{"id":395,"date":"2018-11-15T21:06:29","date_gmt":"2018-11-15T21:06:29","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=395"},"modified":"2019-01-15T10:43:18","modified_gmt":"2019-01-15T10:43:18","slug":"tragische-irrefuehrung-im-evangelischen-oberkirchenrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=395","title":{"rendered":"Tragische Irref\u00fchrung im evangelischen Oberkirchenrat"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Tragische_Irref\u00fchrung_des_OKR_NOV2018.pdf\">&gt;&gt;PDF-Downland<\/a><\/h5>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Tragische Irref\u00fchrung voller Selbstt\u00e4uschungen  im Kollegium des Evang. Oberkirchenrats KA<\/h5>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Eine bilanzierende Betrachtung, elementare Bewertung und positive Konsequenzen \/ R.-A.Thieke<\/h6>\n\n\n\n<p>Das religions- und gesellschaftspolitisch angelegte Projekt \u201eChristen und Muslime\u201c (63 S.) kennt in der Geschichte der Evangelischen Landeskirche in Baden nicht seinesgleichen. Die Problematiken dieses kirchlichen Dokuments und des ganzen Projektes sind f\u00fcr Kenner der Materie schnell durchschaut. Dem ist nicht ohne weiteres so f\u00fcr die, die keine differenzierte Vorstellung vom \u201eIslam\u201c insgesamt haben. Die Autorengemeinschaft der Oberkirchenr\u00e4te ist grundlegend der Sprachfalle \u201eReligion\u201c erlegen: sie geht davon aus, dass sich der Islam als Gesamtgemeinschaft religionswissenschaftlich strukturell als gleichartig einordnen l\u00e4sst in die bunte Welt vieler anderer Religionen.  Demgegen\u00fcber ist festzuhalten, dass es &#8211; nach dem Selbstverst\u00e4ndnis des \u201eIslam\u201c (\u201eUnterwerfung\u201c) &#8211; nicht nur um pers\u00f6nliche Spiritualit\u00e4t und religi\u00f6se Gemeinschaft geht, sondern zugleich um ein politisches und machtpolitisches Eroberungskonzept mit historischem und exklusivem \u00dcberlegenheits-Anspruch.  Diese grundlegende Pr\u00e4misse spielt f\u00fcr die Autoren keine Rolle. Dem entsprechen dann auch die weiteren Schw\u00e4chen des ganzen Projektes: <\/p>\n\n\n\n<ol><li>Das dem Gesamtprojekt unterlegte Grundkonzept \u201eReziproke  Inklusivit\u00e4t\u201c von Reinhold  Bernhardt stellt eine moderate Form des Religionspluralismus dar, der theologisch nicht mit dem Wahrheitszeugnis der Heiligen Schrift und der reformatorischen Bekenntnisschriften vereinbar ist. <\/li><li>Die Beschreibung der theologischen und religionswissenschaftlich zu pr\u00fcfenden Inhalte des \u201eGespr\u00e4chspapiers\u201c zeigt eine ausged\u00fcnnte (defizit\u00e4re) und abgef\u00e4lschte Darstellung des christlichen Glaubens wie auch der islamischen Grundlagen.<\/li><li>Der ganze Versuch des Projektes, das christliche Credo und die muslimisch-islamische Schahada auf eine gleichwertige Ebene zu stellen und gleichsam zu analogisieren, bedeutet theologisch die Preisgabe der exklusiven Bindung an das, was laut Badischer Grundordnung \u201ealleinige Bindung\u201c an die Heilige Schrift und die reformatorischen Bekenntnisse meint.<\/li><li>Das hohe Pathos, mit dem der Begriff \u201eDialog\u201c bedacht und verfolgt ist, hat die Tendenz, den eigentlichen, wahren und zentralen missionstheologischen Auftrag zu \u00fcberdecken und zu verdr\u00e4ngen; der Kirche aber muss es bestimmend darum gehen, ihr theologisches Zeugnis in die Gespr\u00e4che und Begegnungen einzubringen. Dass dies stets in \u201edialogischer\u201c Gestalt zu geschehen hat, d.h. in einer f\u00fcr den Gespr\u00e4chspartner verst\u00e4ndlichen und nachvollziehbaren Form, ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Es kann uns als Kirche keineswegs drum gehen, unsere \u201eDialog\u201c-Willigkeit und -F\u00e4higkeit dick demonstrieren zu wollen. Diese ist l\u00e4ngst erwiesen.  <\/li><li>Im Unterschied dazu haben wir es auf muslimisch-islamischer Seite fast immer mit einem anderen Verst\u00e4ndnis von \u201eDialog\u201c zu tun und vor allem mit einem hohen Defizit an Dialog-Kultur. Zu fragen ist: Wen haben sich die Autoren des Gespr\u00e4chspapiers eigentlich genauer als islamische \u201eDialog-Partner\u201c vorgestellt und welche dieser \u201eDialog\u201c-Partner werden von ihnen als repr\u00e4sentativ bzw. sogar als religionspolitisch relevant betrachtet? Die Autoren des OKR-Papiers leben in dieser Hinsicht auch soziologisch in realit\u00e4tsfernen Wunschtr\u00e4umen.