{"id":392,"date":"2016-02-17T20:54:49","date_gmt":"2016-02-17T20:54:49","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=392"},"modified":"2018-12-20T19:18:20","modified_gmt":"2018-12-20T19:18:20","slug":"eingabe-an-die-landessynode-17feb2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=392","title":{"rendered":"Eingabe an die Landessynode 17|FEB|2016"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Eingabe_Landessynode_EHE_2016FEB17.pdf\">&gt;&gt;PDF- Download<\/a><br><\/h5>\n\n\n\n<p>\nDie\nLandessynode m\u00f6ge beschlie\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Der\nBeschluss der Landessynode aus dem Jahr 2003, der die geistliche\nBegleitung gleichgeschlechtlicher Paare der Seelsorge zuweist, soll\nauch weiterhin in Geltung bleiben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nBegr\u00fcndungen:<\/p>\n\n\n\n<ol><li>\tDer\tbiblische Befund ist klar und eindeutig: homosexuelles&nbsp;&nbsp;&nbsp;V\te r h a l t e n, ausgelebte praktizierte\tHomosexualit\u00e4t, ist von Gott n i c h t&nbsp;&nbsp;&nbsp;gewollt\t(der einzelne&nbsp; M e n s c h&nbsp;&nbsp;&nbsp;, der\tS\u00fcnder, ist von Gott geliebt, soll auch von uns geliebt werden,\taber das darf nicht daran hindern, sein von S\u00fcnde gepr\u00e4gtes V\te r h a l t e n als falsch anzusehen und ihn \u2013\tgerade aus Liebe zu ihm, aus Besorgnis um sein ewiges Heil \u2013 zur\tUmkehr zu rufen). An dieser Tatsache haben verschiedene Versuche,\thomosexuelles Verhalten entgegen dem biblischen Befund als doch von\tGott toleriert oder gar gewollt darzustellen( Stichworte: die Liebe\trechtfertigt alles\/\/Paulus kannte noch keine gleichgeschlechtlichen\tPartnerschaften\/\/ damals Gesagtes gilt heute nicht mehr, ist\t\u00fcberholt\/\/die Aussage in Galater 3,28\/\/), nichts ge\u00e4ndert \u2013 sie\tscheitern allesamt am Wort Gottes, das hat die theologische\tDiskussion der letzten Jahre deutlich gezeigt.\t<\/li><li>\tWas\tals einzelnes, einmalig ausge\u00fcbtes Verhalten nicht gottgewollt ist,\tkann nicht dadurch, dass es innerhalb einer Partnerschaft\t\u00f6fters\/dauerhaft vollzogen wird, nun zu einem von Gott akzeptierten\tVerhalten werden, es stellt im Gegenteil die S\u00fcnde damit erst auf\tDauer. Der Rahmen, innerhalb dessen dieses von Gott nicht gewollte\tVerhalten dann immer wieder ausge\u00fcbt wird, sei er nun von Liebe und\tTreue gepr\u00e4gt oder eher eine der lutherischen \u201eNotordnung\u201c\tnachempfundene Notl\u00f6sung, ist in der biblischen Beurteilung ohne\tBelang. Dort geht es nur darum, dass homosexuelles Verhalten schon\tund gerade als Verhalten a n&nbsp; s i c\th eine S\u00fcnde ist. Dieser S\u00fcnde w\u00fcrde nun allerdings\tdurch den Rahmen, der ja die regelm\u00e4\u00dfige Praxis erst m\u00f6glich\tmacht bzw. noch steigert, sogar noch Vorschub geleistet. Deshalb\tm\u00fcssen gleichgeschlechtliche Partnerschaften logischerweise noch\tst\u00e4rker abgelehnt werden als einzelne homosexuelle Verhaltensweisen\tund deshalb existiert auch keinerlei Basis \u2013 weder biblisch noch\tlogisch noch theologisch &#8211; f\u00fcr eine Segnung gleichgeschlechtlicher\tPartnerschaften, ob in der Form eines Gottesdienstes oder in der\tSeelsorge. (Im \u00fcbrigen ist in der Bibel nur ein eheliches\tZusammenleben zwischen Mann und Frau vorgesehen, niemals aber eine\tgleichgeschlechtliche Partnerschaft oder gar Ehe).