{"id":1371,"date":"2026-06-30T19:33:14","date_gmt":"2026-06-30T19:33:14","guid":{"rendered":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=1371"},"modified":"2026-07-13T19:53:35","modified_gmt":"2026-07-13T19:53:35","slug":"stellungnahme-zum-erprobungsband-fuer-das-neg-2029","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bekenntnis.net\/?p=1371","title":{"rendered":"Stellungnahme zum Erprobungsband f\u00fcr das \u203anEG\u2039 (2029)"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/bekenntnis.net\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKB\u2039-Stellungnahme-zum-nEG-06-2026.pdf\">>> PDF Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stellungnahme zum neuen Evangelischen Gesangbuch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u203aBekenntniskreis Baden\u2039 (\u203aBKB\u2039) beklagt mit Blick auf die geplante Einf\u00fchrung eines neuen Evangelischen Gesangbuchs (\u203anEG\u2039) die restriktive Politik bei der Verteilung des Erprobungsbandes an ausgew\u00e4hlte \u203aErprobungsgemeinden\u2039. F\u00fcr andere Interessierte \u2013 Pfarrkapitel, Kantoren, theologische Gemeinschaften und den weit \u00fcberwiegenden Teil der evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland \u2013 erwies es sich als schwierig bis unm\u00f6glich, an den Erprobungsband auch nur heranzukommen. Stellungnahmen lie\u00dfen sich \u00fcber die vorgesehene digitale R\u00fcckmeldeplattform ohnehin nicht abgeben.<br>Der Erprobungsband selbst enth\u00e4lt nur eine kleine Auswahl der Lieder, Liturgieentw\u00fcrfe, Zwischentexte etc., allerdings nicht einmal eine Gesamt\u00fcbersicht der vorgesehenen Lieder.&nbsp; Zum Ende der Erprobungsphase wurde die EKD-Seite \u203amitsingen.de\u2039 frei-geschaltet, so dass nun die vorl\u00e4ufige Liederliste vollst\u00e4ndig&nbsp;einsehbar ist. Allerdings ist bisher nur ein Teil der Lieder auf der Homepage mit Text und Melodie ver\u00f6ffentlicht, die Zwischentexte aus dem Erprobungsband fehlen dagegen ganz.<br>Wer sich mit dem Projekt \u203anEG\u2039 befassen m\u00f6chte, kommt nicht darum herum, umfangreich zu recherchieren \u2013 und bleibt trotzdem auf einem bescheidenen Wissensstand. Nach Presseinformationen sollen z.B. agendarische Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und Ehescheidungen im neuen EG enthalten sein \u2013 wo sind diese aktuell zu finden? Welche theologischen und kirchenrechtlichen Grundlagen haben diese Vorschl\u00e4ge?&nbsp;&nbsp;<br>Man k\u00f6nnte den Eindruck gewinnen, dass die schlechten Informations- und Beteiligungs-m\u00f6glichkeiten von den Verantwortlichen gewollt sind, um eine kritische Auseinander-setzung mit diesem Werk, das f\u00fcr die n\u00e4chsten 30 Jahre das kirchliche Leben pr\u00e4gen soll, im Vorfeld auszuschlie\u00dfen. Dies widerspricht jedoch eklatant dem evangelischen Prinzip der Gemeindekirche und dem allgemeinen Priestertum der Gl\u00e4ubigen und wird der Bedeutung des Singens im Gottesdienst nicht gerecht. &nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u203aBekenntniskreis Baden\u2039 konnte nun f\u00fcr diese seine Stellungnahme nicht auf den Erprobungsband f\u00fcr das \u203anEG\u2039 zur\u00fcckgreifen, sondern war auf indirekte Informationen und auf \u203amitsingen.de\u2039 angewiesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst aber fragen wir, ob ein \u203anEG\u2039 dringend erforderlich ist \u2014 zumal in einer Zeit, in der aus demographischen Gr\u00fcnden und bedingt durch die anhaltend hohen Zahlen der Kirchenaustritte die Kirchensteuermittel weniger werden. Viele Gemeinden geraten dadurch in erhebliche finanzielle Engp\u00e4sse, so dass sie f\u00fcrs \u203anEG\u2039 kaum die n\u00f6tigen Finanzmittel werden aufbringen k\u00f6nnen. Wir fragen also: \u00bbWer kann das bezahlen, wer hat so viel Geld?