{"id":312,"date":"2017-07-01T12:03:55","date_gmt":"2017-07-01T12:03:55","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=312"},"modified":"2018-12-19T20:14:48","modified_gmt":"2018-12-19T20:14:48","slug":"zwoelf-widerstaendige-brocken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=312","title":{"rendered":"Zw\u00f6lf widerst\u00e4ndige Brocken"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">12 widerst\u00e4ndige Brocken zum 30. Juni 2017         <\/h5>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/12-widerst\u00e4ndige-Brocken-zum-30.6.-2017_.pdf\">>> PDF-Download<\/a><\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p>als der Deutsche Bundestag in seiner gro\u00dfen antidiskriminatorischen Weisheit      den Kulturbruch vollzog und die Exklusivit\u00e4t                                                              der konjugalen Ehe von Mann und Frau abschaffte.                                                               <\/p>\n\n\n\n<ol><li>Eine Kultur, die die eheliche Gestalt der Sexualit\u00e4t, die allein die Fortpflanzung und damit ihre Selbsterhaltung gew\u00e4hrleistet, n\u00e4mlich die konjugale Sexualit\u00e4t von Mann und Frau, durch die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c mit der homosexuellen Gestalt der Sexua- lit\u00e4t, die progammatisch unfruchtbar ist, gleichstellt, ist von allen guten Geistern verlassen. Sie hat resignierend, ja selbstm\u00f6rderisch das Interesse an ihrer eigenen Zukunft verloren. Der Kernbestand unserer individuellen und sozialen Identit\u00e4t wird mit voller Absicht einer Gleichstellung zugef\u00fchrt, die zur weiteren moralischen Verwirrung und Verwahrlosung unserer Gesellschaft f\u00fchren wird, denn die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c ist keine Ehe, das ist fake news! Allein die Ehe realisiert den fundamentalen Friedensschluss von Mann und Frau, und allein die ehebasierte Familie realisiert in der F\u00e4higkeit zur Fortpflanzung, zur Generationalit\u00e4t zugleich den Friedensschluss der Generationen. Durch die neue Norm der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c werden Ehe und Familie zu diffusen Freundschaftsmodellen entkernt und verlieren gerade damit ihre notwendige Widerstandskraft gegen die Kr\u00e4fte der Zerst\u00f6rung. Die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c ist der Weg zur Abschaffung der Ehe \u00fcberhaupt. Eine Kultur, die in ihrem inneren Aufbau \u2013 und Ehe und Familie ist das zentrale seelische und soziale Bauprinzip \u2013 solcherma\u00dfen in der Beliebigkeit verwahrlost, wird sich einem neuen ideologischen bzw. religi\u00f6sen Totalitarismus und seinen \u201ekulturellen Rettungsangeboten\u201c ohne ernsthaften Widerstand unterwerfen.    <\/li><li>Da die Ehe ihre begr\u00fcndende, st\u00e4rkende und sch\u00fctzende Kraft f\u00fcr die treue, lebenslange Liebes-Beziehung von Mann und Frau, die zugleich Vater und Mutter werden wollen bzw. sind, schon seit einiger Zeit zunehmend verliert, zerbrechen immer h\u00e4ufiger Familien. Die in der Familie gemeinsam begr\u00fcndete Elternschaft von Mann und Frau verliert durch das Scheitern der Ehe ihre Exklusivit\u00e4t, ihre Verbind- lichkeit und Pr\u00e4gekraft.  Aktuell transformieren sich zahlreiche Familien nach der Trennung der leiblichen Eltern hinein in Modelle der \u201eFlickenteppich-Familie\u201c meist ohne Ehe der neuen Paare. Dabei werden immer wieder bisherige Familienmitglieder nicht zuletzt der andere Elternteil irgendwie verloren oder bewusst abgeh\u00e4ngt. Einen besonders traurigen Part haben hier Gro\u00dfeltern, die von heute auf morgen die Enkel entzogen bekommen k\u00f6nnen. Allerdings wird dieser schmerzliche Prozess des Familienzerfalls, der Gott sei Dank noch nicht die Regel ist!, ideologisch gef\u00f6rdert und medial sch\u00f6n geredet, man nennt dies dann die \u201ePluralisierung der Lebens- formen\u201c. Familie soll sich vom Vater-Mutter-Kinder-Modell emanzipieren und immer mehr zu einem schwer definierbaren weil multiformen sozialen Konglomerat werden. <br>\nDas ist dann die gro\u00dfe Stunde der \u201eRegenbogenfamilien\u201c mit ihrer homosexuellen Elternschaft. Gemeinsam mit der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c bildet sie das ambitionierte Aktions- feld der politischen und medialen Antidiskriminierer der \u201eVielfalt der Lebensentw\u00fcrfe.\u201c      <\/li><li>Ein besonders engagierter und verl\u00e4sslich hemmungsloser Kritiker der \u201eb\u00fcrgerli- chen Ehe\u201c, treffender gesagt: des christlichen Eheverst\u00e4ndnisses und seiner treuen sexuellen Zweisamkeit von Mann und Frau war in den vergangenen Jahrzehnten die Homosexuellenbewegung. Gerade aus ihren Reihen kam der \u00e4tzenden Spott \u00fcber diese \u201ekleinb\u00fcrgerliche, lustfeindliche Zwangsveranstaltung zur sexuellen Selbstverst\u00fcmmelung\u201c. Homosexuelle Lebensweisen dagegen \u2013 und dies war im homosexuellen Selbstverst\u00e4ndnis enorm wichtig! \u2013 definierten Sexualit\u00e4t und Beziehungstreue bewusst anders als in der traditionellen wesentlich christlich gepr\u00e4gten Ehe. Homosexuelle Beziehungsformen sind revolution\u00e4r und lassen sich auf keinen Fall in traditionelle b\u00fcrgerliche Muster pressen, so hie\u00df es, und reklamierten daher selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr sich das Recht fast schon die Pflicht promiskuitiv zu sein, weil es sowieso zum Wesen der freien Sexualit\u00e4t geh\u00f6re, sich nicht auf eine Person zu fixieren, sondern immer wieder frei zu w\u00e4hlen. So kommt auch aus diesem Umfeld die programmatische Unterscheidung von sexueller und sozialer Treue in einer Partnerschaft. <\/li><li>Vor diesem Hintergrund der langj\u00e4hrigen ideologischen Entwertung der Ehe als exklusiver Lebensform der sozialen, emotionalen