\t<\/li><li>\tDer\tdes \u00f6fteren vorgebrachten Vorstellung, homosexuelles Verhalten\tsei&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;u n v e r \u00e4 n d e r b a r&nbsp;&nbsp;&nbsp;,\tdie uns gegebenen Gebote seien irrelevant, da sie gar nicht\teingehalten werden k\u00f6nnten,- dieses Verhalten sei so etwas wie\tSchicksal f\u00fcr die Betreffenden, weil es eine \u201eSch\u00f6pfungsvariante\u201c\tdarstelle(\u201ediese Menschen k\u00f6nnen doch gar nicht anders, Gott hat\tsie so geschaffen, man kann und darf von ihnen keine Ver\u00e4nderung\tihres Verhaltens verlangen \u201e), dieser Vorstellung ist aus mehreren\tGr\u00fcnden zu widersprechen: Wir leben nicht mehr in der\turspr\u00fcnglichen Sch\u00f6pfung, sondern in der gefallenen. Aus diesem\tGrund bedeutet die blo\u00dfe Existenz einer Verhaltensweise auch nicht\tzwangsl\u00e4ufig, dass sie &#8211; nur weil sie existiert \u2013auch deshalb\tschon implizit von Gott geschaffen oder gutgehei\u00dfen ist. Weiter\tspricht gegen das erw\u00e4hnte Argument, dass Gott &#8211; durchg\u00e4ngig\tbezeugt in der Heiligen&nbsp;Schrift &#8211; explizit erkl\u00e4rt hat,\tdass homosexuelles Verhalten S\u00fcnde ist. W\u00e4re dieses Verhalten also\teine von Gott geschaffene ebenso akzeptable Variante des Verhaltens\twie das heterosexuelle, wie k\u00f6nnte er es dann zur S\u00fcnde erkl\u00e4ren\t?\t\tZudem\taber und wichtiger: Christen glauben nicht an das Schicksal, die\tBibel betont immer und immer wieder die M\u00f6glichkeit (und nat\u00fcrlich\tauch die Schwierigkeit) der Umkehr vom falschen Weg, von S\u00fcnde und\tFehlverhalten, der Mensch&nbsp;&nbsp;&nbsp;k a n n&nbsp;&nbsp;&nbsp;also\tanders.\t\tUnd\tviele wissenschaftliche Untersuchungen sprechen daf\u00fcr, dass\thomosexuelles Verhalten gerade nicht genetisch&nbsp;&nbsp;&nbsp;d e\tt e r m i n i e r t&nbsp;&nbsp;&nbsp;, sondern nur genetisch&nbsp;&nbsp;&nbsp;b\te e i n f l u s s t&nbsp;&nbsp;&nbsp;ist und sich deshalb auch im\tLebensverlauf ver\u00e4ndern kann (und sich bei vielen Betroffenen auch\tver\u00e4ndert hat).\t\tGott\terwartet nicht, dass wir immer seinen Willen in Perfektion erf\u00fcllen,\tsondern er erwartet von uns, dass wir&nbsp;&nbsp;&nbsp;v e r s u c h\te n&nbsp;&nbsp;, seinen Willen zu tun (dass wir \u2013 S\u00fcnder wie wir\talle sind &#8211; immer wieder daran scheitern, wei\u00df er). Nichts anderes\tverlangt er von j e d e m&nbsp;&nbsp;&nbsp;S\u00fcnder, so auch von\teinem Menschen mit homosexuellen Neigungen: er verlangt wie auch im\tUmgang mit anderen s\u00fcndhaften Neigungen im Leben den&nbsp;&nbsp;V e\tr s u c h&nbsp;&nbsp;&nbsp;, solche&nbsp;Neigungen&nbsp;&nbsp;n\ti c h t&nbsp;&nbsp;&nbsp;auszuleben (auch wenn das nicht immer\tgelingt, auch wenn sich Ver\u00e4nderung nicht wie gew\u00fcnscht\teinstellt). Dabei f\u00fcr Unterst\u00fctzung zu sorgen, Ver\u00e4nderungsw\u00fcnsche\tzu akzeptieren, Ver\u00e4nderung nicht von vornherein auszuschlie\u00dfen,\tden irrt\u00fcmlichen Glauben an die Unver\u00e4nderbarkeit nicht noch zu\tintensivieren, bei Schwierigkeiten und oftmaligem Scheitern den\tbiblisch richtigen Versuch, umzukehren, nicht wegzureden, sondern\tden Gescheiterten liebevoll wieder aufzurichten, ihm br\u00fcderlich\t(vielleicht gar organisiert oder institutionalisiert wie in der\t\u201eBruderschaft des Weges\u201c) zur Seite zu stehen und nicht das\tFalsche durch unhaltbare Pseudotheologie noch zu verst\u00e4rken, &#8211;\tdarin liegt unsere Aufgabe: in Seelsorge, aber auch in kirchlichen\tBeschl\u00fcssen, die der wissenschaftlich belegbaren und theologisch\tbegr\u00fcndbaren Sachlage entsprechen.