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Inhalte befremden, irritieren, entsetzen wohl nicht nur uns. L\u00f6sen gar Missmut und Ver\u00e4rgerung aus. Manches gar mutet h\u00e4retisch an, anderes mythologisch. Wo bleibt die bibelorientierte christliche Theologie, die sich gerade auch dem Judentum verpflichtet wei\u00df? Wird sie durchg\u00e4ngig durchgehalten? Oder teilweise ignoriert? Auff\u00e4llig erscheinen uns Anleihen an eine queer-feministische sog. \u203aTheologie\u2039 \u2013 wenn z.B. Psalm 19 gendergerecht dargeboten wird, wobei GOTT mal m\u00e4nnlich, mal weiblich, mal gegendert pr\u00e4sentiert wird. Der Schlussvers: \u00bbEwige, mein Fels und mein Erl\u00f6ser\u00ab. Was f\u00fcr eine Entstellung! Ist der Diabolos da nicht m\u00e4chtig am Werk? Und wie steht es \u2013 nur einmal angenommen \u2013 ums geistliche Urheberrecht?<\/p>\n\n\n\n<p>Man vergleiche Psalm 130 in der Luther-Fassung und in der \u00dcbertragung: Was f\u00fcr gravierende Entstellungen tun sich da auf! Man m\u00f6chte aufbegehren!<br>Kritik verdienen mehrere Lieder, beispielsweise \u203anEG\u2039 165 &#8211; 168 &#8211; 178 \u2014 andererseits Carola Moosbachs Begleittext: \u00bbGottflamme Du Sch\u00f6ne\u00ab (S. 354). Nicht zuletzt erf\u00e4hrt die Segensbitte: \u00bbEs segne und beh\u00fcte uns der barmherzige GOTT: Vater, Sohn und Heilige Geisteskraft\u00ab \u2013 feministische Umdeutung. Man sp\u00fcrt die Absicht und reagiert verstimmt. \u203aGOTT\u2039 wird im Sinne einer Zivilreligion allgemein formuliert, die Gottesanrede \u203aHERR\u2039 weicht radikal-feministischen Interessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritik verdient so auch das folgende Lied f\u00fcr die Passionszeit:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbKostbar war der Moment, als sie das Haus betrat, das Salb\u00f6l in den H\u00e4nden, um Liebe zu verschwenden. Kostbar war der Moment. Gepriesen, was sie tat!<br>Kostbar war der Moment, als sie mit leichtem Gang die Mauer der Bedenken durchschritt, um Trost zu schenken. Kostbar war der Moment. F\u00fcr sie ein Lobgesang!<br>Kostbar war der Moment, als sie das Siegel brach und Duft das Haus erf\u00fcllte, sie z\u00e4rtlich \u00c4ngste stillte. Kostbar war der Moment. Erinnerung wirkt nach.<br>Kostbar war der Moment, als Jesus sie bewahrt, sie sch\u00fctzte und sie ehrte, als sie sein Danke h\u00f6rte. Kostbar war der Moment, als Gott den Raum betrat!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso das Loblied auf die \u203aGeistin\u2039 zum Pfingstfest:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbShe sits like a bird, brooding on the waters,<br>Hovering on the chaos of the world\u2019s first day;<br>She sighs and she sings, mothering creation,<br>Waiting to give birth to all the Word will say.<br>She wings over earth, resting where she wishes,<br>Lighting close at hand or soaring through the skies;<br>She nests in the womb, welcoming each wonder,<br>Nourishing potential hidden to our eyes.<br>She dances in fire, startling her spectators,<br>Waking tongues of ecstasy where dumbness reigned;<br>She weans and inspires all whose hearts are open,<br>Nor can she be captured, silenced or restrained.<br>For she is the Spirit, one with God in essence,<br>Gifted by the Saviour in eternal love;<br>She is the key opening the scriptures<br>Enemy of apathy and heavenly dove.\u00ab<br>Als \u00e4u\u00dferst problematisch und befremdlich aufst\u00f6\u00dft wohl nicht zuletzt die Pervertierung des Paul-Gerhardt-Liedes (EG 448): \u00bbLobet den Herren alle, die ihn ehren \u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbLobet die Eine, die uns st\u00e4rkt und tr\u00f6stet \/<br>die nach uns ruft und treu sich an uns bindet!