und sexuellen Treue von Mann und Frau also der konjugalen Ehe, die auf leibliche Kinder und Familiengr\u00fcndung ausge- richtet ist, geschieht seit geraumer Zeit etwas sehr erstaunliches. Die Homosexu- ellenbewegung und ihre Sympathisanten vollziehen den 180-Grad-Schwenk und entdecken lautstark und politisch prominent die positiven Qualit\u00e4ten der Ehe. Dieses wichtige gesellschaftliche Beziehungsinstitut, so sagen sie nun, dieser institutionelle Raum der Liebe und Treue (von dem sie jahrzehntelang nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gehalten haben!) werde ihnen heteronormativ und damit  diskriminierend und grundgesetzwidrig vorenthalten. Das sei krasses Unrecht und verweigere homosexuellen Menschen die Gleichstellung und das wahre Lebens- gl\u00fcck! Die Ehe sei daher von jeder Bindung ans Geschlecht zu l\u00f6sen, so hei\u00dft es seit geraumer Zeit. Alles andere sei \u201ebiologistisches\u201c, den Menschen auf biologische Merkmale reduzierendes Denken, so t\u00f6nen gerade auch die kirchlichen Propagan- disten.  <\/li><li>Die Homoehe oder bewusst entgrenzt, die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c und eben darum auch die \u201eEhe mit allen\u201c wird also neu entdeckt oder besser, neu erfunden! Aus der \u201emiefigen und repressiven b\u00fcrgerlichen Ehe\u201c, die es im Rahmen der sexuellen Befreiung zu \u00fcberwinden galt, wird nun ein hervorragendes homosexuelles Propagandainstru- ment der Antidiskriminierung mitten im  b\u00fcrgerlichen, ja konservativen Milieu. Die <br>\nSchm\u00e4hkritik an der Ehe, die man fr\u00fcher k\u00fcbelweise \u00fcber sie kippte, ist vorbei. Pl\u00f6tzlich erscheint es, als m\u00fcssten alle anst\u00e4ndigen Homosexuellen heiraten, es hat schon wahrhaft  kom\u00f6diantische Z\u00fcge, man glaubt es kaum! Niemand spricht derzeit so wertsch\u00e4tzend und respektvoll von der bisherigen \u201eZweierkiste Ehe\u201c wie die Homosexuellen und ihre gesellschaftlichen Propagandisten. Wir werden Zeugen einer atemberaubenden homosexuellen Ehren-Rettung der Ehe! So wird im gut b\u00fcrgerlichen Gewand die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c zum grandiosen politischen Rammbock, um den identit\u00e4tsstiftenden gesellschaftlichen Kernbereich der Geschlechterbeziehung unter der Fahne der Antidiskriminierung zu erobern, auszuhebeln und neu zu deuten. Und die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit des Bundestages und der in ihm vertretenen Parteien bejubeln diesen in seinen Folgen \u00fcberhaupt nicht absehbaren Kulturbruch!            Nach der Bundestagsabstimmung am 30. Juni 2017 feierten nicht nur die Gr\u00fcnen eine wilde Party, auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands gab folgende herzbewegendende Erkl\u00e4rung ab: \u201eOb man in Deutschland heiraten darf oder nicht, entscheidet zuk\u00fcnftig nicht mehr das Geschlecht, sondern Liebe, Zusammenhalt und das Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten f\u00fcreinander da zu sein.\u201c Das ist doch der Gipfel der Anst\u00e4ndigkeit! <\/li><li>Entscheidende Unterst\u00fctzung bei diesem ganz und gar nicht harmlosen sondern wahrhaft kulturrevolution\u00e4ren Gro\u00dfprojekt der Entnormierung der Ehe von Mann und Frau, ja der Heterosexualit\u00e4t schlechthin, fand die homosexuelle Lobby nat\u00fcrlich bei den Gr\u00fcnen und Linken, gewiss, da kommen ja viele von ihnen her. Aber das reicht ihnen nicht. Sie wollen ja mehr, sie wollen weiterkommen, sie wollen erobern! Man braucht und will die Aktivisten, die F\u00f6rderer, die Sympathisanten im b\u00fcrgerlichen Lager. Das ist entscheidend, denn dort in der Mitte der Gesellschaft ist ja die Ehe zu- hause, und da will man das Sagen haben. Hier bot sich nun in ideologischer Pass- genauigkeit die Evangelische Kirche als Kooperationspartnerin an. Wie Schl\u00fcssel und Schloss, besser geht\u2019s nicht, haben sich die Homolobby und der liberale Protestantismus gefunden und dynamisieren sich gegenseitig in Wahrnehmung und Wertsch\u00e4tzung: F\u00fcr beide eine ausgezeichnete win-win-Situation. Der landeskirch- liche Protestantismus kompensiert seinen zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutungsverlust durch strahlende \u00f6ffentliche Anerkennung und die Homolobby erobert sich die Akzeptanz der b\u00fcrgerlichen Milieus. Jeder Kirchenraum wird durch den Segen der Homotrauung zu einem wunderbaren Akzeptanz- und Legitimations- forum homosexueller Beziehungsrealit\u00e4t. <\/li><li>Das Entwicklungsareal und die testenden Vorfelder dieser Kooperation von Evangelischer Kirche und Homolobby waren die Kirchentage und die Evangelischen Akademien. Hier geschah seit den achtziger Jahren der zwar kleinschrittige aber stetige Auf- und Ausbau der Akzeptanzr\u00e4ume homosexueller Lebenswelten. Hier wurden die ideologischen und medialen Seilschaften gekn\u00fcpft, die strategischen Allianzen geschmiedet und die taktischen Phasen der Eroberung entwickelt. Und <br>\ndann marschierte man gut ger\u00fcstet aus der Nische heraus in r\u00fccksichtsloser Aus- dauer Schritt f\u00fcr Schritt \u00fcber die Dekanats- und Bezirkssynoden durch die Gemein- den, nahezu jeder Kirchenvorstand wurde durch sprach- und argumentationsm\u00e4ch- tige Homo-Propagandisten, die auch keine Wiederholungsschleifen scheuten, beackert, und parallel dazu ging es hinauf und hinein in die gesetzgebenden Lan- dessynoden und in die kirchlichen Leitungsetagen. Eine Position nach der anderen wurde bestens vernetzt und strategisch klug erobert. Der Widerspruch aus konser- vativen Positionen heraus war h\u00e4ufig zur\u00fcckhaltend und  verdruckst, war wenig koordiniert und kam oft zu sp\u00e4t, so dass er leicht ignoriert oder l\u00e4cherlich gemacht oder als menschen- und evangeliumsfeindlich ge\u00e4chtet werden konnte. So