{"id":286,"date":"2017-06-20T18:59:15","date_gmt":"2017-06-20T18:59:15","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=286"},"modified":"2018-12-20T19:16:25","modified_gmt":"2018-12-20T19:16:25","slug":"oeffentliche-erklaerung-zum-grusswort-der-badischen-landeskirche-zum-ramadan-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=286","title":{"rendered":"\u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung zum Gru\u00dfwort der badischen Landeskirche zum Ramadan 2017"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bekenntniskreis Baden  &#8211;  \u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung des BKB<br>zum Gru\u00dfwort der badischen Landeskirche zum Ramadan 2017<\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/\u00d6ffentliche-Erkl\u00e4rung-Gru\u00df-zum-Ramadan-20170620.pdf\"><strong>&gt;&gt; PDF-Download<\/strong><\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p>Landesbischof  Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh betont in seinem Gru\u00dfwort an die Muslime in Baden zu recht, dass \u201ef\u00fcr unsere Gesellschaft das vertrauensvolle, offene Gespr\u00e4ch und die ehrliche Konflikt-bearbeitung n\u00f6tiger sind denn je.\u201c   <\/p>\n\n\n\n<p><br>Zu dieser geforderten Ehrlichkeit h\u00e4tte allerdings auch geh\u00f6rt, dass Differenzierung und Offenheit statt Verdr\u00e4ngung den Dialog bestimmen. Tatsachen, die das wechselseitige Verh\u00e4ltnis zwischen Muslimen und Christen betreffen, m\u00fcssen konkret angesprochen werden. Gerade der Ramadan ist nach muslimischem Selbstverst\u00e4ndnis kein Monat, in dem &#8211; so der Bischof &#8211; \u201ef\u00fcr Musliminnen und Muslime bei uns und weltweit \u2026 die Wahrnehmung der Mitmenschen in ihren Bed\u00fcrfnissen und N\u00f6ten im Zentrum steht.\u201c  Angesichts des nicht enden wollenden Terrors vor allem gegen Christen und angesichts weltweiter Verfolgung von Christen in islamischen L\u00e4ndern klingen solche Worte eher weltfremd, wenn nicht zynisch.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Der IS ruft im Ramadan regelm\u00e4\u00dfig zum gewaltt\u00e4tigen Kampf gegen die Ungl\u00e4ubigen auf und kann sich dabei &#8211; im Einklang mit der \u00dcberlieferung &#8211; auf seinen Propheten Mohammed berufen, der gerade in diesem Monat eine entscheidende Schlacht gegen die \u201aUngl\u00e4ubigen\u2018 geschlagen hat. Dabei nimmt der IS auch zahllose muslimische Opfer in Kauf. Islamische Terroristen sind jedenfalls nicht etwa verirrte Schafe, sondern sie nehmen Koran und Prophet mit den entsprechenden Kampfbefehlen sehr ernst. Kaum verwunderlich ist es also, dass sich gerade im Fastenmonat die Terroranschl\u00e4ge h\u00e4ufen.  <\/p>\n\n\n\n<p><br>Zur Ehrlichkeit geh\u00f6rt unerl\u00e4sslich auch die Tatsache, dass islamische Religiosit\u00e4t keineswegs gekennzeichnet ist durch Respekt, Barmherzigkeit, Religionsfreiheit. Jene, uns vertrauten religi\u00f6sen Grundlagen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde, Gerechtigkeit und Frieden hat sie &#8211; entgegen der Aussage des Landesbischofs &#8211; mit unserem christlichen Glauben eben nicht gemeinsam. Auch dem Landesbischof ist sicher bekannt, dass Religionsfreiheit im Islam nicht zugestanden wird und dass die erw\u00e4hnten Begriffe dort eine ganz andere Bedeutung haben, dass ferner der Islam die Menschenrechte nur im Rahmen der Scharia anerkennt, also dieser unterordnet, dass sein Begriff von Barmherzigkeit mit dem christlichen inhaltlich nicht vergleichbar ist und dass es wirklichen Frieden f\u00fcr den Islam erst geben werde, wenn alle Ungl\u00e4ubigen bekehrt, vernichtet oder unterworfen sind. Hierbei sowie bei weiteren Problemkreisen wie Kinderehe, Eroberungskriegen, Antisemitismus oder Polygamie und Frauendiskriminierung k\u00f6nnen sich alle Muslime ebenfalls zu recht auf den Koran und ihren Propheten berufen. Es geht also um Fragen der religionswissenschaftlichen Sachkompetenz. <\/p>\n\n\n\n<p><br>Zu fragen ist auch, ob die badischen Christen den Ramadan als \u201eeine Zeit der St\u00e4rkung des muslimischen Glaubens\u201c besonders wohlwollend respektieren sollen. Wohlgemerkt: es geht da um die St\u00e4rkung einer Religion, der vielfach dazu aufruft, die Ungl\u00e4ubigen zu unterwerfen oder gar zu vernichten (falls sie nicht zum Islam konvertieren) und die viele problematische Inhalte vertritt. Hat etwa Jesus gelehrt, dass wir Christen einen anderen Glauben unterst\u00fctzen sollen als den an IHN, der f\u00fcr uns der Weg, die Wahrheit und das Leben ist? Und noch dazu eine Religiosit\u00e4t, die Christen regelm\u00e4\u00dfig drangsaliert und verfolgt? Ist deren St\u00e4rkung etwa wohlwollend zu begleiten?  