<br>La\u00dft uns mit Freuden ihren Namen singen:<br>Gott sei gepriesen!<br>Lobet die Flamme, die auch uns entz\u00fcndet \/<br>leuchtende Weisheit spr\u00fche Deine Funken!<br>In neuem Licht soll uns Dein Name gl\u00e4nzen:<br>Gott sei gepriesen<br>Lobet die Quelle, die auch in uns sprudelt\/<br>Wasser des Lebens, la\u00df die Erde gr\u00fcnen!<br>heilendes Str\u00f6men, Brunnen aller Liebe:<br>Gott sei gepriesen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da uns ja nun kein Erprobungsband f\u00fcr das neue Gesangbuch vorliegt und wir nur auf wenige Informationen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, stellen wir hiermit folgende Fragen:<br>\u2981 Werden die bekannten \u203aKlassiker\u2039 an Advents- Weihnachtsliedern, Oster- und Pfingstlieder oder Klassiker wie \u00bbJesus Christus herrscht als K\u00f6nig\u00ab noch unver\u00e4ndert und unangetastet angeboten, so wie es die Gemeinden seit Jahren kennen und lieben?<br>\u2981 Dieselbe Frage gilt f\u00fcr Klassiker wie 302, 321, 322, 324, 331, 316\/17, 361, 396, 398 und viele andere mehr. Finden wir diese Lieder noch so vor, wie wir sie kennen und lieben und sie der Lieddichter gewollt und gedichtet hat \u2013 oder ist hier auch mit b\u00f6sen \u00dcberraschungen und \u203afeministischen Entstellungen\u2039 zu rechnen?<br>\u2981 Welche der g\u00e4ngigen und klassischen Passionslieder werden wir noch im neuen Gesangbuch finden, und zwar unangetastet?<br>\u2981 Bleiben die bekannten Eingangspsalmen f\u00fcr den Eingangsteil des Gottesdienstes in der bekannten und gel\u00e4ufigen Version (Luther\u00fcbersetzung) erhalten \u2013 oder verbreitet sich, was an der seltsamen Bearbeitung von Psalm 130 zu beobachten ist, \u00fcber gro\u00dfe Teile des gesamten Psalmenanhangs eine h\u00f6chst fragw\u00fcrdige Art neuer \u00dcberarbeitung? Bleibt diese Art banaler und feministischer Bearbeitung eine Ausnahme oder wird sie zur Regel?<br>Wir halten ein neues Gesangbuch f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig und finanziell eine Zumutung, zumal wir mit dem blauen Anhang auch sehr gut mit modernen Liedern ausgestattet sind. Wenn aber doch ein neues Gesangbuch kommt, hoffen wir, dass es nicht Gemeinden, Predigerinnen und Prediger, Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen in Gewissenskonflikte bringt. Denn was w\u00e4re, wenn sich Gemeinde au\u00dferstande s\u00e4he, mit dem neuen Gesangbuch zu arbeiten und zu leben?<\/p>\n\n\n\n<p>Schlussfolgerung:<br>Eines solchen \u203anEG\u2039 bedarf es nicht. Davon kann man \/ frau sich nur distanzieren. Die daf\u00fcr veranschlagten Geldmittel lassen sich bestimmt sinnvoller anlegen.<br>Die zust\u00e4ndigen Gremien in der EKD und die Mitglieder in den liturgischen Kommissionen der EKD-Gliedkirchen sind aufgefordert, den Auftrag zur Erstellung eines \u203anEG\u2039 zur\u00fcckzunehmen bzw. zur\u00fcckzugeben. Das bisherige \u203aEG\u2039 kann seine Dienste durchaus weiterhin leisten und muss wahrlich nicht ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Bekenntniskreis Baden: Pfarrer em. Dr. Hans-Gerd Krabbe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>>> PDF Download Stellungnahme zum neuen Evangelischen Gesangbuch Der \u203aBekenntniskreis Baden\u2039 (\u203aBKB\u2039) beklagt mit Blick auf die geplante Einf\u00fchrung eines neuen Evangelischen Gesangbuchs (\u203anEG\u2039) die restriktive Politik bei der Verteilung des Erprobungsbandes an ausgew\u00e4hlte \u203aErprobungsgemeinden\u2039. 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