich erst durch Erkenntnisse des Textes ergeben und deshalb nat\u00fcrlich noch nicht untersucht sein k\u00f6nnen, oft auch einfach, weil ich nicht allwissend bin), es ist kein fertiges, aus den Erkenntnissen \u00fcber die S\u00e4kularisierung abgeleitetes Widerstandskonzept, es kann nicht alle R\u00e4tsel l\u00f6sen, alle Fragen beantworten (oder auch nur aufwerfen) , aber es kann einige Leitlinien entwickeln, die sich aus dem bisher Erarbeiteten ergeben(um doch zumindest einiges zu lernen, dazu denke ich reicht das bisher Beschriebene schon aus) und die eine erste Orientierung f\u00fcr die Auseinandersetzung mit der S\u00e4kularisierung geben. Das weitere wird dem Netzwerk \u00fcberlassen bleiben \u2013 das Schwarmbewusstsein soll ja schlie\u00dflich weit kl\u00fcger sein als ein Individuum. <\/p>\n\n\n\n<p>Religion ist \u2013 so wurde oben festgestellt \u2013 ein <strong>eigenst\u00e4ndiger Faktor<\/strong> im S\u00e4kularisierungsgeschehen \u2013 sie kann sich damit anfreunden oder sich dagegen entscheiden, sie ist ihm nicht hilflos ausgeliefert und das Folgende soll dabei helfen, diese M\u00f6glichkeit des Widerstands auch ausnutzen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer Gemeindeaufbau und Gemeindewachstum will, wer missionarische Kirche leben will, der wird ohne <strong>solides Faktenwissen<\/strong> nicht auskommen. Dieses ist vor allem auch geeignet, die eigene Situation illusionslos zu erkennen und den Blick zu sch\u00e4rfen, die Realit\u00e4ten erst einmal wahrzunehmen: das Leben in einem Land mit s\u00e4kularer Agenda, , in einer Kirche(EKD\/Kirchenleitungen der Landeskirchen), die sich in einem intensiven Selbsts\u00e4kularisierungsprozess befindet und in einer Gemeinschaft der Evangelikalen, in der die Selbsts\u00e4kularisierung auch schon begonnen hat. Ein Zur\u00fcck zu alten Zeiten wird es kaum geben, man muss wohl, wie in Alice im Wunderland, rennen, um auf der Stelle zu bleiben. Doch um mit H\u00f6lderlin zu sprechen: Wo aber Wahrnehmung der Gefahr ist , da w\u00e4chst das Rettende auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Faktenwissen hilft auch, <strong>falsche Wege<\/strong> als falsche zu erkennen \u2013 beispielsweise die <strong>SINUSMilieutheorien<\/strong>, die als letzte Weisheiten gehandelt werden, die aber die S\u00e4kularisierung nicht zureichend erfassen und deshalb auch keine Hilfe bei ihrer Bew\u00e4ltigung bieten k\u00f6nnen; oder die illusion\u00e4re Idee, sich vom S\u00e4kularisierungsvorgang einfach durch gute Gemeindearbeit <strong>abkoppeln<\/strong> zu k\u00f6nnen (wo doch die s\u00e4kulare Agenda der Gesellschaft und die selbsts\u00e4kularisierende vor allem der Kirchenleitungen die Gemeindeglieder und die Gemeindeleitung jeden Tag vom Glauben wegzuziehen versucht), oder der Irrtum, Sparen an Pfarrstellen bzw. die Umschichtung von Finanzmitteln von den Gemeinden, von der Basis &#8211; zur B\u00fcrokratie, f\u00fcr \u201eProjekte\u201c, f\u00fcr immer neue rechtliche Absicherungen, f\u00fcr \u00f6kologische Geb\u00e4udesanierung &#8211; w\u00fcrde die Kirche nachhaltig absichern.Gerade dadurch sinkt die M\u00f6glichkeit, vor Ort, wo die Kirche lebt(von pers\u00f6nlichen Kontakten, Besuchen, Gespr\u00e4chen, Kontakt mit Gleichgesinnten und Vorbildern) \u00fcberhaupt noch t\u00e4tig zu sein, Millionen werden verpulvert f\u00fcr energetische Korrektheit statt durch sie pers\u00f6nliche Begegnung zu erm\u00f6glichen(man kann f\u00fcr die Vergangenheit zeigen, dass dort wo pro Gemeindeglied mehr an religi\u00f6sem Personal zur Verf\u00fcgung stand, die S\u00e4kularisierung nicht stark werden konnte). <\/p>\n\n\n\n<p>Vorsicht auch vor falschen Konzepten wie \u201e<strong>Volkskirche<\/strong>\u201c statt glaubensbasierter Kirche(damit erlitten schon die Protestanten der Weimarer Republik Schiffbruch \u2013 die Ann\u00e4herung an das Volk ergab V\u00f6lkisches !), das Rezept f\u00fcr <strong>Mission <\/strong>ist nicht inhaltliche <strong>\u00d6ffnung<\/strong> zur Welt, ja sogar die blo\u00df formale kann Gefahr bergen \u2013 die subjektiv so empfundene rein formale Anpassung an Weltliches(\u201eder K\u00f6der muss dem Fisch schmecken\u201c) schl\u00e4gt schnell um in inhaltliche Leere oder Anpassung. Auch beim Starkmachen von \u201e<strong>belonging<\/strong>\u201c darf das <strong>\u201ebelieving<\/strong>\u201c nicht zweitrangig, ja nicht einmal gleichrangig sein: zuerst geht es um den Glauben, dann bildet sich daraus erst die Gemeinschaft Gleichgesinnter und Glaubender, nicht umgekehrt;- es geht nicht darum, m\u00f6glichst viele Menschen in die Kirche zu bringen, egal mit welchem event, sondern es geht um<strong> Inhalte<\/strong>, die vermittelt werden m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und vor allem und immer wieder muss es hei\u00dfen: Vorsicht vor der Selbsts\u00e4kularisierung man sollte nicht in deren Fallen tappen(s.o.3) \u2013 z.B. \u00dcbernahme von Gender-Themen (aus der Motivation heraus, Frauen besser zu behandeln), der historisch-kritischen