<\/li><li>Die Literatur-Angaben des Materialheftes zeigen Einseitigkeiten und hohe Defizite, wenn es darum geht, islamwissenschaftlich relevante Grundkenntnisse f\u00fcr die theologische sowie religionswissenschaftliche und die pastorale Urteilsbildung zu verarbeiten. (Zu den geradezu peinlichen und augenf\u00e4lligsten Willk\u00fcr-Akten in der Literatur-Auswahl geh\u00f6rt die Tatsache, dass der gute EKD-Text Nr. 86  \u201eKlarheit und gute Nachbarschaft\u201c (Nov. 2006) nicht einmal erw\u00e4hnt ist.) Diese Tatsache wiegt umso schwerer, als wir in Deutschland noch universit\u00e4r ausgewiesene Orientalisten wie auch kirchlich-theologisch kompetente Islam-Kenner haben, die man zurate h\u00e4tte ziehen k\u00f6nnen. Statt Kompetenz-Qualit\u00e4t sicherzustellen, haben Nicht-Fachleute im OKR sich unter hohem Aufwand einen Wunsch-Islam geschaffen, der im Sinne des \u201eDialog-Konzeptes\u201c von Rh. Bernhardt ausfallen sollte. So entstand ein Prokrustes-Bett ganz eigener Art, um sich einen guten \u201eDialog\u201c besser vorstellen zu k\u00f6nnen.<\/li><li>Zu den Folgen der religionswissenschaftlichen Bildungsdefizite und des eigenwilligen Ansatzes im Konzept \u201eReziproke Inklusivit\u00e4t\u201c geh\u00f6rt eine Verharmlosung a.) der klassischen Gewalt-Ans\u00e4tze in den normativen islamischen Glaubensquellen, b.) der Gewalt-Geschichte des Islam selbst seit den Anf\u00e4ngen Mohammeds in Medina und c.) zahlloser Gewaltakte in der Gegenwart. Hierzu geh\u00f6rt auch der Ressentiment-geladene Juden-Hass, der sich in der Geschichte des Islam mal mehr, mal weniger zeigte (und der seine Anl\u00e4sse keineswegs erst in der Existenz des heutigen Staates Israel gefunden hat).<\/li><li>Insgesamt ist ein \u201egut gemeintes\u201c Dokument entstanden, in dem Richtiges, Wichtiges, Windiges, Irref\u00fchrendes und Defizit\u00e4res zusammen-gekommen ist. Statt ein verl\u00e4ssliches Bildungsangebot zu erstellen, das Christen zeigt, wie sie intelligent auf Muslime zugehen k\u00f6nnen, und wie f\u00fcr Muslime  Inhalte des christlichen Glaubens verst\u00e4ndlich zug\u00e4nglich gemacht werden, ist ein Misch- und Verwirrpapier entstanden, das weder den frommen Muslimen mit solidem christlichen Zeugnis dient noch Christen verl\u00e4ssliche Einf\u00fchrung in die Breite des islamischen Denkens in all seiner Vielschichtigkeit und Janus-K\u00f6pfigkeit anbietet. Erst recht wird kein Zugang zur heutigen frommen Salafisten-Szene in Deutschland er\u00f6ffnet, die schon heute die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes hochgradig beunruhigt.<\/li><li>Auch unter kybernetischen Aspekten ist zu bezweifeln, ob sich das Karlsruher Kollegium hinreichend Gedanken gemacht hat, was es mit diesem Projekt den zahlreichen Synodalen da zumutet: d.h. ehrenamtlichen Mitarbeitern, die ihre kostbare Freizeit f\u00fcr das Wohl ihrer Gemeinden und der Kirchenbezirke zur Verf\u00fcgung stellen, die sich aber beim Gro\u00df-Thema \u201eIslam\u201c ehrlicherweise als Nicht-Fachleute bekennen d\u00fcrften und die sich wohl auch einen innerkirchlich polarisierenden Dauer-Dialog entschieden verbieten! Auch theologisch w\u00e4ren sie da gut beraten: als \u201eB\u00fcrger zweier Reiche\u201c sehen viele Gemeindeglieder  regelrechte \u201eReligionspolitik\u201c und Umgang mit dem Islam eher im politisch-\u00f6ffentlichen Diskurs verortet.<\/li><li>Als positive Konsequenz aus allem legt sich im Sinne des Konzeptes \u201eZeugnis im Dialog\u201c u.a. folgender Gedanke nahe: Lassen wir ekiba-weit einstige Muslime, die zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben, mit ihrem Zeugnis \u00f6ffentlich und allerorts zu Wort kommen!<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Rolf-Alexander Thieke<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt;&gt;PDF-Downland Tragische Irref\u00fchrung voller Selbstt\u00e4uschungen im Kollegium des Evang. 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