wurde aus der ethischen Randposition einer kleinen Minderheit durch konsequente und langfristig angelegte Eroberungs- und Machtstrategien der  bekenntnisbildende Mainstream des landeskirchlichen Protestantismus mit unangefochtenem theolo- gischem oder treffender gesagt mit pseudotheologischem und kirchenleitendem Deutungsmonopol. Nun kann die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c im 500-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4umsjahr der Reformation wirkungsvoll zur konsequenten Verwirklichung der lutherischen \u201eFreiheit eines Christenmenschen\u201c stilisiert werden. Auch erscheint es in diesem \u201ereformato- rischen Strom der Befreiung\u201c nur konsequent, dass  die Frage nach der Bereitschaft zur Segnung\/ Trauung homosexueller Paare zum Einstellungskriterium landes- kirchlicher Personalpolitik wird. Wenn der Ratsvorsitzende der EKD jetzt zu den Evangelikalen gewandt sagt, dass die Homosexualit\u00e4t keine Bekenntnisfrage sei, dann ist das insofern belustigend, weil er dabei v\u00f6llig unterschl\u00e4gt, dass es immer mehr die Kirchenleitungen und die sie st\u00fctzenden Synodenmehrheiten selber sind, die die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c zur alles entscheidenden evangelischen Bekenntnisfrage machen!  <\/li><li>Warum wurde der landeskirchliche Protestantismus so beeindruckend zum idealen B\u00fcndnispartner der Homolobby? Der in den Gliedkirchen der EKD vorherr- schende gr\u00fcnlich-linke Liberal-Protestantismus hat schon seit l\u00e4ngerer Zeit die Bibel \u2013 einst heilige Grundlagenurkunde f\u00fcr Lehre und Leben der Kirche und der Christen \u2013 entm\u00e4chtigt und zu einem Steinbruch gemacht, aus dem man das Wenige, was man noch theologisch braucht, sich willk\u00fcrlich holt. Meist reicht schon der Hinweis auf die ausgrenzungsfreie Jesus-Liebe. Was diesem liberalen Protestantismus allerdings aller Einsatz wert ist, das praktiziert er in allen Bereichen mit gro\u00dfer Energie, n\u00e4mlich die Transformation von Religion in Moral, das hei\u00dft: in den kirch- lichen Lebens\u00e4u\u00dferungen ist nicht der wahre, der schriftgem\u00e4\u00dfe Glaube und seine ad\u00e4quaten Ausdrucksformen, also die Spiritualit\u00e4t der Gottesbeziehung die Haupt- sache, sondern das richtige und gute Handeln. Diese oft gr\u00fcn-links gepr\u00e4gte PraxisDominanz mit ihrer Verwandlung der Theologie in Ethik und ihrem Verk\u00fcmmern der Gottesfrage und der Glaubensdimension l\u00e4sst den landeskirchlichen Protestantismus st\u00e4ndig Ausschau halten nach gesellschafts-politischen Themen und Aufgabenfel- dern, die sich f\u00fcr eine kirchlich-gr\u00fcne Agenda eignen und zugleich \u00f6ffentlich relevant sind. Da bot sich die vermeintliche Antidiskriminierung Homosexueller eingebettet in <br>\ndas Bekenntnis zur Genderagenda der sexuellen Vielfalt als ideales Projekt an. Freiheit und Gerechtigkeit als zentrale biblische Grundthemen eignen sich hervorragend zur gegenderten Instrumentalisierung im Raum der Kirche, deren gro\u00dfer Etappensieg die ethisch-liturgische Gleichstellung der Homoehe ist. Leutselige Kirchenleiter und freundliche Bisch\u00f6finnen warben Land auf Land ab gewinnend f\u00fcr die \u201eentdiskriminierte Ehe im Sinne Jesu\u201c. Man nehme der Ehe ja nichts weg, so wird uns sirenenhaft sanft vermittelt, im Gegenteil, man mache die Ehe st\u00e4rker und sch\u00f6ner und best\u00e4tige sie ausdr\u00fccklich in ihren konservativen Werten der Verl\u00e4sslichkeit und Verantwortungsbereitschaft, wenn man sie homo- sexuell (sicher bald auch multi-sexuell) erweitere. Nur ein zu \u00e4chtender homophober Menschenfeind kann hier etwas dagegen haben\u2026!   <\/li><li>Es ist leicht zu erkennen und liegt f\u00f6rmlich auf der Hand, dass dem landeskirch- lichen Protestantismus in der Homoehe ein grandioses Projekt zugewachsen ist, das ihn in hervorragender Weise gesellschaftlich bedeutungsvoll erscheinen l\u00e4sst und zugleich das spezifisch evangelische Profil st\u00e4rkt und sch\u00e4rft. Denn w\u00e4hrend in Sachen Islam-Akzeptanz, Klimawandel und Fl\u00fcchtlingshilfe gerade auch mit Papst Franziskus der Katholizismus immer wieder als kirchliche Konkurrenz erlebt wird, ja regelrecht dabei ist, den Protestantismus zu \u00fcberholen, kann mit der Homoehe im Genderumfeld der sexuellen Vielf\u00e4ltigkeit die Evangelische Kirche konkurrenzlos Punkte machen. Sie kann den vermufften, vormodernen und missbrauchsgebeutel- ten Katholizismus mit seiner Neigung zur Homophobie m\u00fchelos distanzieren und ihm die rote Karte zeigen: Wir Evangelischen sind eben doch das Original, die echten Progressiven, die in Kooperation mit links-gr\u00fcn die Menschen befreien und die Welt verbessern. Aber nicht nur der Katholizismus kann in Sachen Homoehe evangelisch abgeh\u00e4ngt und auf die hinteren Pl\u00e4tze verwiesen werden, nein das evangelische Profil kann auch klar gegen die Evangelikalen mit ihrem verklemmt-schmuddeligen Konservativismus und seinem rechtspopulistischen Geschm\u00e4ckle gesch\u00e4rft werden. So kann sich der landeskirchliche Protestantismus auch entsprechend der H\u00f6he seiner z.Zt. vereinnahmten Kirchensteuer strahlend und staatstragend als \u00f6ffentlicher Tr\u00e4ger des gesellschaftlichen Zusammenhalts pr\u00e4sentieren: Wir sind die Guten in der Mitte der Gesellschaft, nur wir haben die moderne menschenfreundliche Religion, die niemand ausgrenzt und erst Recht keine Vorschriften macht. Bei uns d\u00fcrfen daher alle in der F\u00fclle ihrer sexuellen Vielfalt ihr wahres Lebensgl\u00fcck genie\u00dfen! <\/li><li>Die Homoehe als ultimatives Mainstream-Projekt des evangelisch-landeskirch- lichen Profils l\u00e4sst nat\u00fcrlich auch  plausibel erscheinen, warum die innerkirchliche Diskussion dar\u00fcber in den letzten Jahren und Monaten