Theologie(weil der Staat es zur Bedingung macht, staatlich akzeptierte Abschl\u00fcsse anzubieten), der aufgekl\u00e4rten Religion(um nicht als Hinterw\u00e4ldler oder Fundamentalist, heute schon auch als Evangelikaler zu erscheinen), der Akzeptanz von homosexuellen Verhalten(weil ja alle es tun und man nicht als homophob ausgegrenzt werden will), \u00dcbernahme von Linksevangelikalem, von Pluralismus und postmodernem \u201eanything goes\u201c als Rahmen(weil die gesellschaftliche Diskussion das dauernd fordert, weil es das neueste Ergebnis weltlichen Denkens ist; Akzeptanz von Wahrheiten statt der Wahrheit Jesus, von Vielfalt und Offenheit als oberstem Wert statt von Jesus als einzigem Weg), von materiell und machbar erscheinendem Reich Gottes voller Gerechtigkeit und absoluter Gleichheit( schon als weltliche Idee eine Illusion, als geistliche aber Verf\u00fchrung zu falschen Zielen und Hybris), von \u00d6kologismus, Ehrfurcht vor dem Leben statt vor Gott, vor Religionsvermischung und selbstgemachter, aus vielen Religionen und Ideologien zusammengestellter Patchwork-Religion, vor der falschen Vorstellung, Muslime seien unsere Glaubensgeschwister \u2013es sind der Verf\u00fchrungen viele, es lie\u00dfen sich damit etliche weitere Seiten f\u00fcllen, vieles sinnvoll Erscheinende ist gef\u00e4hrlich. Damit man der Selbsts\u00e4kularisierungs-Verlockung nicht verf\u00e4llt, braucht es gute klare und komplexe Lehre, baucht es Leute mit der Gabe der Geistesunterscheidung, und es braucht viele, vor allem auch viele einflussreiche davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig und richtig w\u00e4re nun (nachdem man endlich eingesehen hat, dass es ein alle betreffendes Problem ist, dass man es nicht verdr\u00e4ngen kann und dass es auch keine einfachen L\u00f6sungen gibt, ja dass oft noch nicht einmal das Problem \u2013 z.B. die Selbsts\u00e4kularisierung -in seinem ganzen Umfang erkannt ist) die <strong>St\u00e4rkung des Glaubens<\/strong> der noch Glaubenden, noch Gemeindenahen, die Weckung des Bewusstseins, dass Fremd-und Selbsts\u00e4kularisierung im Gange ist, alle betrifft und man sich inhaltlich mit ihnen auseinandersetzen muss, Zusammenf\u00fchren von derart informierten, wissenden und intrinsisch Glaubenden (der Glaube bestimmt bei ihnen ihr Verhalten, in allen Lebensbereichen und Situationen, er ist ihnen das Wichtigste im Leben) zum Aufbau eines Milieus(s.o., Pr\u00e4gung aller Lebenszusammenh\u00e4nge und Beziehungen durch den Glauben; dabei muss die Isolationsfurcht, bezogen auf die gr\u00f6\u00dfere Gesellschaft, bew\u00e4ltigt werden durch interne enge Bindung, die auch die n\u00f6tige soziale Kontrolle erm\u00f6glicht), das sich gegen\u00fcber weltlichen Ideen klar und eindeutig <strong>abgrenzt <\/strong>und sich damit auch behaupten kann(bewusst, argumentativ, auch organisatorisch, ein zugegeben schwieriges Projekt bei der heutigen Neigung zu lockeren Bindungen und der Info\u00fcberflutung und Oberfl\u00e4chlichkeit). Kooperation mit der Kirche der Selbsts\u00e4kularisierer ist auf ein Mindestma\u00df zu reduzieren, da wir in der Umarmung mit ihnen mangels eigener innerer St\u00e4rke erdr\u00fcckt, ruhiggestellt, abh\u00e4ngig und letztlich s\u00e4kularisiert werden. Das Eindringen weltlicher Vorstellungen in dieses Milieu muss verhindert werden, was zuerst nat\u00fcrlich erfordert, sie, die Bed\u00fcrfnisse, Irrt\u00fcmer und gutgemeinten Ideen, die sie motiviere und ihre negative Wirkung zu erkennen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das alles hat prinzipiell Priorit\u00e4t, ist die vorerst richtige Art von Mission. Erst <strong>danach<\/strong> \u2013 wenn ein einigerma\u00dfen stabiler Kern, ein Milieu, eine Gemeinschaft Gleichgesinnter existiert, -erst wenn man stark genug ist, dann kann daran gedacht werden, intensiver <strong>nach \u201eau\u00dfen\u201c zu gehen,<\/strong> (vorher muss man wohl auch zuweilen in der Welt pr\u00e4sent sein, um nicht von ihr \u00fcberrollt oder v\u00f6llig marginalisiert werden, das aber sollten nur bestimmte resistente Gruppen wagen), zuerst einmal punktuell und sporadisch (und vorsichtig, mit dem richtigen Bewusstsein von der Gefahr, die durch die S\u00e4kularit\u00e4t droht, mit der Anwendung der Gabe der Geistesunterscheidung, mit dem richtigen Gleichgewicht von Offenheit und Abgrenzung), um ganz gezielt (nicht im gro\u00dfen Stil) schon halb oder ganz s\u00e4kulare Menschen f\u00fcr den Glauben zu gewinnen. Andernfalls \u2013 ohne diese Sicherheit der Wagenburg, ohne den Kleinbonum-Effekt und ohne Vorsicht &#8211; \u00fcberfordert man sich oder holt gerade die S\u00e4kularit\u00e4t herein in die Kirche. In der Wagenburg zu verbleiben mag auch attraktiv sein(und auch funktionieren \u2013 die Amischen, die Hutterer oder die orthodoxen Juden wuchsen und wachsen ohne nach au\u00dfen zu gehen, ohne Mission \u2013 einfach nur durch Abgrenzung, Fruchtbarkeit und erfolgreiche Vermittlung des Glaubens an die Kinder), widerspricht aber dem Missionsbefehl und den Verhaltensvorbildern