Hat Jesus nicht vielmehr in seine Nachfolge und zum Zeugnis f\u00fcr das Leben im Reiche Gottes berufen? <br>Die Analyse dieses religionspolitischen Gru\u00dfwortes f\u00fchrt theologisch wie kirchlich zur Frage, ob diese Art von Gru\u00dfwort durch die Grundordnung der Badischen Landeskirche abgedeckt ist. Artikel 73 (1) der Grundordnung stellt zum Bischofsamt und seinen Adressaten fest (siehe Fassung 12.04.2014): sein Auftrag besteht darin, die Gemeinden sowie die Amtstr\u00e4gerinnen und Amtstr\u00e4ger der Landeskirche unter Gottes Wort zu rufen. \u201eWie die Pfarrerin bzw. der Pfarrer die Gemeinde, so leitet die Landesbisch\u00f6fin bzw. der Landesbischof die Landeskirche durch Gottes Wort.\u201c Dies gilt auch f\u00fcr die dortige Aussage, wonach seine Aufgabe darin liegt, die Landeskirche im kirchlichen und \u00f6ffentlichen Leben zu vertreten. Von einem generellen religionspolitischen Auftrag des badischen Landesbischofs ist nicht die Rede.   <\/p>\n\n\n\n<p><br>Auch stellt sich die Frage: Wie bewerten Imame und muslimische Gemeinden ihrerseits ein freundliches bisch\u00f6fliches Gru\u00dfwort, das aus ihrer Sicht aber definitiv von \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c stammt? Sie sehen sich in ihrem religi\u00f6sen Selbstverst\u00e4ndnis als ultimative Alternative zu allen anderen Religionen. Ein religionspolitischer Pluralismus, wie er in diesem Gru\u00dfwort anklingt und auch sonst in der EKD zunehmend vertreten wird, ist dem Islam von Anfang an seinem Wesen nach fremd. Es geht im \u201eIslam\u201c wortw\u00f6rtlich um \u201eUnterwerfung\u201c! <br>Das Bischofswort spart kritische Anfragen an den Islam wie die hier genannten g\u00e4nzlich aus. Es wirkt daher insgesamt \u201eabgehoben\u201c und weltfremd. &#8222;Begegnung auf Augenh\u00f6he&#8220; &#8211; wie oft gefordert &#8211; geschieht aber gerade nicht durch Anbiederung. Faktisch d\u00fcrfte dieser Gru\u00df als ein Zeichen angeborener &#8222;Dhimmitude&#8220;, d.h. der Unterwerfungsbereitschaft und Schw\u00e4che von Nichtmuslimen, insbesondere von Christen, aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Ein solches Verhalten schadet der Christenheit weltweit. Auch das Parallelisieren von Islam und christlichem Glauben l\u00e4sst Au\u00dfenstehenden  Christentum und Islam als blo\u00dfe Spielarten derselben Art Religiosit\u00e4t erscheinen. Dadurch wird das dem Islam  innewohnende Gewaltpotential ganz allgemein mit &#8222;Religion&#8220; verkn\u00fcpft, generalisiert und von Unkundigen sowie S\u00e4kularisten eins zu eins auch auf das Christentum \u00fcbertragen &#8211; wie es heute bereits vielfach durch die Sprachfalle \u201eReligion\u201c geschieht. In der Konsequenz wird durch das Bischofswort s\u00e4kularistisches Antichristentum provoziert und gef\u00f6rdert. Was im Ansatz der Absicht nach sicher gut gemeint war, schl\u00e4gt in das Gegenteil um. Kein Wunder, dass zunehmend auch evangelische Christen ihrer Kirche den R\u00fccken kehren. <\/p>\n\n\n\n<p><br>All dies bewirkt beachtliche Besorgnis. Denn gerade bewussten evangelischen Christen kann nicht daran gelegen sein, dass eine Kirchenleitung ihr \u00f6ffentliches Ansehen selbst besch\u00e4digt. <\/p>\n\n\n\n<p><br>Angemessener und ein Zeichen wahrer Liebe w\u00e4re es, Muslime nicht durch ein misslungenes Gru\u00dfwort noch auf falschem Weg zu best\u00e4rken, sondern sich intensiv um ihr ewiges Heil  zu k\u00fcmmern &#8211; z. B. durch Gebet und Verk\u00fcndigung des Evangeliums f\u00fcr sie. Unter ihnen gibt es, gerade auch bei den Fl\u00fcchtlingen, nicht wenige, die f\u00fcr Jesus Christus aufgeschlossen sind. Ein Gru\u00dfwort im Stile des Landesbischofs erreicht jedoch gerade diese Menschen leider nicht. Eher l\u00f6st es in der Kirche bei Kompetenztr\u00e4gern Kritik und in kirchlichen Au\u00dfenbeziehungen ggf. erheblichen Imageschaden aus. Dem ist zu wehren. <\/p>\n\n\n\n<p>\u2026\u2026\u2026\u2026..\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026     \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026     \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..<\/p>\n\n\n\n<p>Dienstag, 20. Juni 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bekenntniskreis Baden &#8211; \u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung des BKBzum Gru\u00dfwort der badischen Landeskirche zum Ramadan 2017 &gt;&gt; PDF-Download Landesbischof Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh betont in seinem Gru\u00dfwort an die Muslime in Baden zu recht, dass \u201ef\u00fcr unsere Gesellschaft das vertrauensvolle, offene Gespr\u00e4ch und die ehrliche Konflikt-bearbeitung n\u00f6tiger sind denn je.\u201c Zu dieser geforderten Ehrlichkeit h\u00e4tte allerdings auch geh\u00f6rt,<br \/><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=286\">+ Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286"}],"collection":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=286"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":295,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286\/revisions\/295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bekenntnis.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}