immer unduldsamer und k\u00fcrzer angebunden wurde und immer h\u00e4ufiger mit Mehrheitsentscheidungen und Diskursabbruch einfach  durchgezogen wird. Konnte man vor Jahren innerhalb der Evangelischen Kirche noch theologisch miteinander ringen, \u201emit Spannungen leben\u201c und  ertragen, dass man keinen ethischen Konsens bez\u00fcglich gelebter Homosexu- <br>\nalit\u00e4t hatte, so wurden die Stimmung und auch die Beschlusslage in der letzten Zeit immer intoleranter, ja aggressiver und zwar von oben herab von den Kirchenlei- tungen und \u2013Verwaltungen eben mit gewaltigen Synodenmehrheiten im R\u00fccken. Selbst einen Gewissensschutz f\u00fcr die Minderheit der Segnungs-\/Trauungsver- weigerer unter den Pfarrern will man im Jahr des 500-j\u00e4hrigen Reformationsjubi- l\u00e4ums immer weniger gelten lassen. Der landeskirchliche Protestantismus hat entschieden, dass die sog. sexuelle Antidiskriminierung das reformatorische Prinzip und Projekt schlechthin ist, und dass es nicht vorgesehen ist und daher auch nicht geduldet werden kann, dass dieses identit\u00e4tsstiftende \u00f6ffentliche Projekt der HomoEhe-Trauung in den eigenen Reihen problematisiert oder gar abgelehnt wird. Wem dieser kirchliche Kurs, der die Antidiskriminierung der sexuellen Vielfalt zum evangelischen Bekenntnis macht, nicht passt, der kann ja katholisch werden, oder dorthin gehen, wo der Pfeffer w\u00e4chst, basta! Die Ver\u00f6ffentlichungen der kirchlichen Gender-Prop-Zentren best\u00e4tigen anschaulich diesen Basta-Stil! <\/li><li>In dieser kirchlich-gesellschaftlichen Verfassung ergeht an die christliche Gemeinde der Bu\u00dfruf des Evangeliums. Dieser hei\u00dft: Umkehr zu Jesus, dem K\u00f6nig der Juden und dem Retter der Welt, Umkehr zu der Wahrheit Seines Wortes und Umkehr zu Seinem Volk Israel. In und durch diese Umkehr widerf\u00e4hrt der christlichen Gemeinde die frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen einer lebensm\u00fcden Kultur und ihrer kirchlichen Verdoppelung. Daher besteht die wesentliche Frage darin, ob es Gemeinden innerhalb der unbiblischen landeskirchlichen Ideologie und ihrer h\u00e4retischen Leitungsorgane gibt, die bereit sind, auf diesen Bu\u00dfruf des Evangeliums zu h\u00f6ren und ihm zu folgen? Die es aber tun, die sich Jesus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben zuwenden, die erkennen, wie sehr sie selbst in dieses lebensm\u00fcde System der gesellschaftlichen Anpassung verstrickt sind, und die bekennen ihre Schuld. In der Erfahrung der Vergebung w\u00e4chst die Erkenntnis der eigenen Schuldverstrickung und zugleich und noch viel mehr die hoffnungsvolle Kraft, diese zerst\u00f6rerische Abh\u00e4ngigkeit zu \u00fcberwinden und ihre Positionen zu verlassen. Dabei wird der Kampf um Ehe und Familie in ihrer biblischen Sicht von zentraler Bedeutung sein. Biblische Anschauung und Ermutigung bieten dabei die alt-testamentliche Exodusgemeinde als Urbild f\u00fcr den Auszug des Volkes Gottes aus einer heidnischen Kultur des Todes und die neu-testamentlichen Gemeinden im heidnischen Umfeld; gerade auch die bedr\u00e4ngten Gemeinden der Johannesoffen- barung.  Aktuell k\u00f6nnen uns die christlichen Gemeinden aus afrikanischen oder asiatischen nicht-christlichen Mehrheitskulturen eine wichtige Ermutigung und Orientierung sein. Wir laden ihre Missionare herzlich ein:\u201cKommt her\u00fcber und helft uns!\u201c (Apostelgeschichte 16, 9). <\/li><li>Da zur Zeit der real existierende landeskirchliche Protestantismus in Ideologie und Struktur der geistlichen Erneuerung in der Nachfolge Jesu wenig f\u00f6rderlich ist, braucht es neue mutige und inspirierend-missionarische Aufbr\u00fcche an der Kirchen- <br>\nbasis. Die Aufgabe ist es: Sich innerhalb der Landeskirche weitgehend von der Landeskirche geistlich, strukturell und finanziell unabh\u00e4ngig zu machen und neue R\u00e4ume und gemeinsame Strukturen zu gewinnen z. B. durch die Bildung freier Synoden und neuer Formen der geistlichen Leitung. Die entstehende Bekennende Kirche in den Jahren 1933 und 1934 zeigt daf\u00fcr Schneisen auf und l\u00e4sst Pfade erkennen, wie ein kirchlicher in Gottes Wort gegr\u00fcndeter Widerstand von Gemeinden gegen h\u00e4retische Kirchenleitungen aussehen k\u00f6nnte. In der \u201eErkl\u00e4rung \u00fcber das rechte Verst\u00e4ndnis der reformatorischen Bekenntnisse\u201c der 1. freien reformierten Synode am 3.\/4. Januar 1934 in Barmen hei\u00dft es unter III. Kirche in der Welt: \u201e3. Die Kirche ist in der Welt unter der Heiligen Schrift. Sie dient dem Menschen und dem Volk, dem Staat und der Kultur, indem sie hinsichtlich ihrer Botschaft und ihrer Gestalt dem ihr vorgeschriebenen Worte Gottes und seinem Heiligen Geist gehorsam zu sein bem\u00fcht ist. Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche habe dem Menschen damit zu dienen, dass sie ihm mehr gehorchend als Gott, ihre Botschaft und ihre Gestalt seinen jeweiligen \u00dcberzeugungen, W\u00fcnschen und Zwecken anpasse und zur Verf\u00fcgung stelle\u201c. Und in der Erkl\u00e4rung der Freien evangelischen Synode im Rheinland  am 18.\/19. Februar 1934 ebenfalls in Barmen hei\u00dft es unter II. Zur Ordnung der Kirche: \u201e2\u2026..Wir ermahnen unsere Br\u00fcder im Amt, Prediger und \u00c4lteste, schriftwidrigen Verordnungen und Ma\u00dfnahmen  des jetzigen schriftwidrigen Kirchenregiments nicht zu gehorchen\u2026\u2026 Solcher Ungehorsam gegen ein Kirchen- regiment, das wider Gottes Wort regiert, ist Gehorsam gegen Gott.\u201c <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Wiesloch im Juli 2017 <\/p>\n\n\n\n<p>Burkard Hotz, Pfarrer i. R.                                                                                                      <\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcterstra\u00dfe 16                                                                                                                  burkard@familie-hotz.de                                                                                                    <\/p>\n\n\n\n<p><em>als der Deutsche Bundestag in seiner gro\u00dfen antidiskriminatorischen Weisheit      den Kulturbruch vollzog und die Exklusivit\u00e4t                                                              der konjugalen Ehe von Mann und Frau abschaffte.                                                               <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp; Eine Kultur, die die eheliche Gestalt der Sexualit\u00e4t, die allein die Fortpflanzung und damit ihre Selbsterhaltung gew\u00e4hrleistet, n\u00e4mlich die konjugale Sexualit\u00e4t von Mann und Frau, durch die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c mit der homosexuellen Gestalt der Sexua- lit\u00e4t, die progammatisch unfruchtbar ist, gleichstellt, ist von allen guten Geistern verlassen. Sie hat resignierend, ja selbstm\u00f6rderisch das Interesse an ihrer eigenen Zukunft verloren. Der Kernbestand unserer individuellen und sozialen Identit\u00e4t wird mit voller Absicht einer Gleichstellung zugef\u00fchrt, die zur weiteren moralischen Verwirrung und Verwahrlosung unserer Gesellschaft f\u00fchren wird, denn die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c ist keine Ehe, das ist fake news! Allein die Ehe realisiert den fundamentalen Friedensschluss von Mann und Frau, und allein die ehebasierte Familie realisiert in der F\u00e4higkeit zur Fortpflanzung, zur Generationalit\u00e4t zugleich den Friedensschluss der Generationen. Durch die neue Norm der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c werden Ehe und Familie zu diffusen Freundschaftsmodellen entkernt und verlieren gerade damit ihre notwendige Widerstandskraft gegen die Kr\u00e4fte der Zerst\u00f6rung. Die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c ist der Weg zur Abschaffung der Ehe \u00fcberhaupt. Eine Kultur, die in ihrem inneren Aufbau \u2013 und Ehe und Familie ist das zentrale seelische und soziale Bauprinzip \u2013 solcherma\u00dfen in der Beliebigkeit verwahrlost, wird sich einem neuen ideologischen bzw. religi\u00f6sen Totalitarismus und seinen \u201ekulturellen Rettungsangeboten\u201c ohne ernsthaften Widerstand unterwerfen.    <\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<p>2. Da die Ehe ihre begr\u00fcndende, st\u00e4rkende und sch\u00fctzende Kraft f\u00fcr die treue, lebenslange Liebes-Beziehung von Mann und Frau, die zugleich Vater und Mutter werden wollen bzw. sind, schon seit einiger Zeit zunehmend verliert, zerbrechen immer h\u00e4ufiger Familien. Die in der Familie gemeinsam begr\u00fcndete Elternschaft von Mann und Frau verliert durch das Scheitern der Ehe ihre Exklusivit\u00e4t, ihre Verbind- lichkeit und Pr\u00e4gekraft.  Aktuell transformieren sich zahlreiche Familien nach der Trennung der leiblichen Eltern hinein in Modelle der \u201eFlickenteppich-Familie\u201c meist ohne Ehe der neuen Paare. Dabei werden immer wieder bisherige Familienmitglieder nicht zuletzt der andere Elternteil irgendwie verloren oder bewusst abgeh\u00e4ngt. Einen besonders traurigen Part haben hier Gro\u00dfeltern, die von heute auf morgen die Enkel entzogen bekommen k\u00f6nnen. Allerdings wird dieser schmerzliche Prozess des Familienzerfalls, der Gott sei Dank noch nicht die Regel ist!, ideologisch gef\u00f6rdert und medial sch\u00f6n geredet, man nennt dies dann die \u201ePluralisierung der Lebens- formen\u201c. Familie soll sich vom Vater-Mutter-Kinder-Modell emanzipieren und immer mehr zu einem schwer definierbaren weil multiformen sozialen Konglomerat werden. Das ist dann die gro\u00dfe Stunde der \u201eRegenbogenfamilien\u201c mit ihrer homosexuellen Elternschaft. Gemeinsam mit der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c bildet sie das ambitionierte Aktions- feld der politischen und medialen Antidiskriminierer der \u201eVielfalt der Lebensentw\u00fcrfe.\u201c      <\/p>\n\n\n\n<p>3. Ein besonders engagierter und verl\u00e4sslich hemmungsloser Kritiker der \u201eb\u00fcrgerli- chen Ehe\u201c, treffender gesagt: des christlichen Eheverst\u00e4ndnisses und seiner treuen sexuellen Zweisamkeit von Mann und Frau war in den vergangenen Jahrzehnten die Homosexuellenbewegung. Gerade aus ihren Reihen kam der \u00e4tzenden Spott \u00fcber diese \u201ekleinb\u00fcrgerliche, lustfeindliche Zwangsveranstaltung zur sexuellen Selbstverst\u00fcmmelung\u201c. Homosexuelle Lebensweisen dagegen \u2013 und dies war im homosexuellen Selbstverst\u00e4ndnis enorm wichtig! \u2013 definierten Sexualit\u00e4t und Beziehungstreue bewusst anders als in der traditionellen wesentlich christlich gepr\u00e4gten Ehe. Homosexuelle Beziehungsformen sind revolution\u00e4r und lassen sich auf keinen Fall in traditionelle b\u00fcrgerliche Muster pressen, so hie\u00df es, und reklamierten daher selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr sich das Recht fast schon die Pflicht promiskuitiv zu sein, weil es sowieso zum Wesen der freien Sexualit\u00e4t geh\u00f6re, sich nicht auf eine Person zu fixieren, sondern immer wieder frei zu w\u00e4hlen. So kommt auch aus diesem Umfeld die programmatische Unterscheidung von sexueller und sozialer Treue in einer Partnerschaft. <\/p>\n\n\n\n<p>4. Vor diesem Hintergrund der langj\u00e4hrigen ideologischen Entwertung der Ehe als exklusiver Lebensform der sozialen, emotionalen und sexuellen Treue von Mann und Frau also der konjugalen Ehe, die auf leibliche Kinder und Familiengr\u00fcndung ausge- richtet ist, geschieht seit geraumer Zeit etwas sehr erstaunliches. Die Homosexu- ellenbewegung und ihre Sympathisanten vollziehen den 180-Grad-Schwenk und entdecken lautstark und politisch prominent die positiven Qualit\u00e4ten der Ehe. Dieses wichtige gesellschaftliche Beziehungsinstitut, so sagen sie nun, dieser institutionelle Raum der Liebe und Treue (von dem sie jahrzehntelang nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gehalten haben!) werde ihnen heteronormativ und damit  diskriminierend und grundgesetzwidrig vorenthalten. Das sei krasses Unrecht und verweigere homosexuellen Menschen die Gleichstellung und das wahre Lebens- gl\u00fcck! Die Ehe sei daher von jeder Bindung ans Geschlecht zu l\u00f6sen, so hei\u00dft es seit geraumer Zeit. Alles andere sei \u201ebiologistisches\u201c, den Menschen auf biologische Merkmale reduzierendes Denken, so t\u00f6nen gerade auch die kirchlichen Propagan- disten.  <\/p>\n\n\n\n<p>4. Die Homoehe oder bewusst entgrenzt, die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c und eben darum auch die \u201eEhe mit allen\u201c wird also neu entdeckt oder besser, neu erfunden! Aus der \u201emiefigen und repressiven b\u00fcrgerlichen Ehe\u201c, die es im Rahmen der sexuellen Befreiung zu \u00fcberwinden galt, wird nun ein hervorragendes homosexuelles Propagandainstru- ment der Antidiskriminierung mitten im  b\u00fcrgerlichen, ja konservativen Milieu. Die <br>Schm\u00e4hkritik an der Ehe, die man fr\u00fcher k\u00fcbelweise \u00fcber sie kippte, ist vorbei. Pl\u00f6tzlich erscheint es, als m\u00fcssten alle anst\u00e4ndigen Homosexuellen heiraten, es hat schon wahrhaft  kom\u00f6diantische Z\u00fcge, man glaubt es kaum! Niemand spricht derzeit so wertsch\u00e4tzend und respektvoll von der bisherigen \u201eZweierkiste Ehe\u201c wie die Homosexuellen und ihre gesellschaftlichen Propagandisten. Wir werden Zeugen einer atemberaubenden homosexuellen Ehren-Rettung der Ehe! So wird im gut b\u00fcrgerlichen Gewand die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c zum grandiosen politischen Rammbock, um den identit\u00e4tsstiftenden gesellschaftlichen Kernbereich der Geschlechterbeziehung unter der Fahne der Antidiskriminierung zu erobern, auszuhebeln und neu zu deuten. Und die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit des Bundestages und der in ihm vertretenen Parteien bejubeln diesen in seinen Folgen \u00fcberhaupt nicht absehbaren Kulturbruch!            Nach der Bundestagsabstimmung am 30. Juni 2017 feierten nicht nur die Gr\u00fcnen eine wilde Party, auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands gab folgende herzbewegendende Erkl\u00e4rung ab: \u201eOb man in Deutschland heiraten darf oder nicht, entscheidet zuk\u00fcnftig nicht mehr das Geschlecht, sondern Liebe, Zusammenhalt und das Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten f\u00fcreinander da zu sein.\u201c Das ist doch der Gipfel der Anst\u00e4ndigkeit! <\/p>\n\n\n\n<p>6. Entscheidende Unterst\u00fctzung bei diesem ganz und gar nicht harmlosen sondern wahrhaft kulturrevolution\u00e4ren Gro\u00dfprojekt der Entnormierung der Ehe von Mann und Frau, ja der Heterosexualit\u00e4t schlechthin, fand die homosexuelle Lobby nat\u00fcrlich bei den Gr\u00fcnen und Linken, gewiss, da kommen ja viele von ihnen her. Aber das reicht ihnen nicht. Sie wollen ja mehr, sie wollen weiterkommen, sie wollen erobern! Man braucht und will die Aktivisten, die F\u00f6rderer, die Sympathisanten im b\u00fcrgerlichen Lager. Das ist entscheidend, denn dort in der Mitte der Gesellschaft ist ja die Ehe zu- hause, und da will man das Sagen haben. Hier bot sich nun in ideologischer Pass- genauigkeit die Evangelische Kirche als Kooperationspartnerin an. Wie Schl\u00fcssel und Schloss, besser geht\u2019s nicht, haben sich die Homolobby und der liberale Protestantismus gefunden und dynamisieren sich gegenseitig in Wahrnehmung und Wertsch\u00e4tzung: F\u00fcr beide eine ausgezeichnete win-win-Situation. Der landeskirch- liche Protestantismus kompensiert seinen zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutungsverlust durch strahlende \u00f6ffentliche Anerkennung und die Homolobby erobert sich die Akzeptanz der b\u00fcrgerlichen Milieus. Jeder Kirchenraum wird durch den Segen der Homotrauung zu einem wunderbaren Akzeptanz- und Legitimations- forum homosexueller Beziehungsrealit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p>7. Das Entwicklungsareal und die testenden Vorfelder dieser Kooperation von Evangelischer Kirche und Homolobby waren die Kirchentage und die Evangelischen Akademien. Hier geschah seit den achtziger Jahren der zwar kleinschrittige aber stetige Auf- und Ausbau der Akzeptanzr\u00e4ume homosexueller Lebenswelten. Hier wurden die ideologischen und medialen Seilschaften gekn\u00fcpft, die strategischen Allianzen geschmiedet und die taktischen Phasen der Eroberung entwickelt. Und dann marschierte man gut ger\u00fcstet aus der Nische heraus in r\u00fccksichtsloser Aus- dauer Schritt f\u00fcr Schritt \u00fcber die Dekanats- und Bezirkssynoden durch die Gemein- den, nahezu jeder Kirchenvorstand wurde durch sprach- und argumentationsm\u00e4ch- tige Homo-Propagandisten, die auch keine Wiederholungsschleifen scheuten, beackert, und parallel dazu ging es hinauf und hinein in die gesetzgebenden Lan- dessynoden und in die kirchlichen Leitungsetagen. Eine Position nach der anderen wurde bestens vernetzt und strategisch klug erobert. Der Widerspruch aus konser- vativen Positionen heraus war h\u00e4ufig zur\u00fcckhaltend und  verdruckst, war wenig koordiniert und kam oft zu sp\u00e4t, so dass er leicht ignoriert oder l\u00e4cherlich gemacht oder als menschen- und evangeliumsfeindlich ge\u00e4chtet werden konnte. So wurde aus der ethischen Randposition einer kleinen Minderheit durch konsequente und langfristig angelegte Eroberungs- und Machtstrategien der  bekenntnisbildende Mainstream des landeskirchlichen Protestantismus mit unangefochtenem theolo- gischem oder treffender gesagt mit