der J\u00fcnger, Apostel und fr\u00fchen Christen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz wichtig im Widerstand gegen die S\u00e4kularisierung ist das <strong>Gespr\u00e4ch \u00fcber Inhalte<\/strong> \u2013 mit den noch einigerma\u00dfen Gl\u00e4ubigen zur St\u00e4rkung, mit den Offenen, um sie f\u00fcr den Glauben zu gewinnen, mit den Irrlehrern, um sie durch Argumente und Aufzeigen von Widerspr\u00fcchen in ihrer Haltung in Verlegenheit zu bringen,-\u00f6ffentlich oder auch privat. Sinnlos dagegen ist es,  Zeit und Energie zu verschwenden f\u00fcr Leute, die zu den Verstockten z\u00e4hlen. Sie von ihrer Ideologie abzubringen wird nicht funktionieren, sie werden, sobald man sie in Verlegenheit bringt, nicht etwa nachdenken, sondern den Diskurs durch Diskursverweigerungsstrategien oder administrativ, durch Ausgrenzung, Verleumdung und andere Machtmittel verhindern, sie werden freiwillig kein Gespr\u00e4ch \u00fcber Inhalte f\u00fchren. Man muss ihnen jedoch trotzdem (da gerade sie ja oft m\u00e4chtig sind) \u00f6ffentlich entgegentreten, wie Jesus, Paulus oder Luther \u2013 mit vielf\u00e4ltigen, situationsangepassten Kommunikationsstrategien oder der Etablierung von Gegenm\u00e4chten . <\/p>\n\n\n\n<p>Hilfreich ist auch das <strong>Lernen von anderen Bewegungen<\/strong>, die sich, obwohl sie gesellschaftlich in der Minderheit waren, behaupten oder gar gesellschaftlich durchsetzen konnten statt aus Isolationsfurcht mitzumachen oder zu schweigen(26)(oder umgekehrt: was machten die von der S\u00e4kularit\u00e4t ergriffenen falsch) \u2013 wie wachsen Amische, Hutterer oder orthodoxe Juden (durch Fertilit\u00e4t und Abgrenzung, ohne Mission,), die katholische Kirche vor dem Konzil oder die Mormonen (durch Mission, Abgrenzung, Antimodernismus und Fertilit\u00e4t), wie blieben konservative Protestanten stabil(durch Fertilit\u00e4t und erfolgreicher Tradierung des Glaubens an die Kinder, durch Abgrenzung, weniger durch Mission) \u2013 und f\u00fcr alle diese Gruppen gilt: die Aufrechtherhaltung des Glaubens und des Milieus hat f\u00fcr sie Priorit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie schafften es die Romantiker, als winzige Minderheit von K\u00fcnstlern, Gedanken zu entwickeln, die nach ihrer Integration in die Religion der Aufkl\u00e4rung Paroli bieten konnten(27), wie setzten die 68er ihre Minderheitenideologie so erfolgreich durch, dass sie heute (mit kleinen Abweichungen) die deutsche Einheitsmeinung bildet (Stichworte: Marsch durch die Institutionen, zeichenhafte Provokationen, Beherrschung der meinungsmachenden Organisationen fast bis zum Informationsmonopol) ? Wie konnte ein einzelner Trierer Intellektueller die ganze Welt mit seiner Ideologie durcheinanderbringen, wie kam ein M\u00f6nchlein aus Eisleben dazu, den Papst erfolgreich herauszufordern ? <\/p>\n\n\n\n<p>Und: wie gelang es Jesus (mit welchen Verhaltens- und Kommunikationsstrategien) und den fr\u00fchen Christen, aus einer absoluten Minderheitsposition an der Peripherie eines riesigen Reichs zu einer Religion mit Milliarden von Anh\u00e4ngern zu werden, was sind die biblisch legitimierten und erfolgreichen Verhaltensweisen gegen Irrlehrer und \u00e4u\u00dfere Gegner ? <\/p>\n\n\n\n<p>Wie schaffte es die amerikanische \u201emoral majority\u201c(schon der Begriff ist ein Teil des Erfolgs: wer nicht die zahlenm\u00e4\u00dfige Mehrheit hat, der hat daf\u00fcr jedoch die qualitative, wichtigere moralische Mehrheit), christliche Moral statt beispielsweise Wirtschaft auf die gesellschaftliche und politische Agenda zu setzen, so dass Abtreibung zum politischen und wahlrelevanten Thema aufsteigen konnte ? Von ihr kann man auch lernen, dass interne Toleranz und Vielfalt (nicht aber die \u00d6kumene der Glaubensinhalte, meist auf kleinstem gemeinsamen Nenner und auch nicht die Definition von Religionen durch ein gemeinsames \u201eWeltethos\u201c, beides w\u00fcrde Selbst- und Glaubensaufgabe bedeuten, Religion schrumpft hier auf Moral zusammen; die Schwierigkeit besteht darin, Gemeinsames zu finden, ohne sich aufzugeben) gerade im evangelikalen Bereich gefordert ist: verschiedene Fr\u00f6mmigkeitsstile, verschiedene Pers\u00f6nlichkeiten m\u00fcssen kooperieren, aus diesen Gr\u00fcnden \u2013 oder weil jemand der Kirche der Selbsts\u00e4kularisierer nicht gef\u00e4llt, bei ihr Ansto\u00df erregt(die Anerkennung durch diese Kirche hat nur insoweit einen Sinn, als sie es erlaubt, auch in deren Raum Gegenpositionen zu formulieren , sie darf auf keinen Fall durch glaubenssch\u00e4dliches Wohlverhalten oder Anpassung erreicht werden), darf er keinesfalls ausgegrenzt werden, schon die J\u00fcnger und Apostel hatten ausgepr\u00e4gt verschiedene Pers\u00f6nlichkeiten, stritten sich heftig, kooperierten aber dennoch. