{"id":354,"date":"2016-04-30T21:47:12","date_gmt":"2016-04-30T21:47:12","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=354"},"modified":"2018-12-20T19:16:51","modified_gmt":"2018-12-20T19:16:51","slug":"antwort-an-okr-dr-kreplin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=354","title":{"rendered":"Antwort an OKR Dr. Kreplin 30|APR|2016"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Antwort-an-OKR-Dr.-Kreplin-30.04.2016.pdf\">>> PDF-Download<\/a><\/h5>\n\n\n\n<p>   Dr. Hans-Gerd Krabbe&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Martinstra\u00dfe 9<br>\n77855  Achern<\/p>\n\n\n\n<p>30. April 2016<\/p>\n\n\n\n<p>Betr.:        Badische Landessynodal-Entscheidung zur \u203aHomo-Trauung\u2039 vom 23.04.2016<br>\nBezug:     mein Schreiben \u00bbFragen \u00fcber Fragen\u00ab vom 26.04.2016 <br>\nBezug:    mein Mail-Schreiben an Sie vom 28.04.2016<br>\nBezug:        Ihre \u203aErl\u00e4uterung und Begr\u00fcndung\u2039 in der Fassung vom 28.04.2016<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr Dr. Kreplin,<\/p>\n\n\n\n<p>mit wachem Interesse habe ich Ihre \u203aErl\u00e4uterung und Begr\u00fcndung\u2039 gelesen. Erlauben Sie mir, darauf zu reagieren:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2981    Beim Beschluss f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen Traugottesdienst f\u00fcr Homosexuelle handelt es sich um eine \u203aKann-Bestimmung\u2039. Das hei\u00dft: Kein Pfarrer kann zu dieser Kasualie gezwungen werden, sicher auch kein Dekan. Warum aber kann sich nicht ebenso ein \u00c4ltestenkreis oder ein Kirchengemeinderat gem\u00e4\u00df Art. 16,3, Ziff. 5.6 der \u203aGO\u2039 gegen ein solches Traugesuch stellen?<br>\n\u2981    Staatliches Recht unterscheidet nach wie vor zwischen der Ehe zwischen Mann und Frau (mit der Option zu eigenen Kindern) und der Lebenspartnerschaft homosexuell lebender Mitmenschen. Eine rechtliche Angleichung an die Ehe bedeutet aber nun noch nicht eine rechtliche Gleichstellung. Einer \u00bbEhe f\u00fcr alle\u00ab ist von staatlicher Seite aus (noch) kein Freibrief erteilt! <br>\n\u2981    Wichtig scheint zu unterscheiden zwischen Gleichheit, Gleichwertigkeit, Gleich-berechtigung. Jeder einzelne Mensch ist ein Original aus Gottes Sch\u00f6pferhand. Bei aller Verschiedenheit sind wir Menschen eben nicht gleich und eben nicht nur geschlechtlich bi-polar voneinander unterschieden \u2013 es sei denn, man vertritt Gender-Ideologie. Sehr wohl aber sind wir alle trost- und erl\u00f6sungsbed\u00fcrftig, darin gewisserma\u00dfen gleich. <br>\n\u2981    Eigens zu problematisieren ist das Segensverst\u00e4ndnis aufgrund von Num. 6,22-27, dabei insbesondere das von 6,27 (!): Wie soll(te) GOTT (!) Lebensverh\u00e4ltnisse segnen, die Seiner Botschaft widersprechen? Was ma\u00dfen sich Pfarrer diesbez\u00fcglich dabei an Selbstt\u00e4uschung und an T\u00e4uschung anderer (etwa Homosexueller) an, und dies auch noch in landessynodalem und landesbisch\u00f6flichem Auftrag?\/!<\/p>\n\n\n\n<p>\u2981    Die neutestamentlichen Zeugnisse nach Mt. 25,40.46, nach Gal. 3,28 oder nach R\u00f6m. 13,10 auf die gew\u00fcnschte Homo-Ebene zu beziehen, kann aus rein exegetischen Gr\u00fcnden doch wohl nicht ernsthaft \u00fcberzeugen! Genauso wenig \u00fcberzeugt die Umdeutung des lutherischen \u00bbWas Christum treibet\u00ab oder der Verweis auf Luthers Rede von der Ehe als \u00bbweltlich Ding\u00ab in diesem Zusammenhang. Kommentar: \u203aMan sp\u00fcrt die Absicht und ist verstimmt!\u2039 <br>\n\u2981    Wenn in alt- und neutestamentlichen Zeugnissen homosexuelle Lebensweise wohl unstrittig keinerlei positive W\u00fcrdigung oder Wertsch\u00e4tzung erf\u00e4hrt, sondern als Versto\u00df gegen Gottes Ordnung verstanden wird, so ist dies das Eine \u2013 das Andere: Es wird doch wohl nicht \u00fcberzeugen, unterstellen zu wollen, dass Jesus von Nazareth oder der Apostel Paulus von homosexuellen Praktiken nichts gewusst h\u00e4tten! Denken Sie etwa nur an das damalige Freudenhaus in Ephesus! Durch einen speziellen Gang fanden die Biblio-theksbesucher ins unmittelbar anliegende Freudenhaus! Wenn nun Jesus von Nazareth wie Paulus aus Tarsus im Besonderen den Stellenwert der Ehe zwischen Mann und Frau hervorheben, was ja eigentlich nicht n\u00f6tig w\u00e4re, weil selbstverst\u00e4ndlich, dann erkl\u00e4rt sich dies vor dem Hintergrund, dass sie sehr wohl um andere Lebensweisen wussten, sich davon aber distanzierten! Dadurch, dass sie sich so stark f\u00fcr die Ehe zwischen Mann und Frau aussprechen, kritisieren sie indirekt diese anderen Lebensweisen! Also: Die Bibel geht sehr wohl davon aus, dass es verschiedenartige Lebensformen gibt, aber nicht in der Maxime, diese alle \u203apositiv zu werten\u2039 oder als \u00bbethisch gleichwertig\u00ab zu erkl\u00e4ren! Im Gegenteil!<br>\n\u2981    Wie eine Trauung im herk\u00f6mmlichen Sinne nach der Eheschlie\u00dfung zwischen Mann und Frau nun nach dem gleichen agendarischen Trau-Formular auch f\u00fcr den Kasus der Homo-Trauung von statten gehen mag, ist wohl kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Gespannt sein mag man auf die nun zu erarbeitende neue Lebensordnung \u00bbTrauung, Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft\u00ab. Wer beschlie\u00dft und verabschiedet diese neue Lebensordnung? Werden die Bezirkssynoden vorab zur Stellungnahme eingeladen, ebenso die \u00c4ltesten-kreise und Kirchengemeinder\u00e4te?<br>\n\u2981    Kritische R\u00fcckfragen sind nicht zuletzt angebracht, wenn Sie im Blick auf diejenigen, die diese Synodal-Entscheidung zur Homo-Trauung nicht mittragen k\u00f6nnen, schreiben: \u00bbAuch sie haben selbstverst\u00e4ndlich weiterhin Platz in der Landeskirche.\u00ab Dieser Satz gibt durchaus zu denken!<\/p>\n\n\n\n<p>Auch diese meine Anmerkungen verstehen sich als offener Diskussionsbeitrag, das hei\u00dft, sie werden weitergegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichem Gru\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>>> PDF-Download Dr. Hans-Gerd Krabbe&nbsp; Martinstra\u00dfe 9 77855 Achern 30. 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