pseudotheologischem und kirchenleitendem Deutungsmonopol. Nun kann die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c im 500-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4umsjahr der Reformation wirkungsvoll zur konsequenten Verwirklichung der lutherischen \u201eFreiheit eines Christenmenschen\u201c stilisiert werden. Auch erscheint es in diesem \u201ereformato- rischen Strom der Befreiung\u201c nur konsequent, dass  die Frage nach der Bereitschaft zur Segnung\/ Trauung homosexueller Paare zum Einstellungskriterium landes- kirchlicher Personalpolitik wird. Wenn der Ratsvorsitzende der EKD jetzt zu den Evangelikalen gewandt sagt, dass die Homosexualit\u00e4t keine Bekenntnisfrage sei, dann ist das insofern belustigend, weil er dabei v\u00f6llig unterschl\u00e4gt, dass es immer mehr die Kirchenleitungen und die sie st\u00fctzenden Synodenmehrheiten selber sind, die die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c zur alles entscheidenden evangelischen Bekenntnisfrage machen!  <\/p>\n\n\n\n<p>8. Warum wurde der landeskirchliche Protestantismus so beeindruckend zum idealen B\u00fcndnispartner der Homolobby? Der in den Gliedkirchen der EKD vorherr- schende gr\u00fcnlich-linke Liberal-Protestantismus hat schon seit l\u00e4ngerer Zeit die Bibel \u2013 einst heilige Grundlagenurkunde f\u00fcr Lehre und Leben der Kirche und der Christen \u2013 entm\u00e4chtigt und zu einem Steinbruch gemacht, aus dem man das Wenige, was man noch theologisch braucht, sich willk\u00fcrlich holt. Meist reicht schon der Hinweis auf die ausgrenzungsfreie Jesus-Liebe. Was diesem liberalen Protestantismus allerdings aller Einsatz wert ist, das praktiziert er in allen Bereichen mit gro\u00dfer Energie, n\u00e4mlich die Transformation von Religion in Moral, das hei\u00dft: in den kirch- lichen Lebens\u00e4u\u00dferungen ist nicht der wahre, der schriftgem\u00e4\u00dfe Glaube und seine ad\u00e4quaten Ausdrucksformen, also die Spiritualit\u00e4t der Gottesbeziehung die Haupt- sache, sondern das richtige und gute Handeln. Diese oft gr\u00fcn-links gepr\u00e4gte PraxisDominanz mit ihrer Verwandlung der Theologie in Ethik und ihrem Verk\u00fcmmern der Gottesfrage und der Glaubensdimension l\u00e4sst den landeskirchlichen Protestantismus st\u00e4ndig Ausschau halten nach gesellschafts-politischen Themen und Aufgabenfel- dern, die sich f\u00fcr eine kirchlich-gr\u00fcne Agenda eignen und zugleich \u00f6ffentlich relevant sind. Da bot sich die vermeintliche Antidiskriminierung Homosexueller eingebettet in das Bekenntnis zur Genderagenda der sexuellen Vielfalt als ideales Projekt an. Freiheit und Gerechtigkeit als zentrale biblische Grundthemen eignen sich hervorragend zur gegenderten Instrumentalisierung im Raum der Kirche, deren gro\u00dfer Etappensieg die ethisch-liturgische Gleichstellung der Homoehe ist. Leutselige Kirchenleiter und freundliche Bisch\u00f6finnen warben Land auf Land ab gewinnend f\u00fcr die \u201eentdiskriminierte Ehe im Sinne Jesu\u201c. Man nehme der Ehe ja nichts weg, so wird uns sirenenhaft sanft vermittelt, im Gegenteil, man mache die Ehe st\u00e4rker und sch\u00f6ner und best\u00e4tige sie ausdr\u00fccklich in ihren konservativen Werten der Verl\u00e4sslichkeit und Verantwortungsbereitschaft, wenn man sie homo- sexuell (sicher bald auch multi-sexuell) erweitere. Nur ein zu \u00e4chtender homophober Menschenfeind kann hier etwas dagegen haben\u2026!   <\/p>\n\n\n\n<p>9. Es ist leicht zu erkennen und liegt f\u00f6rmlich auf der Hand, dass dem landeskirch- lichen Protestantismus in der Homoehe ein grandioses Projekt zugewachsen ist, das ihn in hervorragender Weise gesellschaftlich bedeutungsvoll erscheinen l\u00e4sst und zugleich das spezifisch evangelische Profil st\u00e4rkt und sch\u00e4rft. Denn w\u00e4hrend in Sachen Islam-Akzeptanz, Klimawandel und Fl\u00fcchtlingshilfe gerade auch mit Papst Franziskus der Katholizismus immer wieder als kirchliche Konkurrenz erlebt wird, ja regelrecht dabei ist, den Protestantismus zu \u00fcberholen, kann mit der Homoehe im Genderumfeld der sexuellen Vielf\u00e4ltigkeit die Evangelische Kirche konkurrenzlos Punkte machen. Sie kann den vermufften, vormodernen und missbrauchsgebeutel- ten Katholizismus mit seiner Neigung zur Homophobie m\u00fchelos distanzieren und ihm die rote Karte zeigen: Wir Evangelischen sind eben doch das Original, die echten Progressiven, die in Kooperation mit links-gr\u00fcn die Menschen befreien und die Welt verbessern. Aber nicht nur der Katholizismus kann in Sachen Homoehe evangelisch abgeh\u00e4ngt und auf die hinteren Pl\u00e4tze verwiesen werden, nein das evangelische Profil kann auch klar gegen die Evangelikalen mit ihrem verklemmt-schmuddeligen Konservativismus und seinem rechtspopulistischen Geschm\u00e4ckle gesch\u00e4rft werden. So kann sich der landeskirchliche Protestantismus auch entsprechend der H\u00f6he seiner z.Zt. vereinnahmten Kirchensteuer strahlend und staatstragend als \u00f6ffentlicher Tr\u00e4ger des gesellschaftlichen Zusammenhalts pr\u00e4sentieren: Wir sind die Guten in der Mitte der Gesellschaft, nur wir haben die moderne menschenfreundliche Religion, die niemand ausgrenzt und erst Recht keine Vorschriften macht. Bei uns d\u00fcrfen daher alle in der F\u00fclle ihrer sexuellen Vielfalt ihr wahres Lebensgl\u00fcck genie\u00dfen! <\/p>\n\n\n\n<p>10. Die Homoehe als ultimatives Mainstream-Projekt des evangelisch-landeskirch- lichen Profils l\u00e4sst nat\u00fcrlich auch  plausibel erscheinen, warum die innerkirchliche Diskussion dar\u00fcber in den letzten Jahren und Monaten immer unduldsamer und k\u00fcrzer angebunden wurde und immer h\u00e4ufiger mit Mehrheitsentscheidungen und Diskursabbruch einfach  durchgezogen wird. Konnte man vor Jahren innerhalb der Evangelischen Kirche noch theologisch miteinander ringen, \u201emit