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch wirkt innerhalb des heute hier in Europa vorherrschenden weltlichen Rahmens Konkurrenz der Religionen eher negativ. Da die Menschen, die man ansprechen will , eher weltlich gesinnt sind, tendiert Konkurrenz dazu, immer mehr an Weltlichem anzubieten, um sie zu gewinnen. Aufhebung jeglicher Konkurrenz , Zusammenarbeit der Religionen bis zum Verschwimmen der Inhalte- wie heute eher \u00fcblich &#8211; ist aber ebenfalls keine Option, die Religionen einigen sich dabei, um in der Welt bestehen zu k\u00f6nnen(oder um von ihr etwas mehr Anerkennung zu bekommen als die andern), auf die Anerkennung eben der weltlichen Agenda als religi\u00f6ser. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Fokus m\u00fcsste auf den vorherrschenden falschen Rahmen gerichtet sein \u2013 man m\u00fcsste versuchen, den Einfluss der Aufkl\u00e4rung und der mit ihr heute verbundenen Ideologien(Wohlfahrtsstaatsgl\u00e4ubigkeit kombiniert mit 68erIdeologie und Scheinpluralismus) <strong>als Rahmen<\/strong> zu begrenzen, man m\u00fcsste versuchen, die <strong>Wahrheit <\/strong>auf die \u00f6ffentliche Agenda zu setzen, mit den herrschenden Sinnsystemen darum ringen, dass Wahrheit existiert(sie selber vertreten ja auch zumindest zwei: Pluralismus und Vielfalt sind wahr und die Gemeinschaft\/der Zusammenhalt ist der oberste Wert), und dass ihre \u201eWahrheit\u201c <strong>die menschlichen Grundbed\u00fcrfnisse nicht wirklich erf\u00fcllen kann<\/strong>. Ist die Wahrheits-(und damit Gl\u00fccks-)Frage wieder gestellt, kann der Rahmen wieder zur Religion hin wirken, die Konkurrenz mit anderen Weltanschauungen und Religionen kann wieder mehr an Religiosit\u00e4t erzeugen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und ganz zum Ende noch einmal: dieser Text soll keine endg\u00fcltige, abgeschlossene Abhandlung sein, die man als Datei abspeichert, geistig abhakt und vergisst, er soll vielmehr wichtige und not-wendige Erkenntnisse verbreiten und neue Erkenntnisse erm\u00f6glichen. Er soll Leben entwickeln, als Anregung funktionieren, sich selber Gedanken zu machen, diese im Netzwerk einzubringen und damit einmal die Beschreibung und Erkl\u00e4rung von Religion und S\u00e4kularit\u00e4t und den \u00dcbergang von der einen zur anderen komplexer, genauer und realit\u00e4tsn\u00e4her zu machen, danach aber und vor allem daraus die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen f\u00fcr den Widerstand gegen die S\u00e4kularisierung , f\u00fcr die Entstehung einer neuen lebendigen, auf das Leben anwendbaren Texts, der zeigt wie Widerstand aussehen kann und der zeigt: <strong>Widerstand ist m\u00f6glich<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5.Anmerkungen (1)<\/h4>\n\n\n\n<p>vgl. dazu Nicole Heinkel: Religi\u00f6se Kunst, Kunstreligion und die \u00dcberwindung der S\u00e4kularisierung Frankfurt\/Main 2004 und Horst Fix: Religion, Wertewandel und Politik. Stein 1993 Der Text ist keine theologische, sondern eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Daran sollte er gemessen werden. Er enth\u00e4lt sehr viele Behauptungen, die selbstverst\u00e4ndlich durch verschiedene Untersuchungen begr\u00fcndet und belegt sind: Diese alle hier aufzuf\u00fchren, w\u00fcrde ein Literaturverzeichnis von Tausenden von Verweisen erfordern, das Ganze v\u00f6llig \u00fcberfrachten und den Text unleserlich machen. Wer sich allgemein \u00fcber das Thema informieren will, der kann das durch die Lekt\u00fcre der beiden angegebenen B\u00fccher (Heinkel befasst sich mehr mit der R\u00fcckholung in der (Fr\u00fch)Romantik, mein Buch untersucht den S\u00e4kularisierungsschub\/Wertewandel in den 60er Jahren und mehr allgemein und umfassend die S\u00e4kularisierung) tun, die Literaturverzeichnisse dort geben immerhin(ca. 1000 Verweise bei mir, \u00fcber 200 bei Heinkel) eine gewisse erste Orientierung. F\u00fcr spezifischere Fragen wende man sich bitte an mich \u2013 e-mail: \u2013 horstfix@hotmail.com- Postadresse: Horst Fix, Bauschlotter Stra\u00dfe 5, 75203 K\u00f6nigsbach-Stein. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Text befasst sich mit Religion im allgemeinen, die meisten empirischen Studien dazu stammen aber aus dem Bereich des Christentums, auch wird die S\u00e4kularisierung anhand des Christentums beschrieben, da sie zuerst dort stattfand. Verallgemeinerbarkeit -und auch viele der anderen hier behaupteten Zusammenh\u00e4nge andere Religionen betreffend, wird hier \u2013 mangels Forschungsergebnissen \u2013 einfach mal als Hypothese behauptet, die ganz im Popperschen Sinne nun auf ihre Falsifzierung wartet. Der haupts\u00e4chliche Sinn des Textes ist es, Material zur informierten Beurteilung unserer heutigen kirchlichen Situation zur Verf\u00fcgung zu stellen. <\/p>\n\n\n\n<p>(2)vgl. Fix, a.a.O., S. 386ff, Anm. 60 und S.401, Anm.103-111 <\/p>\n\n\n\n<p>(3) vgl. dazu Fix, a.a. O., S. 293 <\/p>\n\n\n\n<p>(4)vgl. a.a.O. S. 294ff; weitere Informationen und Erkl\u00e4rungen zur Wesenhaftigkeitswahrnehmung S.299f, Hinterwelt 305f, religi\u00f6sen Wahrnehmung\/Erfahrung 308f, zu Mysterium\/Vertrauen 310f, Submission(sbindung)\/Erfahrung der \u00dcberm\u00e4chtigkeit 313f, Gl\u00fccksrelevanz 330 f. Abzugrenzen von Religion sind auch die Begriffe