\t<\/li><li>\tNoch\tweit wichtiger als die Frage der Segnung ist die dahinterstehende\tProblematik: darf in einer christlichen Kirche, die sich auf Gottes\tWort und die daraus abgeleiteten Bekenntnisse gr\u00fcndet, etwas\tbeschlossen werden, das eindeutig gegen diese Grundlagen verst\u00f6\u00dft\t(vgl.oben) Darf&nbsp;die Kirche sich \u00fcber Basis ihrer\tExistenz hinwegsetzen ? Ein solcher Pr\u00e4zedenzfall h\u00e4tte absehbare\tFolgen., er w\u00fcrde die Kirche spalten und langfristig zerst\u00f6ren.\tViele theologisch versierte Christen w\u00fcrden den status confessionis\tgegeben sehen, viele Gemeindeglieder w\u00e4ren verunsichert\tund&nbsp;&nbsp;demotiviert, w\u00fcrden sich zur\u00fcckziehen oder aus der\tKirche austreten.\t\tAuch\tdie Gew\u00e4hrung von \u201eGewissensschutz\u201c k\u00f6nnte das nicht\tverhindern (zumal praktizierte Gewissensfreiheit durch die soziale\tRealit\u00e4t in Gemeinde und Landeskirche und durch den dann geltenden,\tdem Gewissen entgegenstehenden Synodenbeschluss sowieso weitgehend\tunm\u00f6glich gemacht w\u00fcrde), denn das christliche Gewissen ist nicht\tfrei zu allem und jedem, es ist frei nur in der Bindung an Gottes\tWort\/an die Bekenntnisse der Kirche. Gewissen l\u00e4sst sich von Gottes\tWort nicht trennen. So muss auch das Gewissen der Synodalen an\tdieses Wort gebunden bleiben. Nur darin liegt die Autorit\u00e4t der\tSynode begr\u00fcndet. Man kann nicht bekenntniswidrige Beschl\u00fcsse\tfassen und dabei ein gutes Gewissen haben, man kann auch nicht (und\tdas ist ein Gebot der Logik wie der Liebe und der Wahrhaftigkeit)\tselbst vom bestehenden Bekenntnis abweichen und andern\tGewissensfreiheit in der Bindung an eben dieses Bekenntnis\tzugestehen. Ein Synodenbeschluss pro Segnung im obigen Sinne und\tgleichzeitig pro Gewissensfreiheit (hier angenommen, es w\u00e4re\twirklich m\u00f6glich, sie zu leben) w\u00fcrde deshalb auch signalisieren,\tdass in der Landeskirche zwei Gruppen von Gl\u00e4ubigen existierten,\tdie sich auf entgegengesetzte Grundlagen berufen: einmal diejenigen,\tdie scheinbar guten Gewissens den in diesem Falle schriftwidrigen\tsynodalen Weg gehen und zum andern diejenigen, die in echter Treue\tzum Wort Gottes Gewissensfreiheit in Anspruch nehmen. Das w\u00fcrde\teine mehr oder minder sichtbare Spaltung unserer Landeskirche in\tverschiedene Gruppen mit verschiedenen Glaubens-bzw.\tBekenntnisgrundlagen bedeuten, eine Spaltung, die sich \u2013 durch\tBerufung auf diesen Pr\u00e4zedenzfall \u2013 auch auf andere Teile der\tGrundlagen unserer Kirche ausbreiten w\u00fcrde.&nbsp;&nbsp;Denn: sollte\tes schon bei eindeutigem Bibelbefund (s.o.)m\u00f6glich sein, diesen\tBefund auf den Kopf zu stellen, dann ist das bei weniger eindeutigen\tStellen noch weit eher zu erwarten<strong>.&nbsp;<\/strong>Der\tbeschleunigten&nbsp;Selbsts\u00e4kularisierung und damit der\tZerst\u00f6rung von Glaube und Kirche sind dann keine Grenzen mehr\tgesetzt.\t<\/li><li>Wir\tbitten die Synodalen deshalb aus all diesen Gr\u00fcnden, keinen\tBeschluss zu fassen, der \u2013 so wie die gottesdienstliche Segnung\tvon gleichgeschlechtlichen Partnerschaften \u2013 Gottes Wort\/den\tBekenntnissen der Kirche widerspricht, sondern den Beschluss der\tSynode von 2003 zu diesem Thema weiter in Geltung zu lassen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Horst Fix K\u00f6nigsbach- Stein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt;&gt;PDF- Download Die Landessynode m\u00f6ge beschlie\u00dfen: Der Beschluss der Landessynode aus dem Jahr 2003, der die geistliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare der Seelsorge zuweist, soll auch weiterhin in Geltung bleiben. 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