Spannungen leben\u201c und  ertragen, dass man keinen ethischen Konsens bez\u00fcglich gelebter Homosexu- <br>alit\u00e4t hatte, so wurden die Stimmung und auch die Beschlusslage in der letzten Zeit immer intoleranter, ja aggressiver und zwar von oben herab von den Kirchenlei- tungen und \u2013Verwaltungen eben mit gewaltigen Synodenmehrheiten im R\u00fccken. Selbst einen Gewissensschutz f\u00fcr die Minderheit der Segnungs-\/Trauungsver- weigerer unter den Pfarrern will man im Jahr des 500-j\u00e4hrigen Reformationsjubi- l\u00e4ums immer weniger gelten lassen. Der landeskirchliche Protestantismus hat entschieden, dass die sog. sexuelle Antidiskriminierung das reformatorische Prinzip und Projekt schlechthin ist, und dass es nicht vorgesehen ist und daher auch nicht geduldet werden kann, dass dieses identit\u00e4tsstiftende \u00f6ffentliche Projekt der HomoEhe-Trauung in den eigenen Reihen problematisiert oder gar abgelehnt wird. Wem dieser kirchliche Kurs, der die Antidiskriminierung der sexuellen Vielfalt zum evangelischen Bekenntnis macht, nicht passt, der kann ja katholisch werden, oder dorthin gehen, wo der Pfeffer w\u00e4chst, basta! Die Ver\u00f6ffentlichungen der kirchlichen Gender-Prop-Zentren best\u00e4tigen anschaulich diesen Basta-Stil! <\/p>\n\n\n\n<p>11. In dieser kirchlich-gesellschaftlichen Verfassung ergeht an die christliche Gemeinde der Bu\u00dfruf des Evangeliums. Dieser hei\u00dft: Umkehr zu Jesus, dem K\u00f6nig der Juden und dem Retter der Welt, Umkehr zu der Wahrheit Seines Wortes und Umkehr zu Seinem Volk Israel. In und durch diese Umkehr widerf\u00e4hrt der christlichen Gemeinde die frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen einer lebensm\u00fcden Kultur und ihrer kirchlichen Verdoppelung. Daher besteht die wesentliche Frage darin, ob es Gemeinden innerhalb der unbiblischen landeskirchlichen Ideologie und ihrer h\u00e4retischen Leitungsorgane gibt, die bereit sind, auf diesen Bu\u00dfruf des Evangeliums zu h\u00f6ren und ihm zu folgen? Die es aber tun, die sich Jesus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben zuwenden, die erkennen, wie sehr sie selbst in dieses lebensm\u00fcde System der gesellschaftlichen Anpassung verstrickt sind, und die bekennen ihre Schuld. In der Erfahrung der Vergebung w\u00e4chst die Erkenntnis der eigenen Schuldverstrickung und zugleich und noch viel mehr die hoffnungsvolle Kraft, diese zerst\u00f6rerische Abh\u00e4ngigkeit zu \u00fcberwinden und ihre Positionen zu verlassen. Dabei wird der Kampf um Ehe und Familie in ihrer biblischen Sicht von zentraler Bedeutung sein. Biblische Anschauung und Ermutigung bieten dabei die alt-testamentliche Exodusgemeinde als Urbild f\u00fcr den Auszug des Volkes Gottes aus einer heidnischen Kultur des Todes und die neu-testamentlichen Gemeinden im heidnischen Umfeld; gerade auch die bedr\u00e4ngten Gemeinden der Johannesoffen- barung.  Aktuell k\u00f6nnen uns die christlichen Gemeinden aus afrikanischen oder asiatischen nicht-christlichen Mehrheitskulturen eine wichtige Ermutigung und Orientierung sein. Wir laden ihre Missionare herzlich ein:\u201cKommt her\u00fcber und helft uns!\u201c (Apostelgeschichte 16, 9). <\/p>\n\n\n\n<p>12. Da zur Zeit der real existierende landeskirchliche Protestantismus in Ideologie und Struktur der geistlichen Erneuerung in der Nachfolge Jesu wenig f\u00f6rderlich ist, braucht es neue mutige und inspirierend-missionarische Aufbr\u00fcche an der Kirchen basis. Die Aufgabe ist es: Sich innerhalb der Landeskirche weitgehend von der Landeskirche geistlich, strukturell und finanziell unabh\u00e4ngig zu machen und neue R\u00e4ume und gemeinsame Strukturen zu gewinnen z. B. durch die Bildung freier Synoden und neuer Formen der geistlichen Leitung. Die entstehende Bekennende Kirche in den Jahren 1933 und 1934 zeigt daf\u00fcr Schneisen auf und l\u00e4sst Pfade erkennen, wie ein kirchlicher in Gottes Wort gegr\u00fcndeter Widerstand von Gemeinden gegen h\u00e4retische Kirchenleitungen aussehen k\u00f6nnte. In der \u201eErkl\u00e4rung \u00fcber das rechte Verst\u00e4ndnis der reformatorischen Bekenntnisse\u201c der 1. freien reformierten Synode am 3.\/4. Januar 1934 in Barmen hei\u00dft es unter III. Kirche in der Welt: \u201e3. Die Kirche ist in der Welt unter der Heiligen Schrift. Sie dient dem Menschen und dem Volk, dem Staat und der Kultur, indem sie hinsichtlich ihrer Botschaft und ihrer Gestalt dem ihr vorgeschriebenen Worte Gottes und seinem Heiligen Geist gehorsam zu sein bem\u00fcht ist. Damit ist abgelehnt die Ansicht: Die Kirche habe dem Menschen damit zu dienen, dass sie ihm mehr gehorchend als Gott, ihre Botschaft und ihre Gestalt seinen jeweiligen \u00dcberzeugungen, W\u00fcnschen und Zwecken anpasse und zur Verf\u00fcgung stelle\u201c. Und in der Erkl\u00e4rung der Freien evangelischen Synode im Rheinland  am 18.\/19. Februar 1934 ebenfalls in Barmen hei\u00dft es unter II. Zur Ordnung der Kirche: \u201e2\u2026..Wir ermahnen unsere Br\u00fcder im Amt, Prediger und \u00c4lteste, schriftwidrigen Verordnungen und Ma\u00dfnahmen  des jetzigen schriftwidrigen Kirchenregiments nicht zu gehorchen\u2026\u2026 Solcher Ungehorsam gegen ein Kirchen- regiment, das wider Gottes Wort regiert, ist Gehorsam gegen Gott.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Wiesloch im Juli 2017 <\/p>\n\n\n\n<p>Burkard Hotz, Pfarrer i. R.                                                                                                      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12 widerst\u00e4ndige Brocken zum 30. Juni 2017 >> PDF-Download als der Deutsche Bundestag in seiner gro\u00dfen antidiskriminatorischen Weisheit den Kulturbruch vollzog und die Exklusivit\u00e4t der konjugalen Ehe von Mann und Frau abschaffte. 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