von s\u00e4kular\/weltlich, S\u00e4kularit\u00e4t\/ Weltlichkeit, \u2013 sie meinen &#8211; idealtypisch -alles (menschliche Denk- und Verhaltensweisen, Bed\u00fcrfnisse, Ideologien und Weltanschauungen, Organisationen, Werte, Ziele, Natur usw. ), was nicht religi\u00f6s ist, antireligi\u00f6s oder unreligi\u00f6s\/religionsneutral. Vollst\u00e4ndige Weltlichkeit ist selten, Welt enth\u00e4lt oft noch Religi\u00f6ses, Religion wirkt in die Welt hinein(vgl. Kapitel 2a)) <\/p>\n\n\n\n<p>(5)vgl. dazu \u2013 zu sozialem Werkzeugverhalten und zu Submissionsbindungsverhalten\/reassurance- Fix, a.a.O. 319-329 <\/p>\n\n\n\n<p>(6)als Beispiele unter vielen: Verlust des gesellschaftlichen Einflusses von Religion und Kirche, sinkende H\u00e4ufigkeit von religi\u00f6sem Verhalten wie Kirchgang, Gebet, Mitgliedschaft und Mitarbeit in der Kirche, Wichtigkeit des Glaubens im Leben, Zahl von Pfarrern, Priestern, M\u00f6nchen und Nonnen, Verringerung des Glaubens an Gott, Himmel, S\u00fcnde, H\u00f6lle, Wunder usw., Verringerung des religi\u00f6sen Wissens; weniger Kasualien \u2013 vor allem kirchliche Ehe, auch Taufe und Konfirmation, nicht so stark bei Beerdigungen; Aufl\u00f6sung kirchlicher Milieus; Abschw\u00e4chung der Wirkung\/Befolgung religi\u00f6s begr\u00fcndeter Werte, Lebensziele und Vorstellungen des Guten und Betonung \u201eneuer Werte\u201c)-z.B. \u2013vor allem aus den Zeiten des Wertewandels der 60er Jahre(vgl. Fix, Teil 1)-: Machbarkeit von allem und jedem durch Politik und Staat\/Staatsgl\u00e4ubigkeit statt Gottvertrauen statt in diesem Leben Freude und Hoffnung, im n\u00e4chsten umfassendes Heil zu erstreben; Hedonismus\/Konsum\/Materialismus\/Spa\u00df statt Kindern; \u00dcberbewertung von Gesundheit, Aufwertung von K\u00f6rperlichkeit, Sexualit\u00e4t, Umweltschutz, Frauenemanzipation, Abtreibung, Homosexualit\u00e4t, Scheidung, Mischehe, Ehebruch, Selbstentfaltung, sich durchsetzen und Autonomie gegen Autorit\u00e4t, Gemeinsinn und Ein\/Unterordnung, Erlaubnis zur Prostitution, Pornographie (oder in anderen Zeiten bei anderen s\u00e4kularen Ideologien als heute Unwerte wie Rassismus oder Klassenkampf und Diktatur, daneben aggressive Religionsfeindlichkeit) ; vgl. zum Zusammenhang S\u00e4kularisierung und Wertewandel Fix, a.a.O., vor allem Teil 1 und hier Teil 3. <\/p>\n\n\n\n<p>(7) Fix, a.a.O., S. 296ff <\/p>\n\n\n\n<p>(8)dies ist nur eine kleine Auswahl s\u00e4kularer Versuche, die Religion in ihren Auswirkungen zu ersetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>(9)da es keine L\u00e4nder ohne Religion gibt, ist das keine reine Messung, kein Vergleich rein s\u00e4kular vs rein religi\u00f6s: s\u00e4kulare Menschen k\u00f6nnen in ihren L\u00e4ndern immer auch von religi\u00f6sen Voraussetzungen profitieren, die sie selber nicht geschaffen haben. Das k\u00f6nnte man auch umkehren: Religi\u00f6se profitieren von Faktoren, die die S\u00e4kularen schufen, (der Profit der Religi\u00f6sen scheint aber h\u00f6her zu sein als der der S\u00e4kularen, wenn man ihn am Ergebnis \u2013 den st\u00e4rkeren Zufriedenheitsgef\u00fchlen &#8211; misst !)\u2013 aber derer gibt es nicht so viele, Wissenschaft, Vernunft, Fortschritt sind allermeist nicht negativ mit Religion oder positiv mit echter S\u00e4kularit\u00e4t korreliert). Die gemessenen Zusammenh\u00e4nge gelten auch f\u00fcr religi\u00f6ses Verhalten i n s\u00e4kularen L\u00e4ndern(das unabh\u00e4ngig vom s\u00e4kularen Umfeld positiv wirkt). vgl. dazu Harold Koenig et.al.: Handbook of Religion and Health. Oxford 2012, ein Standardwerk mit Tausenden von Belegen f\u00fcr die Zusammenh\u00e4nge von Religion mit positiven (\u00fcber)lebensdienlichen Faktoren. Die Ergebnisse beziehen sich auf die christliche Religion protestantischer oder katholischer Pr\u00e4gung (zur orthodoxen Kirche wie auch zum Judentum gibt es nur wenige, aber im Grunde \u00fcbereinstimmende Erkenntnisse), da \u2013 mit ganz wenigen Ausnahmen \u2013 diese Zusammenh\u00e4nge bei anderen Religionen nicht erforscht sind. Einiges zur groben \u00dcbersicht in bezug auf den Islam bieten Harold Koenig\/Saad al Shohaib: Health and  50 well-being in Islamic societies. Cham\/Heidelberg 2014; auch hier scheint Religion positive Wirkungen zu haben, es gibt aber wenige Untersuchungen, oft noch dazu von denselben Forschern. <\/p>\n\n\n\n<p>(10) Die Situation in China ist komplex, die Datenlage schlecht: zwar w\u00e4chst der christliche Glaube stark, aber sein Anteil an der Bev\u00f6lkerung ist noch gering; au\u00dferdem wird er gleichzeitig auch stark vom Staat behindert und diskriminiert; wie andere Religionen dort auch. Durch die bestehende soziale Situation bedingt scheint das Christentum vor allem die Benachteiligten anzuziehen, -davon wird es dort noch lange noch sehr viele geben \u2013 Wachstumschancen sind also da, aber da die Eliten antireligi\u00f6s sind, sind sie auch prek\u00e4r. Auch scheint der Glaube \u2013 da er die Benachteiligten anzieht(und Benachteiligung von Staats wegen bedeutet) \u2013 vordergr\u00fcndig negativ zu wirken: Gl\u00e4ubige haben einen Mangel an weltlichen Gl\u00fccksg\u00fctern, sind deshalb nicht so gl\u00fccklich wie der Durchschnitt, aber: ohne Religion w\u00e4ren sie in ihrem Negativzustand noch ungl\u00fccklicher.