{"id":188,"date":"2018-10-22T16:11:17","date_gmt":"2018-10-22T16:11:17","guid":{"rendered":"http:\/\/bekenntnis.net\/?p=188"},"modified":"2018-10-23T05:58:38","modified_gmt":"2018-10-23T05:58:38","slug":"oeffentliche-erklaerung-zum-gespraechspapier-des-evangelischen-oberkirchenrates","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=188","title":{"rendered":"\u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung zum EOK- Gespr\u00e4chspapier \u201eChristen und Muslime\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung des Bekenntniskreises Baden (BKB) zum Gespr\u00e4chspapier des Evangelischen Oberkirchenrates in Karlsruhe: \u201eChristen und Muslime\u201c (Juli 2018)<\/h4>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/\u00d6ffentliche-BKB-Erkl\u00e4rung-22.-Oktober-2018.pdf\">>>PDF-Download<\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Landessynode hatte die erste Fassung \/ Ausgabe: \u201eChristen und Muslime. Gespr\u00e4chspapier zu einer theologischen Wegbestimmung der Evangelischen Landeskirche Baden\u201c (Januar 2018) nicht akzeptiert und zur \u00dcberarbeitung an den Evangelischen Oberkirchenrat zur\u00fcckgegeben. Die Zweit-Fassung wurde im Juli 2018 ver\u00f6ffentlicht und soll auf breiter Basis innerhalb der gesamten Landeskirche Gegenstand der Diskussion sein, bevor die Landessynode im Fr\u00fchjahr 2020 dazu eine Erkl\u00e4rung verabschieden will. Nun ist allerdings ein Papier im Umlauf geraten, das aufgrund seiner eklatanten Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel, seiner eigenwillig- unwissenschaftlichen Vorgehensweise, seiner fragw\u00fcrdigen theologische Grundannahmen, seines von Wunschvorstellungen gepr\u00e4gten Islam- &nbsp; Verst\u00e4ndnisses und seiner zivilreligi\u00f6sen und selbsts\u00e4kularisierenden Tendenzen eher dazu geeignet ist, Verwirrung und Ablehnung bei engagierten Gl\u00e4ubigen zu erzeugen, nicht aber dazu, einen echten Dialog mit den Muslimen aufzunehmen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Nur drei gravierende Beispiele seien erw\u00e4hnt:<br><strong>Zur wissenschaftlichen Vorgehensweise: <\/strong>Die Sunna, vor allem die \u00dcberlieferungen zum Leben Mohammeds (Hadithe) (sie bilden den Auslegungsschl\u00fcssel f\u00fcr den Koran) werden nicht thematisiert, ein zentraler Teil islamischer \u00dcberlieferung wird also einfach weggelassen (S.15).<br><strong>Zu den theologischen Grundannahmen:<\/strong> Der christliche und der islamische Glaube werden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, problematische islamische Vorstellungen und Handlungsweisen verharmlost und umgedeutet. Man konstruiert sich einen Wunsch-Islam (weil der real existierende f\u00fcr diese Art des Dialogs wohl kaum zug\u00e4nglich ist). Christliche Offenbarungsinhalte werden dem islamischen Denken inhaltlich angepasst (Christen k\u00f6nnen angeblich sogar vom Islam Wahrheiten \u00fcbernehmen, die ihre eigenen Glaubens\u00fcberzeugungen korrigieren und vertiefen (!) (S.13)), um das angestrebte Ziel des gemeinsamen Weges <strong>\u2013 eine Art Einheitsglauben \u2013<\/strong> zu erreichen (S.16), mit dem man am besten das andere<strong>&nbsp;\u2013 zivilreligi\u00f6se \u2013 <\/strong>Ziel verwirklichen kann: die Preisgabe der Eigenst\u00e4ndigkeit von Glauben und Kirche zugunsten fremder Herren, zugunsten eines fremdbestimmten Dienstes an der Bef\u00f6rderung politisch-gesellschaftlicher und ideologischer Vorgaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders pikant: Die Landessynode besch\u00e4ftigt sich in der Synodaltagung im Oktober 2018 mit dem Schwerpunkt: <strong>Antisemitismus<\/strong> \u2013 pikant deshalb, weil im Gespr\u00e4chspapier: \u201eChristen und Muslime\u201c die islamische Judenfeindlichkeit als nicht so schwerwiegend weggeredet wird, als nicht etwa islamisch, sondern politisch motiviert verharmlost wird, als von europ\u00e4ischem Antisemitismus gepr\u00e4gt verzeichnet und die Kritik daran als Islamfeindlichkeit denunziert wird (S.59).<\/p>\n\n\n\n<p>Viele am Thema Interessierte werden weder Zeit noch Mu\u00dfe haben, den ganzen 63-seitigen Text zu lesen. Deshalb hat der Bekenntniskreis Baden (BKB) die grundlegenden Aussagen dieses Papiers mit kommentierenden Hinweisen zusammengefasst, um dem Informations- und Orientierungsbed\u00fcrfnis aller am Dialog mit dem Islam Interessierten nachzukommen. Diese Orientierungshilfe des BKB ist jedermann frei zug\u00e4nglich \u00fcber die Homepage: <a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=56\">www.bekenntnis.net.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Leider hat es die Synodenleitung abgelehnt, den Synodalen diese Information wie ebenso Eingaben und Antr\u00e4ge zum Thema bereits jetzt (vor der Synodaltagung im Herbst) zug\u00e4nglich zu machen. Stattdessen soll erst einmal im Oberkirchenrat gesammelt werden, was an R\u00fcckmeldungen eintrifft. Dem reichlich vorhandenen Gespr\u00e4chsbedarf in diesen wichtigen Fragen wird somit zun\u00e4chst kaum Rechnung getragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch eine Schlussbemerkung: Die Kritik an diesem Gespr\u00e4chspapier darf nicht verwechselt werden mit der Ablehnung jeglichen Dialogs mit Muslimen oder gar mit der Ablehnung von Muslimen. Der BKB stimmt zu, wenn es im EOK-Papier auf S.14 hei\u00dft: <strong>\u201eWir haben durch Jesus Christus den Auftrag, unseren Glauben so zu bezeugen, dass auch andere in dieses Vertrauen auf Gott hineinfinden k\u00f6nnen\u201c<\/strong>. Leider ist das EOK -Gespr\u00e4chspapier aufgrund seiner Inhalte nicht dazu geeignet, diese Zielsetzung zu verwirklichen. Es kann keine Grundlage sein f\u00fcr missionarisches Handeln, f\u00fcr ein echtes Christus-Zeugnis im Dialog.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der BKB erkl\u00e4rt deshalb ausdr\u00fccklich: Es ist f\u00fcr den unerl\u00e4sslichen christlich-islamischen Dialog die bei weitem beste L\u00f6sung, dieses EOK- Papier zur\u00fcckzunehmen und ein v\u00f6llig neues zu verfassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Achern, 22. Oktober 2018<br>Dr. Hans-Gerd Krabbe, Pfarrer, Achern<br> Rolf-Alexander Thieke, Pfarrer und Religionslehrer i.R., Uhldingen am Bodensee<br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung des Bekenntniskreises Baden (BKB) zum Gespr\u00e4chspapier des Evangelischen Oberkirchenrates in Karlsruhe: \u201eChristen und Muslime\u201c (Juli 2018) >>PDF-Download Die Landessynode hatte die erste Fassung \/ Ausgabe: \u201eChristen und Muslime. 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