<\/p>\n\n\n\n<p>(11) Selbst heute gibt es Religionen, in denen Religiosit\u00e4t positiv mit Bildung zusammenh\u00e4ngt \u2013 beispielsweise die Mormonen; dasselbe galt f\u00fcr die Katholiken vor dem Vatikanum oder f\u00fcr die Christen im Mittelalter, die Reformation f\u00f6rderte das Lesen und die Schulen, heute aber halten die Religi\u00f6sen sich(zumindest in USA) von den h\u00f6heren Bildungsinstitutionen fern (da diese s\u00e4kular gepr\u00e4gt sind) und gr\u00fcnden lieber eigene, das hei\u00dft: Bildung kann zu weniger Religiosit\u00e4t f\u00fchren, st\u00e4rkere Religiosit\u00e4t zu weniger Bildung oder ein Drittfaktor \u2013 Einkommen z.B. \u2013 ist die Ursache f\u00fcr die Korrelation Bildung-Religion, weil er mit beiden zusammenh\u00e4ngt; die Zusammenh\u00e4nge sind z..T. je nach Messung verschieden \u2013 Bildung korreliert positiv mit Kirchgang, nicht signifikant mit Gebetsh\u00e4ufigkeit oder Glauben an ein Leben nach dem Tode, und eher negativ mit w\u00f6rtlicher Bibelinterpretation, viele Korrelationen sind in verschiedenen Untersuchungen verschieden \u2013 was auf einen insgesamt schwachen Zusammenhang hinweist; wichtig ist auch, ob Bildung unabh\u00e4ngig von Einkommen oder Status gemessen wird, sie h\u00e4ngt nat\u00fcrlich positiv damit zusammen und: Eliten sind die Hauptvertreter des jeweiligen Rahmens \u2013 sie sind religi\u00f6s in religi\u00f6sen Gesellschaften, unreligi\u00f6s in unreligi\u00f6sen und bei Entwicklungen in die eine oder andere Richtung bilden sie meist die Avantgarde. <\/p>\n\n\n\n<p>(12) vgl. Fix, a.a.O., S. 278f <\/p>\n\n\n\n<p>(13) vgl. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. T\u00fcbingen 1980, S.285-314 <\/p>\n\n\n\n<p>(14) Erkl\u00e4rungen daf\u00fcr gibt es sehr viele, aber auch immer zu jeder Gegenbelege-: Die Industrialisierung (weniger Landwirtschaft, der Kapitalismus, die Technik) \u2013 Katholiken(lange Zeit), die USA oder dort die konservativen Protestanten \u00fcberstehen sie schadlos; Die Urbanisierung \u2013 (Stadt ist eher kein eigenst\u00e4ndiger Faktor, sondern eine Ansammlung s\u00e4kularisierender Verhaltensweisen, ihr Zusammenhang mit S\u00e4kularit\u00e4t ist gering ausgepr\u00e4gt, St\u00e4dte gab es lange vor der S\u00e4kularisierung, s.o.); Individualisierung\/Privatisierung der Religion \u2013 es findet keine wirkliche Individualisierung im Wortsinne statt, es hat nicht\u2013 und will auch nicht &#8211; jedes  51 Individuum eine je eigene Weltanschauung, das Bed\u00fcrfnis nach Individualit\u00e4t ist immer und \u00fcberall schon da und wird auch befriedigt- es gibt eine un\u00fcbersehbare Anzahl und Vielfalt verschiedener Religionen; Privatisierung ist eher von antireligi\u00f6sem Zwang verursacht; (wieder ist die USA ein Gegenbeispiel: sie ist wohl einer der individualistischsten Staaten der Erde und ein sehr religi\u00f6ser noch dazu; Funktionale Differenzierung \u2013es gab fr\u00fcher kein einheitliches gesellschaftsumfassendes religi\u00f6ses System, also kann es auch keine funktionale Differenzierung eines solchen geben; die Ursachen f\u00fcr den Wandel liegen bei dieser Theorie v\u00f6llig im Dunkeln, und in L\u00e4ndern mit weniger Trennung zwischen Religion und Staat gibt es so viel Religiosit\u00e4t wie in denen mit st\u00e4rkerer (die Korrelationen sind nicht signifikant, vgl. Russland, Schweden -wenig Trennung, wenig Religion,;Italien wenig Trennung, viel Religion; Frankreich viel Trennung \u2013wenig Religion; USA viel Trennung -viel Religion. Pluralismus \u2013empirisch sind die Korrelationen zwischen der Anzahl religi\u00f6ser Gemeinschaften in einer Gesellschaft und deren Religiosit\u00e4t nicht signifikant, &#8211; Pluralismus wirkt \u2013 wie oben erw\u00e4hnt \u2013eben nur negativ, wenn er als Rahmen gilt; Der Wohlstand\/die Erh\u00f6hung des Lebensstandards \u2013 s.o. zu Reichtum, Status und Einkommen \u2013Religion wird von Reichen zumindest genutzt zur Legitimation, sie tr\u00e4gt selber auch zur Entstehung des Wohlfahrtsstaats (oder gar des Wohlstands \u00fcberhaupt \u2013 vgl. Max Webers Protestantismusthese !) bei, auch gibt es in jeder Epoche Eliten mit hohen Lebensstandard, die aber religi\u00f6s sind , Wohlstand allein ist noch kein gro\u00dfes Gl\u00fcck; je mehr Gl\u00fccksg\u00fcter selbst gemacht werden k\u00f6nnen, desto weniger w\u00fcrde man Religion brauchen, aber desto mehr w\u00fcrden auch die Anspr\u00fcche steigen und die gerade durch eigenes Machen nicht erreichbaren Gl\u00fccksg\u00fcter w\u00fcrden wichtiger &#8211; so ist also ein leicht negativer Einfluss auf Religiosit\u00e4t m\u00f6glich, aber das reicht kaum, um S\u00e4kularisierung in Gang zu setzen(bei der ja vor allem g e g l a u b t wird, dass man das eigene Gl\u00fcck selber machen kann, dass das nicht stimmt, wird ja weggedeutet); vgl. auch: es gibt arme und unreligi\u00f6se L\u00e4nder neben armen und religi\u00f6sen (Bulgarien neben Rum\u00e4nien), es gibt reiche und unreligi\u00f6se neben reichen und religi\u00f6sen \u2013 Schweden und die USA. Auch alles Bisherige \u2013 auch oft nur diffus zusammengefasst \u2013 als die Modernisierung erkl\u00e4rt nichts \u2013 es gibt moderne und (un)religi\u00f6se (USA\/Irland\/Singapur vs. Schweden\/D\u00e4nemark\/Tschechei) und unmoderne und (un)religi\u00f6se(viele afrikanische Staaten vs. Nordkorea\/China) Gemeinschaften. Auch die These, es g\u00e4be gar keine S\u00e4kularisierung, es g\u00e4be nur einen Formenwandel religi\u00f6sen Verhaltens \u2013 wird vertreten, sie ist aber von der Datenlage so weit entfernt, dass man sie nicht wirklich ernstnehmen kann, nur per Definitionstricks ist es m\u00f6glich, sie zu \u201ebest\u00e4tigen\u201c &#8211; : wenn alles irgendwie \u201ereligi\u00f6s\u201c ist , dann kann Religiosit\u00e4t nat\u00fcrlich nicht verschwinden. <\/p>\n\n\n\n<p>(15) Interesse f\u00fcr Wissenschaft oder ein intellektuelles Bed\u00fcrfnis, nachzudenken wirkt nicht negativ auf die Religion, sondern hat keinen signifikanten Zusammenhang mit ihr; viele religi\u00f6se Menschen finden keinerlei Widerspruch zwischen Wissenschaft  52 und Glauben; der Gegensatz Religion-Wissenschaft ist oftmals keiner \u2013 historisch waren viele Wissenschaftler gl\u00e4ubige Menschen, kooperierte die Wissenschaft auch immer eher mit der Religion, wurde von ihr oft gef\u00f6rdert als Methode, die Wahrheit der Religion sicherer zu machen. Bis zu Darwin \u2013 und entgegen dem von den S\u00e4kularisten hochgespielten \u201eFall Galilei\u201c &#8211; gab es kaum Differenzen, die danach folgenden Auseinanderentwicklungen h\u00e4ngen auch damit zusammen, dass aus der analytischen Wissenschaft z.B. mit Marx \/den Sozialwissenschaften und Freud\/der Psychologie \u2013wertende und zwar vor allem anti-religi\u00f6s wertende \u201eWissenschaft\u201c wurde; untersucht man die Zusammenh\u00e4nge, dann ergibt sich: (Evolutions)Biologen, Sozialwissenschaftler und Psychologen sind die unreligi\u00f6sesten, die anderen Wissenschaftszweige sind dagegen weit religi\u00f6ser, oft nicht mal weniger als die Bev\u00f6lkerung, innerhalb der Wissenschaft gibt es riesige Differenzen ; s.o. auch den Faktor Bildung.<\/p>\n\n\n\n<p> (16) Modell: s\u00e4kulare Werte \u2013 vgl. Anm.6 -, Ideologien und Verhaltensweisen dringen in die Religion ein und l\u00f6sen deren Verhaltensrelevanz auf, die Welt wird s\u00e4kularer auch durch Gesetze, die die Bev\u00f6lkerung langsam akzeptiert; das religi\u00f6se Milieu wandelt sich und tradiert religi\u00f6se Inhalte nicht mehr, die Lernvorbilder, Medien und Eliten sind nun s\u00e4kular und lehren die Bev\u00f6lkerung S\u00e4kulares bzw. f\u00f6rdern dieses aktiv als Avantgarde; es gibt Folgeeffekte wie z.B. die der nicht intakten Familie (vgl oben 2b)); Status und \u00f6konomische Interessen werden nun von der S\u00e4kularit\u00e4t befriedigt(Religion wandert aus der Elite aus), die soziale Kontrolle wirkt nun gegen die Religion, Wirtschaft, Politik und Recht pushen die S\u00e4kularisierung immer weiter. Falls diese psychologischen, \u00f6konomischen und institutionellen Zw\u00e4nge nicht reichen(und falls eine radikale weltliche Ideologie herrscht \u2013 nicht also z.B. in Skandinavien, wo eher der sanfte ideologische und institutionelle Zwang regiert), zwingt der weltliche Staat die noch Religi\u00f6sen dazu, ihre Religion aufzugeben, sie darf nicht mehr verbreitet , ja nicht mehr (\u00f6ffentlich) gelebt werden, ihre letzten Anh\u00e4nger werden vertrieben oder get\u00f6tet(Endstufe: Nordkorea; Pol Pots Kambodscha oder die stalinistische Sowjetunion). <\/p>\n\n\n\n<p>(17) vgl. auch das Wachstum der Mormonen, der Amischen und Hutterer in den USA, der Evangelikalen\/Pfingstler in S\u00fcdamerika und Afrika, der orthodoxen Juden oder des islamischen Fundamentalismus gegen\u00fcber dem starken R\u00fcckgang der Glaubensintensit\u00e4t bei den s\u00fcdamerikanischen oder niederl\u00e4ndischen Katholiken, bei den Reformjuden oder allgemein beim liberalen Protestantismus.<\/p>\n\n\n\n<p>(18) vgl. Fix, a.a.O., S.113-122, 137-166,341-363 <\/p>\n\n\n\n<p>(19)st\u00e4rker resistente Gruppierungen, stabil gegen\u00fcber S\u00e4kularisierung, z.T. sogar wachsend: Neocalvinisten in den Niederlanden(gegen\u00fcber den moderaten\/liberalen Protestanten, die stark an Glauben und Mitgliedern verlieren, im selben Land, zur selben Zeit); Katholiken nach Trient, von ca. Anfang des 19.Jahrhunderts an bis zum 2. Vatikanischen Konzil; konservative Protestanten in den USA (mit fr\u00f6mmeren Verhaltensweisen \u2013 gegen\u00fcber weltlich politischen, \u201emodernen\u201c Denominationen \u2013 vgl. Fix, a.a.O., S. 144f) oder in S\u00fcdamerika \u2013 gerade bei den Armen, f\u00fcr die die  53 weltlich orientierte, sich f\u00fcr katholisch haltende \u201eTheologie der Befreiung\u201c ja speziell ausgedacht war; stark konservative Sekten wie die Mormonen, Amischen, Hutterer; in Deutschland: das Gro\u00dfherzogtum Hessen(kein Kirchgangsr\u00fcckgang von den 1870erJahren bis 1932!),\u00e4hnlich die Landeskirchen Hannover und Bayern -gegen\u00fcber Th\u00fcringen(sp\u00e4ter Hochburg der Deutschen Christen!) Eher weniger resistente Gruppen, instabil, Mitglieder und Glaubensintensit\u00e4t verlierend: \u201eaufgekl\u00e4rte Religion\u201c aller Zeiten, \u201creligi\u00f6se Sozialisten\u201c, die \u201eKirche im Sozialismus\u201c der DDR, die \u201eDeutschen Christen\u201c, die katholische Kirche nach dem Konzil(stillschweigende, auch etwas halbherzige R\u00fcckholversuche von Johannes Paul II und Benedikt waren wirkungslos), Teile des Klerus in der franz\u00f6sischen Revolution(sie akzeptieren und bef\u00fcrworten die Revolution, die sie bek\u00e4mpft)(Fix,a.a.O.,S.143); Reformjuden ab dem 19.Jahrhundert \u2013 Freude \u00fcber die Befreiung aus dem Getto \u2013bald aber \u201eBefreiung\u201c von aller echten Religiosit\u00e4t; liberale Protestanten in USA \u2013 vom \u201esocial gospel\u201c bis zum Linksevangelikalismus heutzutage(Schaffung des Reiches Gottes \u2013 eher materiell verstanden- durch Perfektibilit\u00e4t des Menschen, Lehre und Wort sind nicht wichtig, Individualit\u00e4t und Emotion wichtiger); allerdings nicht wie viele liberale Protestanten Deutschlands sp\u00e4tere Anh\u00e4nger des Nazismus (und \u2013 oft dieselben Leute oder auch rechte Protestanten, vgl. Martin Niem\u00f6ller &#8211;von einer abh\u00e4ngigen Religion zur n\u00e4chsten, &#8211; nach dem Krieg vehement linksliberal oder links), eher schon des Sozialismus (Nazis und Sozialisten haben in den USA &#8211; wohl wegen der st\u00e4rkeren Religiosit\u00e4t dort &#8211; kaum Unterst\u00fctzer, die abh\u00e4ngige Religion dort ist eher linksliberal von Anfang an bis heute). Integration des Weltlichen in die Religion(das Abh\u00e4ngigwerden der Religion) zerst\u00f6rt also offenbar diese langfristig. Komplex ist der Fall der Verbindung des Nationalen\/Ethnischen mit Religion, sie gibt es schon seit den Anf\u00e4ngen religi\u00f6sen Verhaltens, und sie scheint der Religion wenig zu schaden, vgl. f\u00fcr unser Problem: die polnische (oder irische) Art von Katholizismus profitierte sicher von der Idee, dass Polen eine katholische Identit\u00e4t besitzt, dass man als Pole katholisch ist(so wie als Russe orthodox). Interessant sind die F\u00e4lle Spanien(bis zu Francos Tod \u2013 lange nach dem Vatikanum II \u2013blieb hier die Religion stabil, verlor aber danach rapide an Zustimmung, \u2013 die nationale Anbindung \u2013 vgl. die \u201ereconquista\u201c und ihre Bedeutung f\u00fcr die spanische Identit\u00e4t &#8211; fehlte wohl), Slowakei(enge Verbindung katholisch-slowakisch) und Tschechei \u2013 dort wirkt Jan Hus nach \u2013 die tschechische Nation gr\u00fcndete sich gerade gegen den Katholizismus, aber seltsamerweise nicht auf den Protestantismus, man konnte Hus anscheinend auch nicht dem Protestantismus zurechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>(20) vgl. Fix, a.a.O.,S.149-163 und Anm 471, S. 229-232, Beispiele: Gebet, Glaube, Fr\u00f6mmigkeit, Mission, Kirchgang sind irrelevant f\u00fcr Religion, das Glaubensbekenntnis wird abgelehnt, negativistische Kirchenkritik herrscht vor, die Werte sind s\u00e4kular, vgl. Anmerkung 6; die Kirche hat vor allem eine politische Rolle, Erl\u00f6sung oder Leben nach dem Tod sind unwichtig. 54<\/p>\n\n\n\n<p>(21) Alexis de Tocqueville: Der alte Staat und die Revolution. M\u00fcnchen 1978(Originalausgabe Paris 1856)<\/p>\n\n\n\n<p>(22)vgl. zu Klerus, Theologiestudenten, Religionslehrern und ihrer S\u00e4kularisierungswirkung Fix, a.a.O.,S.147ff <\/p>\n\n\n\n<p>(23)Fix, a.a.O.,S.149f <\/p>\n\n\n\n<p>(24)Fix, a.a.O.,S.159f <\/p>\n\n\n\n<p>(25)Fix, a.a.O.,S.161ff <\/p>\n\n\n\n<p>(26)wichtig ist dabei die \u00dcberwindung der sog. Schweigespirale: -man nimmt wahr, dass die Gegner der eigenen Meinung in der \u00d6ffentlichkeit scheinbar in der Mehrheit sind(allerdings nur aufgrund von Medienkonsonanz und Abweichung der Medienmacher vom Bev\u00f6lkerungsdurchschnitt und aufgrund der Lautst\u00e4rke der Gegner), also schweigt man eher, obwohl man in der Mehrheit ist, was nat\u00fcrlich den Eindruck verst\u00e4rkt, dass die anderen in der Mehrheit sind, was wieder neues Schweigen hervorruft usw.; Noelle-Neumann, Elisabeth: Die \u201aSchweigespirale. Frankfurt\/Lien\/Berlin 1982 Minderheitensituation kann schw\u00e4chen, kann aber auch zur Herausforderung werden, an der man w\u00e4chst <\/p>\n\n\n\n<p>(27)vgl. dazu Heinkel, a.a.O. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>>> PDF-Download Fecisti nos ad Te,Et inquietum est cor nostrumDonec requiescat in Te Augustinus Als Zarathustra aber allein war, sprach er also zu seinem Herzen:\u201eSollte es denn m\u00f6glich sein!Dieser alte Heilige hat in seinemWalde noch nichts davon geh\u00f6rt,dass Gott tot ist !\u201c Nietzsche Gott ist tot! 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